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06.08.14

Bieree: Bierbrauen mit eingebauter Angst, dass einem alles um die Ohren fliegt

Bieree: Wackelige Apparatur mit Charme. Alle Bilder: Leo Innovation

Bieree ist eine recht wackelige Apparatur für 88 Euro, mit der man sein eigenes Bier brauen und den Prozess mit dem Smartphone steuern kann. Wer das Projekt auf Kickstarter unterstützt, muss allerdings das Vertrauen mitbringen, dass das alles schon irgendwie hält. Und das macht die ganze Sache schon wieder charmant.

 

Zuhause eigenes Bier zu brauen ist längst keine Hexerei mehr und eigentlich eher eine Kostenfrage. Es geht recht preiswert mit einem vorkonfigurierten 5-Liter-Set um 40 Euro wie von Braufässchen. Oder man zahlt deutlich über 1000 Euro für ein eigenes Edelstahlsystem wie den Speidel Braumeister oder den Brewbot, den wir euch im letzten Jahr vorgestellt haben.

Für uns Gadget-Fans macht natürlich alles keinen Spaß, wenn nicht auch ein Smartphone involviert ist. Und deswegen sind wir bei den Kollegen von t3n auf Bieree gestoßen. Die wirklich kostengünstige Apparatur für 88 Euro wirkt so klapprig, dass man nicht genau weiß, wo es eigentlich anfängt und wo aufhört. Die nerdig zusammengeschusterte Projektseite allerdings wirkt schon wieder so putzig, dass man den Texanern den Erfolg ihrer Kickstarter-Kampagne trotzdem gönnt.

 

„Hab's unter Kontrolle“

Zum Bierbrauen benötigt man zwei Kessel und eine ganze Menge Schläuche, ein Thermometer, einen Erhitzer, Ventile. Das alles bekommt man in der Bieree-Kickstarter-Kampagne direkt aufs Auge gedrückt. Mitten in der Beschreibung haben die beiden Erfinder allen Ernstes Code gepostet, mit dem die Maschine arbeitet, die Bilder sind mit einer uralten Handykamera aufgenommen. Sexy wie beim Brewbot ist da aber auch gar nichts. Und auch die Smartphone-App wirkt wie aus den 80er Jahren. Dazu passt das Video zur Kampagne mit dem gestellten Dialog wie in einer schlechten Homeshopping-Sendung:

- "Hey Leo. Leo! Das Bier ist alle!"

- "Ja, kein Problem, ich hab's unter Kontrolle."

- "Wie, was heißt das? Wie denn?"

- "Na, gleich hier auf meinem Smartphone."

- "Und damit braust du Bier oder was? Glaube ich nicht. Das will ich sehen."

- "Ja, komm mit, ich zeig's dir:"

Das Ganze ist so fern eines professionellen Marketings, so nerdig ausgearbeitet, dass es schon wieder sympathisch ist. Wer Bieree bestellt, erhält ein Sammelsurium aus gut einem Dutzend Teilen. Dass da eine gute Montageanleitung beiliegt, kann man nur hoffen.

Fässer nicht inklusive

Hinter dem Projekt stehen die beiden Texaner Leonardo Estevez und Sam Dalong mit ihrer gemeinsamen Firma Leo Innovations LLC. Ein Bieree-Set kostet samt Lieferung nach Deutschland wie schon genannt umgerechnet 88 Euro. Die notwendigen 2,5-Liter-Fässchen muss man sich derweil irgendwo anders besorgen, denn die versendet Leo Innovations aufgrund des Gewichts nur innerhalb der USA.

 

Bis zum 13. August bleibt den beiden Jungs noch, um die 6.000 gewünschten US-Dollar ihrer Kickstarter-Kampagne zusammenzutrommeln. Und auch wenn man niemandem ernsthaft empfehlen kann, sich so eine Apparatur zu bestellen, so hält man doch irgendwie die Daumen gedrückt, dass die beiden das schaffen. Warum? Weil das ganze irgendwie ehrlich wirkt.

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