26.12.13

Bitterness Elimination Coffee Maker: Weil das Leben schon bitter genug ist

Maschine nimmt dem Kaffee die Bitterstoffe. Bild: Hammacher Schlemmer

Der US-Haushaltswaren-Katalog Hammacher Schlemmer hat eine Maschine vorgestellt, die dem Kaffee die Bitterstoffe nehmen soll. Was fertig herauskommt, soll mild sein wie eine italienische Frühlingsbrise und ebenso lecker.

 

Die Jungs und Mädels von Hammacher Schlemmer sind immer für eine Überraschung gut. Kurios fand ich in diesem Jahr den Lampenschirm mit integriertem Lautsprecher. Und auch meine Kollegen zollten einigen kuriosen Ideen des Versandhauses in den letzten Jahren Respekt, etwa dem Auto-Innenraum-Vorheizer, der Seifenblasen-Nebelmaschine oder dem iPhone-Screen-Enlarger .

Neu im Kuriositätenkabinett der Amerikaner ist ein Apparat mit der schönen Bezeichnung Bitterness Elimination Coffee Maker. Der nimmt dem Kaffee die Bitterkeit. Ach, was sag ich: dem Leben!

 

Nichts fürs Auge

Richtig chic sieht der Edelstahl-Kocher nicht gerade aus, der Charme Italiens ist nicht zu spüren. Dafür soll der Kaffee schmecken wie beim Barista. Anders als andere Maschinen, die angeblich schon brühen, wenn das Wasser noch gar nicht kocht, wartet der Bitterness Eliminator darauf, bis die gesamte Wasserladung genau jene Temperatur erreicht, die der Barista empfiehlt.

Wie viel Grad das sind, verrät der Anbieter nicht. Es soll sich dabei aber nicht um 100 Grad warmes Wasser handeln, denn die Maschine passt auf, dass das Wasser weder zu kalt, noch zu heiß ist. Eben dieses genau richtig temperierte Wasser sickert dann über die gemahlenen Bohnen. Der Geschmack sei dann reicher und eben nicht mehr bitter, heißt es im Beschreibungstext.

Technisch wirklich fortschrittlicher?

Die Maschine ist etwa 36 cm hoch und breit. Sie verfügt über einen Timer, so dass man abends schon den Morgenkaffee vorbereiten kann (auch wenn es dem Geschmack sicher wieder etwas abträglich ist, wenn der gemahlene Kaffee so lange in der Kammer wartet). In der Maschine kommen Hartfilter zum Einsatz, die Kanne fasst zehn Tassen. Man kann sie auch herausnehmen, während der Kaffee gekocht wird. Maßgeblicher Unterschied also zu herkömmlichen Filter-Kaffeemaschinen: Das gesamte Wasser wird auf einmal erhitzt, nicht nach und nach.

Ob der Kaffee damit jetzt wirklich besser schmeckt, müsste man einmal ausprobieren, aber ich habe da so meine Zweifel. 200 US-Dollar soll die Maschine kosten. Hammacher Schlemmer liefert im Prinzip auch nach Übersee. Man soll aber beim Kundenservice die genauen Bedingungen erfragen. Die Chance auf besseren Kaffee hat da in meinen Augen die Bonaverde Röst-Mahl-Brühmaschine aus Berlin, die Jati euch hier vor Kurzem vorgestellt hat. Die ist zwar etwas teurer und soll erst im kommenden Herbst fertig sein. Und ob die nun wirklich besseren Kaffee kocht, muss sich erst zeigen. Sie macht aber auf jeden Fall einen charmanteren Eindruck auf mich.

Der Punkt für den schönsten Namen einer Kaffeemaschine geht in meinen Augen trotzdem an Hammacher Schlemmer: Bitterness Elimination Machine. Muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Man könnte das Ding zu einem Comic-Helden erheben.

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