02.10.13

Arbeiten mit dem Tablet auf der Messe: Kann man das Notebook auch Zuhause lassen?

medium02

Messeveranstaltungen sind für Blogger Stress. Man hat eine Menge technisches Equipment mit, um unterwegs über Neuigkeiten zu berichten und die Leser auf dem Laufenden zu halten. Welches Equipment man wählt, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen und auf der Messe ist, spielt eine große Rolle. Es sollte alles können und nicht zu schwer sein. Reicht da ein Tablet?

Test-Tablet LG Optimus V900 mit echter 3D-Kamera

Zwei Jahre lang war ich auf Messen mit dem Notebook unterwegs und jedes Mal ärgerte ich mich über das Gewicht der Geräte, die ich in meiner Schultertasche mit mir umher tragen musste. Dieses Jahr wollte ich probieren, ob es auch allein mit einem Tablet funktionieren würde und habe auf die Gamescom 2013 nur mein Tablet und eine Kamera mitgenommen. Erfreulicherweise konnte so schon einmal die Tasche eine Nummer kleiner ausfallen. Auf einer vollen Messeveranstaltung ist das ein großer Pluspunkt, weil man sich so auch problemlos durch großes Gedrängel bewegen kann.

Als Blogging-Plattform verwende ich Wordpress. Das hat für mich den großen Vorteil, dass es für mobile Geräte Apps gibt, die mir einen angepassten Zugang zum Backend (Adminbereich) des Blogs bieten. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon probiert, das Original-Backend über den Android-Browser zu verwenden. Davon rate ich allerdings allen ab, denn die Eingabe ist teilweise um bis zu eine Sekunde verzögert und das macht das Arbeiten langwierig und anstrengend.

Dafür gibt's eine App

Während frühere Versionen der Wordpress-Android-App einige Kinderkrankheiten hatten und viele wichtige Wordpress-Funktionen nicht unterstützten, hat sich bis heute viel getan. Die App hat sich gemausert und bietet Bloggern vor allem dann einen Mehrwert, wenn sie wenig Plugins verwenden und nur wenige Einstellungen auf der Artikelseite vornehmen müssen.

Die wichtigsten Funktionen waren für mich: ein Beitragsbild zu definieren, Kategorien und Tags zu vergeben und Bilder einzubinden, die über die gesamte Artikelbreite gehen.

WLAN oder Mobilfunk

Um von unterwegs mit dem Tablet zu arbeiten, braucht man entweder ein Tablet mit einem Mobilfunk-Modul, damit man das mobile Internet nutzen kann, oder ein zuverlässiges WLAN-Netzwerk bei einem Wifi-Tablet. Ich habe in meinem Fall das mobile Internet genutzt. Hier sollte man ebenfalls einige Dinge bedenken: Auf Messen sind die Mobilfunknetze häufig überlastet. In den letzten Jahren hat sich das zwar merklich verbessert, dennoch darf man nicht erwarten, immer durchgehenden Empfang zu haben.

Schwieriger ist es jedoch, ein gut funktionierendes WLAN-Netzwerk zu finden. Ich würde deswegen immer empfehlen, das mobile Internet zu nutzen und dann den Arbeitsplatz auf der Messe danach auszusuchen, wo man den besten Empfang hat.

Neben dem leichten Gewicht konnte ich noch einen Vorteil ausmachen: Mit dem Tablet lassen sich auf der Messe Fotos machen und direkt im Blog und den Netzwerken weiterverbreiten. So kann man live von der Messe berichten und seine Leser in Echtzeit an den Geschehnissen teilhaben lassen.

Ich habe Kollegen gesehen, die Gleiches mit einem Notebook und der eingebauten Webcam versuchten. Im Vergleich zu diesem unhandlichen Setup, war ich dann sehr froh, mein Tablet gewählt zu haben.

Die Sache mit der fehlenden physischen Tastatur

Allerdings gibt es mit dem Tablet auch Nachteile. Mir fehlte während des Arbeitstags ein wenig die physische Tastatur. Zwar war es recht angenehm, im Landscape-Modus zu tippen, jedoch finde ich vor allem beim schnellen Blindtippen ein haptisches Feedback hilfreich. Manchmal trifft man zwischendurch nicht die richtige Taste und muss etwas mühselig im Text navigieren, bevor man die berichtigte Version hat.

Ich bin deswegen auf die Tastatur "Swift Key" umgestiegen. Sie bietet ein geteiltes Keyboard, das sich mit beiden Daumen bedienen lässt, wenn man das Tablet im Landscape-Modus hält. So war ich genauer und schneller, auch wenn "Swift Key" die Hardware-Tastatur nicht ersetzen kann.

Mein Arbeitsalltag auf der Gamescom sah folgendermaßen aus: Auf den Ständen unterhielt ich mich mit den Ausstellern, ließ mir Infomaterial geben und fotografierte sowohl mit dem Tablet, als auch mit meiner mitgebrachten Kamera. Mit dem Tablet machte ich dann ebenfalls Videos, da es eine 3D-Funktion besitzt. Das ist zwar kein "Must-have" jedoch ein nettes Extra für alle, die ein 3D-fähiges Endgerät besitzen. Hier eins der Videos, die ich damit aufgenommen habe:

Danach zog ich mich in eine der vielen Chill-Out-Bereiche zurück und tippte auf meinem Tablet meine Kurz-Artikel und Eindrücke. Nicht alle habe ich direkt online gestellt, sondern einige Texte im Backend gesammelt, um sie später zu einem Sammelartikel zusammenzufassen. Auch das hilft bei der späteren Nachlese des Events ungemein.

Fazit zur Arbeitsweise mit Tablet statt mit Notebook

Im Vergleich zu den vergangenen Events muss ich sagen, dass ich die Arbeitsweise mit dem Tablet aus mehreren Gründen gern beibehalten möchte. Der Akku meines Tablets hält länger als der meines Notebooks. Im Besucherbereich Steckdosen zu finden ist beinahe unmöglich. Mit einem Tablet ist man mobiler als mit einem Notebook. Es ist nicht nur leichter sondern auch noch handlicher, wenn man keinen festen Arbeitsplatz auf der Messe hat. Es macht Bilder und Videos, die man ohne umständlichen Dateitransfer weiterverarbeiten kann.

Für das nächste Mal muss ich mir allerdings merken, ein größeres Datenpaket zu buchen. 400MB waren an einem Messetag locker drin. Soviel hatte ich eigentlich für die komplette Messe eingeplant.

Im Vergleich zum Notebook vermisse ich nur die phsysische Tastatur und muss mir deswegen angewöhnen, meine Texte möglichst kurz zu halten. Bei der Menge an Berichterstattung während Messen werden, meiner Erfahrung nach, zu lange Artikel aber sowieso nicht komplett gelesen, sondern lediglich überflogen.

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