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13.07.12

Android-Sticks: Smart-TV-Funktionen nachrüsten ab 50 Dollar

"Smart TV" ist das neue Schlagwort wie hier bei Samsung. Aber nicht jeder will sich dafür gleich einen komplett neuen Fernseher kaufen. Foto: Samsung

Diverse Hersteller wollen aktuell einen neuen Markt erobern: winzige Sticks, die den heimischen Fernseher in einen vollwertigen Computer mit Android-Betriebssystem verwandeln und ihm moderne Smart-TV-Elemente spendieren. Und das alles zum Schnäppchenpreis. Die Technik ist stets ähnlich, die Unterschiede der kleinen Rechner liegen im Detail. Ein Überblick.

Im Grunde setzen alle Unternehmen, die solche Sticks anbieten, auf das gleiche Prinzip: Via HDMI steckt man einen Computer von der Größe eines handelsüblichen USB-Sticks an einen halbwegs modernen Fernseher. Dieser soll dadurch die farbenfrohe und vielseitige Welt von Android erfahren. Vom Surfen im Internet bis hin zum Nutzen von (Spiele-)Apps sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Android 2.3 oder 4.0 kommen zum Einsatz, welche von Haus aus etliche Funktionen mitbringen, die Smartphone- und Tablet-Nutzer bereits kennen.

 

TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick MMS-864.wifi+

Der TVPeCee gehört zu den ersten Sticks, die im deutschsprachigen Raum offiziell erhältlich sind. Der Händler bietet zwei Varianten an, eine mit einem 800 MHz schnellen Prozessor und eine mit 1 GHz. Zumindest laut Beschreibungen bietet das Gerät alles, was man benötigen könnte: 1 GB DDR3-RAM, DNLA-Fähigkeit für Medien-Streaming, WLAN IEEE 802.11 b/g/n, microSD-Slot, USB-Port für Festplatten, Speichersticks, Tastaturen sowie Hubs und die Unterstützung quasi aller aktuellen Medienformate. Von einer ruckelfreien Full-HD-Darstellung ist ferner die Rede.

Hier findet ihr einen ausführlichen Praxistest des TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick von Pearl.

Kostenpunkt für TVPeCee: 99,90 Euro für die 1-GHz-Version. Und damit liegt das Gerät im normalen Rahmen. Günstiger und technisch dezent besser geht es freilich auch...

U-Host Super Mini HDMI Dongle

Bei den Funktionen bietet der U-Host von Smallart Limited keine Unterschiede, obwohl das quasi veraltete Android 2.3 installiert ist. Das Betriebssystem greift jedoch auf einen flotteren Dualcore-Prozessor (Cortex A9, 1 GHz) und einen PowerVR SGX530-Grafikchip zurück. Dagegen verbaut das Unternehmen nur 512 MB Arbeitsspeicher. Geblieben sind Auflösungen von bis zu 1.080p, 4 GB Flash-Speicher, Wi-Fi und alle erdenklichen Dienste - von Facebook bis hin zu YouTube. Dank USB-2.0-Port können auch hier externe Festplatten oder Speicherstick angeschlossen werden. Mit seinem Preis von 73 US-Dollar geht es aktuell kaum günstiger – könnte man meinen. Aber die Preisspirale dreht sich noch weiter nach unten.

Oval Elephant

Der Oval Elephant erscheint Ende Juli in den USA und man kann ihn bereits vorab für 72,49 Dollar ordern. In dem kleinen Stick verrichten ein auf 1,5 GHz getakteter Cortex A8 Prozessor und die MALI 400 Grafikeinheit ihre Dienste. 1 GB RAM, 4 GB Flash-Speicher, ein microSD-Slot, Wi-Fi, USB 2.0 und HDMI 1.4 (bis 2.160p) fehlen nicht. Android 4.0 ist von Haus aus vorinstalliert, alternativ spielt man die Linux-Distribution Linaro auf. Sonst bleibt alles wie bei den anderen Modellen.

Mini X TV

Brando hat den Mini X TV im Angebot, der bei 89 US-Dollar liegt. Auch hier können Android 4.0 und Linux (Ubuntu, Fedora, Puppy) installiert werden. Der Cortex A10 Chip (1 GHz, SingleCore), 512 MB RAM, Wi-Fi, 4 GB Flashspeicher und zwei USB-Host-Ports bewegen sich im Rahmen des Üblichen, hinzu gesellen sich ein microSD-Kartenslot und HDMI 1.3. Für den Preis erhält man eine Fernbedienung dazu, mit der man beispielsweise bequemer Videos abspielen kann. Gegenüber den Konkurrenten verlangt der Mini X TV Strom mittels eines AC-Adapters, der im Lieferumfang enthalten ist.

iPPea TV

Einen Preisbrecher bieten MiPS Technologies und iPPea an. Für gerade mal 50 Dollar kann man den iPPea TV bestellen. Für das schmale Sümmchen gibt’s einen 1,2 GHz getakteten JZ4770-Prozessor, 2 GB Flash-Speicher, USB-2.0-Anschluss, Wi-Fi, einen microSD-Slot und Videoausgabe bis 1.080p. Android 4.0 ist bereits vorinstalliert.

Aber braucht man es wirklich?

Die Liste könnte sicher noch deutlich vergrößert werden, denn weitere Hersteller - speziell aus dem asiatischen Raum - versuchen sich an ähnlichen Geräten. Erkennbar sind die konzeptionellen Parallelen, ungefähr ähnliche Leistungsangaben und im Kern stets das gleiche Konzept: Android soll auf den Fernseher kommen und ihm die trendigen Smart-TV-Funktionen beibringen. Egal ob TVPeCee oder iPPea - stets werden die Sticks damit beworben, dass man auch Spiele verwenden, im Internet surfen oder eben bei YouTube Videos angucken kann.

Trotzdem bleiben einige Fragen offen und darunter vor allem eine: Braucht man so etwas wirklich? Vor allem, wenn man bereits ein Android-basiertes Tablet oder Smartphone auf dem Couchtisch liegen hat? Was meint ihr dazu? Falls das Interesse entsprechend ist, schauen wir uns für euch natürlich gern ein Testgerät an. Denn eine andere offene Frage ist: Wie gut funktioniert es überhaupt?

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