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04.07.13

Asus Memo Pad HD 7: Wie gut ist ein 150-Euro-Tablet?

Vergleich Äpfel (li.) mit Birnen. Apple iPad Mini und Asus Memo Pad HD 7. (Alle Fotos: Jan Tißler)

Wie gut kann ein Tablet für 150 Euro eigentlich sein? Diese Frage habe ich mir gestellt, seitdem ich letzte Woche von Asus den Karton mit ihrem nagelneuen Memo Pad HD 7 in die Hand gedrückt bekam. Es tritt damit zum Beispiel gegen das Nexus 7 an, das Asus für Google herstellt. Und es muss sich letztlich auch den Äpfel-Birnen-Vergleich mit Apples iPad Mini gefallen lassen.

Vergleich Äpfel (li.) mit Birnen. Apple iPad Mini und Asus Memo Pad HD 7. (Alle Fotos: Jan Tißler)

Zwar schreibe ich diesen Post an einem MacBook Pro und ich habe mein iPad Mini dabei, aber es liegt ebenfalls mein Nexus 4 auf dem Tisch, das die Nachfolge meines iPhone 4 angetreten hat. Und abgesehen vom schwachen Akku bin ich mit dem Nexus 4 und dem aktuellen Android darauf sehr zufrieden. Ein Wechsel zurück zum iPhone reizt mich momentan gar nicht. Beim iPad Mini hingegen sieht die Lage anders aus: Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, es gegen ein Android-Tablet zu ersetzen. Aber man kann ja nie wissen...

Wie schlägt sich das erheblich billigere Asus Memo Pad HD 7 hier?

Ein wirklicher Testbericht soll dieser Post hier übrigens nicht sein. Ich habe das Asus-Tablet wie erwähnt erst einige Tage und halte nichts von diesen schnell runtergeschriebenen Tests. Sie verraten einem nicht, wie sich das Gerät auf lange Sicht anfühlt. Aber ich möchte euch einige erste Eindrücke weitergeben.

Bei der Verpackung beispielsweise hat Asus einiges von Apple gelernt. Sie spielt im Alltag zwar überhaupt gar keine Rolle, aber der erste Eindruck kann bekanntlich die Erwartungshaltung beeinflussen. Der Karton und wie er das Memo Pad HD 7 präsentiert, ist alles andere als billig. Enthalten sind neben dem eigentlichen Gerät ein USB-Mikro-USB-Kabel und ein kompaktes Netzteil.

Hat man das Memo Pad HD 7 in der Hand, ähnelt es dann sehr viel mehr dem Nexus 7 als dem iPad Mini. Die Faszination der Android-Tablet-Hersteller für 16:9-Displays wird sich mir nie erschließen. Sie haben bei diesen Geräten einfach keinen Sinn. Bei fast identischen Abmaßen bietet das iPad Mini dank dünnerer Ränder erheblich mehr Bildschirmfläche. Und auf die kommt es in diesem Tablet-Kleinformat aus meiner Sicht sehr an. Die Widescreen-Displays hinterlassen schnell ein Guckkasten-Gefühl.

Das Memo Pad HD 7 fühlt sich dabei sehr dick an, setzt wenig überraschend komplett auf Plastik und irritiert ein wenig mit einer umlaufenden Plastikkante, die so wirkt, als hätte der Designer hier noch ein Gegenstück für die Front vorgesehen.

Wie üblich, hat auch Asus' Mini-Tablet ein glänzend-spiegelndes Display. Auf dem Pressetermin unkten die Kollegen schon, der erste Hersteller eines Tablets mit mattem Bildschirm werde einen großen Hit landen. Die Spiegelungen können stark sein, wie man auf den Fotos sieht. Allerdings empfinde ich es bei Tablets als nicht so problematisch wie bei Laptops, da man doch mit dem Tablet freier positionieren kann, damit die Spiegelungen nicht stören.

Alles in allem wirkt das Asus Memo Pad HD 7 ordentlich verarbeitet. Wer will, kann es mit Asus' Version von Apples Smartcover versehen, dem "TransCover".

Erstes Einschalten, Einrichtung

Das Tablet liegt soweit aufgeladen in der Packung, dass man es sofort in Betrieb nehmen kann. Hat man wie ich bereits ein Android-Gerät und bewegt man sich sowieso in Googles Welten, geht die weitere Einrichtung sehr schnell von der Hand. Viele Daten wie die Kontakte werden dann schon automatisch synchronisiert.

