07.10.13

Android-Tablets: Angepasste Apps sind noch Mangelware

Nexus-7

In allen Formen und Farben werden sie uns präsentiert - Android-Tablets. Jede neue Keynote macht uns die Tablets schmackhafter und erklärt uns, wieso wir auf diese Geräte nicht mehr verzichten können. Doch wie sieht es in Wirklichkeit aus? Sind die Entwickler mit ihren Apps überhaupt schon bereit für Tablet-Nutzer? Ich habe mir ein paar Beispiele beliebter Apps herausgegriffen und geschaut, was einen Tablet-Nutzer erwartet.

Nexus 7 von Google

Wie viele Tablet-Nutzer gibt es eigentlich prozentual unter den Android-Nutzern? Eine genaue Antwort bekommen wir auf diese Frage zwar nicht, aber einen Wert, der Android-Geräte über 7 Zoll aufführt. Da liegt Android derzeit bei 4,8 Prozent. Tablet-Nutzer sind damit zwar nicht unbedingt in der Überzahl, aber ihre Menge steigt von Monat zu Monat.

Beim Test fällt auf, dass Tablets vor allem für eine Sache sehr gut geeignet sind: Games. Viele Spiele sind entweder für Tablets angepasst, besitzen eine extra HD-Version oder sind generell nur fürs Tablet verfügbar. Anders sieht es bei den Social-Media-Apps des "täglichen Lebens" aus. Hier haben die wenigsten eine angepasste Oberfläche für das Tablet.

Twitter, Facebook, Instagram

Twitter, Facebook und Instagram sind drei Beispiel dafür, dass man auch als großer Anbieter keine Tablet-App für Android anbieten muss, wenn man es nicht will. Twitter und Facebook bieten jeweils eine großgezogene Smartphone-App. In der Funktion sind diese zwar im Vergleich zu Verwendung mit dem Smartphone nicht eingeschränkt. Optisch ansprechend sind Apps allerdings nicht, wenn sie auf einem großen Bildschirm irgendwo verloren in der Mitte oder am Rand "kleben".

Breitgezogen - Facebook

Instagram ist hier noch konsequenter. Die App ist fast ausschließlich nur im Portrait-Modus bedienbar. Dort, wo es Texteingaben gibt, kann man das Tablet zwar drehen, aber geht es zurück zum Bilderfeed "springt" das Bild zurück in den Portrait-Modus. Möchte man das Tablet im Landscapemodus bedienen (zum Beispiel wenn man ein Tablet mit Tastaturdock besitzt), dann geht das nicht. Das Tablet muss gedreht werden. Dazu kommt, dass die Fotos einer hochauflösenden Darstellung nicht gerecht werden können. Durch die gestreckte Anzeige sind alle Bilder verpixelt.

Google+, Feedly, Skype, Tweetcaster

Es gibt glücklicherweise aber auch eine Reihe Apps, die ihr User Interface an die Bedürfnisse von Tablet-Nutzern angepasst haben. Google schraubt bei Google+ zum Beispiel regelmäßig am Design und ist jetzt bei einer magazinähnlichen Darstellung angelangt. Gleiches gilt für Feedly. Die sonst etwas tristen Artikel aus den RSS-Feeds werden aufbereitet, als würde man sie in einem Hochglanzmagazin betrachten.

Skype hat ebenfalls eine angepasste Oberfläche für Tablets. Hier hat Microsoft vor nicht all zu langer Zeit ein komplettes Redesign der Apps vorgenommen. Das Fenster ist zweigeteilt, um im Landscape-Modus die komplette Breite auszunutzen.

Feedly präsentiert RSS-Feeds als Magazin

TweetCaster ist eine gute Alternative zur offiziellen Android-App. Hier unterscheidet sich das User Interface der Smartphone-Version zwar erheblich von dem der Tablet-Version, aber auch hier nutzt man die volle Breite im Landscape-Modus und bietet dem User sogar einige Extras, die es in der offiziellen Twitter-App nicht gibt.

Es liegt noch viel Arbeit vor den Programmierern

Der Anteil an Tablet-Nutzern ist - zugegeben - nicht wirklich sehr groß. Kleinere und mittelgroße Programmierschmieden haben dennoch erkannt, dass ein angepasstes User-Interface Nutzern der eigenen Apps einen Mehrwert bietet. Vielen großen Firmen hingegen reicht es, eine gezoomte Smartphone-App anzubieten. Im Fall von Twitter führt dieses Verhalten dazu, dass alternative Apps veröffentlicht werden, die im Vergleich zur offiziellen App punkten können.

Wenn man die Verkäufe von Tablets weiter ankurbeln möchte, sollte man Entwickler motivieren, ihre Apps auch für großere Bildschirme und Auflösungen anzubieten und dazu auch zu bedenken, dass Tablets häufig im Landscape-Modus bedient werden. Wenn sich die App dann nicht mitdreht, wird sie vermutlich auf dem Tablet seltener oder gar nicht mehr verwendet.

Betrachtet man die Verteilung der kompatiblen und inkompatiblen Apps, lässt es den Schluss zu, dass wir uns in einer Entwicklungsphase befinden, in der mehr und mehr Entwickler nachziehen, die meisten Großen aber noch fehlen. Diese werden spätestens dann folgen, wenn auch die Zahl der Tablet-Nutzer steigt.

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