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09.10.12

Auvisio DSR-290.DVD im Test: Zwei Herzen in einer Blech-Brust

Auvisio DSR-290.DVD mit Fernbedienung und Teelicht (Bild: W.D.Roth)

Im Wohnzimmer hat man alles: DVD-Spieler, Fernseher, Sat-Empfänger. Wenn man aber noch ein Zweitgerät braucht, ist es lästig, noch einmal so viele Kisten hinstellen und verkabeln zu müssen. Taugen Kombi-Geräte? Wir untersuchen es am Beispiel des Auvisio DSR-290.DVD.

Eigentlich weiß man es ja seit den unsäglichen, unhandlichen Kompaktanlagen der 70er: Einzelgeräte sind besser, weil bei einem Defekt nicht gleich die ganze Anlage repariert werden muss, sondern nur eine Komponente. Doch während man sich im Wohnzimmer noch mit einem Stapel Geräte abfinden mag, will man in Schlaf- oder Kinderzimmer nicht noch einmal dasselbe Theater haben und überlegt sich Kombinationslösungen.

Hat man nur Satelliten-Empfang, endet man bei Fernseher, DVD-Spieler und Sat-Receiver. Drei Geräte, drei Stromversorgungen, meist zu wenig Scart-Anschlüsse. Der "Auvisio Digitaler 3in1 HD-Sat-Receiver DSR-290.DVD" erspart zumindest ein Gerät: den DVD-Spieler.

Warum er dann als "3in1" bezeichnet wird und nicht nur als "2in1"? Weil er mit einer (kostenpflichtigen) Zusatzsoftware nicht nur von externen USB-Festplatten/Speichersticks wiedergeben, sondern auch darauf aufnehmen kann. Ab Werk bleibt es allerdings beim reinen Abspielen.

Es gibt das Modell als HDTV-Empfänger und als DSR-240.DVD als DVD-Spieler mit Standard-Sat-TV-Empfänger. Auch wenn man nur einen normalen Fernseher anschließt, ist HDTV eine Überlegung wert, dann kann man das Gerät weiternutzen, falls irgendwann doch ein HDTV-tauglicher Fernseher angeschlossen wird. Blu-rays kann der Auvisio DSR-290.DVD allerdings nicht abspielen.

Was für den avisierten Zweck gut ist: Sat-Receiver und DVD-Spieler haben Kindersicherungen. Man kann also die empfangbaren Programme reduzieren - gesperrte Programme tauchen entweder gar nicht mehr auf oder verlangen nach einem sechsstelligen Code. Beim DVD-Spieler kann man DVDs mit höheren Altersfreigaben mit einem vierstelligen Code sperren.

Im Praxistest war nach zwei Stunden alles eingestellt, also alle "Müllkanäle" von Shopping bis Porno entsorgt. Die DVD-Spieler-Einstellung erwies sich dagegen als weniger nützlich, da sich die PIN nicht verstellen lässt. Sie dürfte aber ohnehin bei selbstgebrannten DVDs versagen; hier sollten zu brutale oder erregende Filme einfach weiterhin weggesperrt werden, wie es im Videorekorderzeitalter schon üblich war.

Auffallend ist, dass Sat-Receiver und DVD-Spieler zwar in einem Gehäuse vereint sind, aber unabhängig voneinander arbeiten. Man muss beide einzeln auf die richtige TV-Norm einstellen und wenn beim Einschalten der Sat-Receiver-Teil startet, stellt sich die Taste zum Ausfahren der DVD-Schublade solange tot, bis man explizit auf DVD-Betrieb umgeschaltet hat.

Gut ist die trotz des kleinen Gehäuses große Anschlussvielfalt: Audio Mehrkanal digital (leider nur elektrisch). Sat in & out, Scart in & out und HDMI sind vertreten. Nur einen analogen Stereo-Tonausgang vermisst man zum Radio hören. Hier kann aber ein Scart-Adapterkabel weiterhelfen.

Ärgerlicher war, dass der DVD-Spieler promt die Vorurteile über Kombi-Geräte bestätigen wollte, schon nach 37 Minuten den Geist aufgab und keine Scheibe mehr lesen wollte. Also alles umsonst programmiert? Nein, glücklicherweise nicht: Die veränderten Senderkanal-Einstellungen kann man auf einen USB-Stick speichern und in weniger als einer Minute in ein vom Anbieter zugesandtes Austauschgerät überspielen. Auch ein Sichern und Bearbeiten der Senderliste am PC ist möglich. Es bleibt zu hoffen, dass derartige Störungen Einzelfälle bleiben.

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