Asus hat Androids Notification Bar angepasst. Über die Gestaltung kann man streiten, aus meiner Sicht passt sie optisch nicht zu Android. Aber nun gut, es gibt schlimmere Probleme auf der Welt. Hier strahlt einem jedenfalls noch das Asus-eigene Power-Management entgegen, das die Akkulaufzeit verlängern soll. Drei Stufen stehen zur Auswahl – je nachdem, ob man maximale Leistung oder maximale Sparsamkeit haben möchte. Standardmäßig steht es in der mittleren Position. Einen Sensor, um die Displayhelligkeit automatisch dem Umgebungslicht anzupassen, gibt es übrigens nicht. Dafür hat man den entsprechenden Regler gleich in der Notification Bar. Alles in allem hat sich Asus zurückgehalten, was die Verunstaltung von Android angeht.

Beim ersten Herumprobieren macht das Asus Memo Pad HD 7 jedenfalls einen sehr guten Eindruck. Die Oberfläche reagiert flüssig auf alle Eingaben. Ausgerechnet die Google+ App aber macht mit anhaltenden Rucklern auf sich aufmerksam. Andere Apps funktionierten bislang tadellos.

Kompakt sind beide, aber im direkten vergleich fühlt sich das Asus Memo Pad HD 7 klobig an.

Technische Daten

Apropos Motorisierung: Wer es genau wissen will, findet hier die kompletten technischen Daten. Alles in allem ist das Asus Memo Pad HD7 dem Google/Asus Nexus 7 sehr ähnlich. Was es dem Konkurrenten voraus hat, ist der Slot für SD-Cards (maximal 32 GB) und die rückseitige Kamera (5 Megapixel, kein Blitz).

Den Datenvergleich mit dem iPad Mini gewinnt das Memo Pad HD 7 spielend – vor allem aufgrund des Verkaufspreises. Für Apples Tablet legt man schließlich mehr als das Doppelte auf den Tisch. Aber diesen Äpfel-Birnen-Vergleich kann man schließlich auch in vielen anderen Bereichen anstellen – ob es nun um Autos, Digitalkameras oder Hi-Fi-Komponenten geht. Für mich ganz persönlich ist das Guckkasten-Widescreen-Display der Dealbreaker, der einen Wechsel verhindern würde. Und das vergleichsweise klobige Gehäuse tut sein Übriges dazu.

Zwischenfazit

Wie eingangs erwähnt, will dieser Post kein ausgewachsener Test sein. Klar scheint mir aber, dass man für 150 Euro bereits ein mehr als ordentliches, gut funktionierendes und einwandfrei nutzbares Tablet in die Hand bekommt. Dass es klobiger und billiger wirkt als ein iPad Mini ist dabei klar, aber an sich erst einmal kein großer Nachteil, denn kompakt ist es dennoch.

Asus hat Android derweil netterweise nicht groß verunstaltet und legt stattdessen eine Reihe von Apps bei, die ich mir noch genauer ansehen werde.

Einen großen Nachteil hat das Asus Memo Pad HD 7 allerdings: den Zeitpunkt, zu dem es erscheint. Noch diesen Monat wird der Nachfolger des Nexus 7 erwartet, der dann sehr wahrscheinlich mit eleganterem Design und höher aufgelöstem Display die Konkurrenz in die Schranken verweisen wird. Zudem bekommt man mit Nexus-Geräten sein Android direkt von Google und hat dabei die angenehme Gewissheit, auch jedes Update und jedes neue Feature sofort zu bekommen.

Wer sich für ein kleines Android-Tablet interessiert, sollte das neue Nexus 7 aus meiner Sicht auf jeden Fall abwarten. Und wer mit dem Gedanken spielt, sich ein iPad Mini anzuschaffen, sollte sowieso warten: Die nächste Generation wird schon für den September erwartet und es würde doch viele erstaunen, sollte es dann nicht mit einem wesentlich besser aufgelösten Display kommen.

Mehr Informationen auf der offiziellen Website zum Asus Memo Pad HD 7.

Kaufen kann man das Memo Pad HD 7 beispielsweise bei Amazon.

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