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18.11.11

Asus Transformer im Test (3/3): Keine Scharnier-Funktion

Asus Transformer: Schmuckes Gerät, das aber leider seine Versprechen an den Web-Arbeiter nicht einhalten kann. (Bilder: pes)

Asus' Versuch, das Tablet mit dem Netbook zu kreuzen, ist eine tolle Idee. Sie scheitert aber im Falle des TF101 Transformers am Betriebssystem Android.

Es schmerzt ja schon ein bisschen. Eigentlich liebe ich Android (auf meinem Mobiltelefon), und ich habe Tablets zu schätzen gelernt, wenn es darum geht, Fotos zu zeigen, Videos anzugucken oder schnell im Internet zu surfen.

Angesichts handlicher Subnotebooks schienen mir Netbooks zusehends eine obsolete Gerätegattung. Tablets aber waren mir zu singulär in der Anwendung - und mit dem Transformer hat Asus ein Kombigerät vorgestellt, das mir als perfekte Kreuzung erschien.

Allein, wie die beiden ersten Testberichte lange vor diesem Fazit (das sehr auf sich hat warten lassen, ich bitte um Verzeihung) gezeigt haben:

Das Asus Tablet mit dem NVidia-Tegra-Prozessor, der wunderbaren Tastatur und dem grossartigen Android Honeycomb-Betriebssystem ist aber leider nicht der Hybride meiner Träume. Jedenfalls nicht für mich als Web 2.0-Nomaden, der unterwegs nicht nur Videos schauen, sondern eben auch mal ein längeres Blogposting, Emails und Google- oder sonstige Clouddokumente erfassen will.

Warum? Weil Das Tablet-Betriebssystem nicht für den Einsatz einer Tastatur und nicht für die Bedienung von Ajax-Websites mit komplexen Formular- und sonstigen Eingabefeldern optimiert ist.

Zwar hat Asus viel getan, um das System mit Sondertasten aufzumotzen. Aber wenn in einem Eingabefeld von Wordpress das Markieren von Text zur Glückssache wird, der Cursor oft mehrere Zeilen von der Textmarkierung entfernt angezeigt wird und man ob all dem Scrollen, Wischen und Zoomen zu den Schaltflächen mehr Fingerakrobatik leisten muss als fürs Tippen, vergeht einem die Lust an der Arbeit schnell.

Das soll nun niemanden vom Kauf des insgesamt sehr gelungenen und namentlich in der Verarbeitung sehr überzeugenden Transformers abhalten, zumal die neue Version Transformer Prime auch designmässig nochmals nachlegt. Denn als besseres Sofa-Surfbrett mit der Option, Emails bequem zu schreiben, ist es allemal besser als ein reines Tablet mit Bildschirm-Tastatur.

Mich schimpft man im Freundeskreis ohnehin rundherum den lustfeindlichen Arbeitswütigen - ich kann Geräten erst dann wirklich viel abgewinnen, wenn man damit arbeiten, sprich kreativ tätig sein kann. Und da mag der Transformer nicht zu überzeugen, was allerdings nicht das Problem der Hard-, sondern eben der Software ist; respektive des Kompromisses, den Asus mit der Wahl von Android eingegangen ist: Ein Tablet-System mit Tastatur ist noch kein Netbook. das System ist nicht darauf ausgelegt, mit Dateien zu hantieren oder eben andere als Konsum-Websites zu benutzen. Die Tastatur ist für rasche Bedienung der Tablet-Funktionen ausgelegt und nicht darauf, schnell Textblöcke zu markieren. Die Darstellung des Bildschirms ist für kleine Eingabefelder wie Passwörter und IDs optimiert, und keine Tastankombination ist auch nur annähernd so wie auf der Notebook- oder Netbooktastatur verfügbar - weil das System eben gar nicht für eine externe Tastatur ausgelegt ist. Die Scharnier-Funktion zwischen «Konsumieren» und «Produzieren» kann der Transformer nicht übernehmen.

Wie gesagt, es schmerzt ein bisschen. Denn ich hätte mir das Tablet/Netbook vor dem Test als neuen Begleiter für unterwegs vorstellen können. Nach dem Test käme es nur als reiner Stubentiger auf dem Kaffeetisch neben dem Sofa in Frage.

Und dort brauche ich kein weiteres Gerät.

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