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21.07.16

Ratgeber

Datenträger für Backups

Wer am Computer arbeitet, der speichert seine Daten in der Regel auf einer Festplatte ab. Für lokale Backups kommen entweder mehrere interne Festplatten oder externe Hard Discs zum Einsatz. Zudem ist es ratsam, seine Dokumente, Präsentationen und Fotos auf tragbaren Speichermedien abzulegen. Doch welche Datenträger sind langlebig und empfehlenswert? Und was ist mit der Cloud? Wir geben einen Überblick.


Festplatte (Bild: Pixabay)

Die Speichermedien-Geschichte: von der Kassette zur Wolke

Früher speicherte man seine Computerdaten auf Kassetten bzw. Datasetten, auf Magnetbändern und auf Disketten; Später gab es als Speichermedien unter anderem das Zip- und Jaz-Drive, CD-ROMs und DVDs. Viele der genannten Datenträger sind mittlerweile passè, heutzutage kommen USB-Sticks zum Einsatz. Und natürlich Festplatten, wobei hier zwischen der altbekannten HD und den neueren SSD unterschieden wird.

Zudem erfreut sich eine Art der Datenspeicherung zunehmender Beliebtheit: das Internet, besser gesagt Cloudspeicher. Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive oder die Telekom Magenta Cloud sind nur ein paar der unzähligen Möglichkeiten. 

Disketten: veraltet, aber teilweise noch im Einsatz

Disketten - gibt's die noch? Die altehrwürdige Floppy Disc hat eigentlich schon seit rund 15 Jahren ausgedient, trotzdem kommt sie noch bei alten Computern zum Einsatz - sogar bei den US-Streitkräften.

Heutzutage auf „Floppys“ zu setzen ist aber auf keinen Fall zu empfehlen. Hierfür benötigt man ein antiquiertes Laufwerk, es passen nur rund 1,5 Megabyte auf jede Diskette (das reicht nicht einmal für ein gewöhnliches Word-Dokument) und die Lebensdauer liegt durchschnittlich bei nur fünf bis zehn Jahren.

CD, DVD oder Blu-ray: Wie lange halten sie?

Besser geeignet für ein Backup sind optische Speichermedien wie CD-ROMs oder DVDs. Während auf eine handelsübliche CD nur 650 Megabyte passen, sind es bei der Digital Vertile Disc zwischen 4,7 Gigabyte (Single Layer DVD) und 8,5 GB (Dual Layer DVD). Man geht davon aus, dass selbstgebrannte CDs oder DVDs eine Lebenserwartung von maximal 30 Jahren besitzen.

Werden die optischen Speichermedien gepresst, können es bis zu 100 Jahre sein. Ähnlich langlebig sollen Blu-ray-Discs sein, deren Speicherkapazität bei 25 bis 50 GB liegt; Bei speziellen vierschichtigen BD-Roms können es sogar bis zu 128 GB sein.

Somit bieten sich CD, DVD und Blu-ray gut für Kopien an, die über viele Jahrzehnte archiviert werden müssen. Die große Frage ist, ob es in 10, 20 oder gar 100 Jahren noch entsprechende Lesegeräte geben wird. Bereits heute besitzen immer weniger Computer oder Notebooks ein CD/DVD/BD-Laufwerk, dementsprechend sind die Tage dieser Medien eigentlich schon gezählt.

Schnell und angesagt: Flash-Speicher wie USB-Sticks und SSD-Festplatten

USB-Sticks basieren auf der Flash-Speichertechnik. Der Vorteil hierin liegt, dass sie ziemlich kompakt und sehr schnell ist und gegen Erschütterungen unempfindlich. Deswegen findet man die Flash-Module auch in SD-Karten, MP3-Playern, Smartphones, Tablets, Druckern oder SSD-Festplatten.

Die übliche Speicherkapazität von Letztgenannten liegt bei 500 GB bis 1 TB, es gibt aber auch größere Modelle mit bis zu 16 TB. In Sachen Lebensdauer liegen sie ungefähr im Bereich von optischen Medien, also bei maximal 30 Jahren.

Und was ist mit klassischen Festplatten (Hard Discs)? Diese halten, wenn sie im täglichen Einsatz sind, durchschnittlich nur fünf Jahre. Bei weniger Beanspruchung können es im Mittel 20 Jahre sein.

Die Vor- und Nachteile der Cloud-Speicherung

Ein Backup über die Cloud abzuwickeln, mag  - gerade bei überschaubaren Datenmengen - eine komfortable Möglichkeit sein. Gerade, weil diese mit den Apps der Cloud-Anbieter automatisiert wird. Schießen Sie auf ihrem Smartphone ein Foto oder legen Sie auf Ihrem PC ein Dokument an, werden diese – bei entsprechenden Einstellungen – mit den Servern synchronisiert. So kann man dann von jedem anderen Gerät darauf zugreifen.

Doch das bedeutet auch, dass sich theoretisch die Cloud-Betreiber und Hacker Ihrer Daten bemächtigen können. Gerade für Unternehmen ist das ein brisantes Security-Thema. Deswegen ist es ratsam, gerade beim Firmen-Einsatz auf vertrauensvolle Cloud-Anbieter zu setzen, die sich zum Beispiel an den deutschen Datenschutz halten. Zumal man bedenken muss, dass die Daten nur so lange „online“ sind, so lange es das Cloud-Angebot gibt. Deswegen ist es auch aus diesem Blickwinkel sinnvoll, seine Daten lieber bei etablierten Unternehmen zu speichern.

Fazit

Welcher Datenträger eignet sich am besten, um Backups anzulegen? Alles, was bewegliche Teile bietet – klassische Festplatten und Disketten – besitzen eine geringe Halbwertszeit. Empfehlenswerter sind Speichermedien, die unempfindlicher gegen Stöße oder Umwelteinflüsse sind. Dazu zählen zum Beispiel Flash-Speicher sowie CD, DVD und Blu-ray-Disc.

Ob die theoretischen Annahmen wirklich stimmen, wird sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte zeigen. Bis dahin dürften die Laufwerke und Anschlüsse zum Auslesen der Daten sicherlich im Museum gelandet sein. Deutlich zeitloser dürften Cloud-Lösungen sein, denn sie sind ja nicht an ein Trägermedium gebunden. 

Kurz: Das ultimative Medium für Backups gibt es nicht. Deswegen ist es ratsam, seine Daten alle paar Jahre zu überprüfen und sie auf einem neuem Datenträger zu speichern.

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