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07.06.11

Apple WWDC Keynote: Apple macht eine Menge Menschen unglücklich

Auf der Eröffnungspräsentation zur World Wide Developer Conference hat Steve Jobs Apples neue Versionen von Mac OSX und iOS vorgestellt und verraten, was es mit der iCloud auf sich hat. Nicht jeder wird über die Neuerungen glücklich sein

Twitterer Dustin Curtis bringt es auf den Punkt: Mit den Neuerungen verärgert Apple Dropbox, Sparrow, Instapaper, Readability, RTM, Color, Facebook, RIM, Whatsapp - und Google hat er noch vergessen. Wieso? Einfach, indem Apple seine Betriebsssysteme in den Bereichen verbessert, die bislang eine Domäne dieser Dienste und Anwendungen waren. Dadurch werden sie nicht gleich überflüssig, aber für einige Menschen vielleicht doch weniger notwendig. Aber der Reihe nach.

DropBox vs. iCloud, RTM, (und Google)

Apple lässt es sich nicht nehmen, dem Trendthema Cloud einen eigenen Namen zu geben und sein mittlerweile obligatorisches i davorzusetzen. iCloud ersetzt MobileMe und soll ab Herbst Daten über alle Apple-Geräte synchron halten. Die Daten stehen im Mittelpunkt, Geräte sind nur noch dazu da, sie abzurufen und zu editieren. Jedem Nutzer stehen kostenlos 5 GB zur Verfügung, mehr Platz kann hinzugekauft werden. Kalender, Kontakte und Mails, iWork-Dateien, Fotos, Einstellungen etc. pp. Aufgaben-Anwendungen wie Remember The Milk wird das nicht freuen.

Bislang hat man das mit Google oder DropBox erledigt. Die DropBox bietet zwar von Haus aus nur 2 kostenlose GB, aber die können über Einladungen auf 8 GB wachsen. Und gerade bei iOS-Apps hat sich DropBox als Quasi-Standard etabliert. Da wechselt man nicht unbedingt so ohne weiteres. Trotzdem: ob es ein Zufall ist, das ich gerade heute morgen die Aufforderung erhalte, doch meine DropBox auf 40 GB zu erweitern, damit ich auch Musik etc. in der Cloud ablegen kann?

Bei Apple geht das auch. Nicht nur mit bei iTunes gekauften Songs, sondern gegen eine Jahresgebühr von 25 US-Dollar mit allem, was sich in der iTunes-Bibliothek befindet, egal, woher es stammt. Legale Musikwäsche, bei der sogar alle dann auf bis zu 10 Geräten zur Verfügung stehen, und zwar mit 256 kb/s - auch, wenn der ursprüngliche Song vielleicht nur in 128 kb/s codiert war. Das nennt sich iTunes Match und ist tatsächlich mal ein Deal.

iMessage vs. RIM und WhatsApp

Der neue Nachrichtendienst iMessage ermöglicht den Versand von Fotos, Dateien, Nachrichten, Videos, Kontaktdaten - mit einem oder mehreren Freunden, über Wi-Fi oder 3G. Muss man das Gerät wechseln, ist das kein Problem, man macht einfach auf dem iPad da weiter, wo man auf dem iPod Touch aufgehört hat.

Safari Reader vs. Instapaper und Readability

Die Reader-Funktion, die Webseiten lesefreundlich aufbereitet, steht in Zukunft auch dem mobilen Safari zur Verfügung. Dadurch und durch die Synchronisation der Lesezeichen braucht man Instapaper viel weniger dringend als vor der Neuerung.

Apple vs. den Rest?

Die ganze zweistündige Keynote pressen wir hier nicht in einen Artikel. Die schaut man sich am besten auf Apples Event-Seite selbst an. Oder man zieht sich den Film zu den Neuerungen von iOS 5 rein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Apple sich in vielen Bereichen von anderen hat inspirieren lassen und diesmal nicht vorwegprescht ist, sondern eher aufzuholen versucht. Bei Ping hat das nicht so richtig hingehauen, das heißt aber nicht, dass es nicht bei anderen Sachen funktioniert. Das neue Betriebssystem Mac OSX gibt es zwar nur im iStore und nicht auf DVD oder Stick, dafür ist es mit 29,99 US-Dollar wieder mal ein Schnäppchen. Und die 25 US-Dollar für iTunes Match werden sicher viele Musikfreunde freudig ausgeben. Die kostenlose iCloud nimmt man wahrscheinlich so mit, aber ob sie bewährte DropBox-Prozesse ablösen kann, wird die Zukunft zeigen.

Kollege Martin Weigert war schneller als ich und hat sich auf netzwertig.com auch so seine Gedanken gemacht.

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