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09.01.17

Software

Android for Work: Mehr Sicherheit bei der mobilen Arbeit

Sven Wernicke

Es ist nicht einfach nur eine App, die sich Nutzer aufs Smartphone oder Tablet laden. Android for Work ist ein von Google stammendes Programm, das Sicherheit und Produktivität bei der Arbeit mit mobilen Geräten verbessert. Für jeden ist das allerdings nicht gedacht.


(Bild: Google)

Was ist Android for Work?

Für Außenstehende mag Android for Work etwas abstrakt klingen. Letztlich richtet sich der Service an Unternehmen. Diese erhalten eine umfassende Lösung, die aus Basis-Funktionen für das mobile Betriebssystem Android, einem speziellen App-Store und weiteren Tools besteht. Die Elemente können über Schnittstellen verwendet werden, die Google Enterprise-Mobility-Management-Anbietern zur Verfügung stehen. Auch Firmen selbst können Programme entwickeln, die von Android for Work Gebrauch machen. Beispielsweise Anwendungen für die Smartphones aller Mitarbeiter.

Durch Android for Work soll die Sicherheit von Unternehmensdaten erhöht werde. Richtlinien zur Verhinderung von „Leaks“ können von Verantwortlichen verwendet werden. Ebenfalls spielt die App-Sicherheit eine maßgebliche Rolle. In dem Google Play for Work-Bereich finden sich Programme und Tools fürs Business. Zuständige Mitarbeiter tragen dafür Sorge, dass Apps aus unbekannten Quellen nicht installiert werden dürfen oder nur individuelle App-Konfigurationen gelten.

Ferner wird durch Android for Work die Gerätesicherheit gesteigert. Informationen auf den Laufwerken der Smartphones und Tablets werden verschlüsselt. Zusätzliche Kernelemente sind ein Sperrbildschirm, eine Remote-Zertifizierung und ggf. ein auf Hardware basierender Schlüsselspeicher.

Wie nutzt man Android for Work?

Android for Work sollte man keineswegs nur als eine App zum Herunterladen verstehen. Vielmehr stellt Google APIs und Features bereit, von denen Partner des Software-Giganten Gebrauch machen. BlackBerry, VMWare Airwatch, Citrix, IBM oder SAT haben entsprechende Angebote parat.

Google selbst vereint das Android for Work-Programm in G Suite (ehemals als Google Apps for Work bekannt), das sich als Komplett-Paket für alle Eventualitäten versteht. E-Mail-Programm, Messenger, Kalender, Online-Speicher, Office (Docs, Tabellenkalkulation, Formulare, Präsentationen, Webseiten) und Fernwartung basieren auf den auch Privatanwendern bekannten Apps, gehen aber deutlich weiter.

Sicherere E-Mail-Adressen für Mitarbeiter, das Schützen und Löschen von Daten für IT-Mitarbeiter, eine Admin-Konsole mit Remote-Zugriff und eine einfache Migration von Informationen aus anderen Umgebungen wie IBM Notes und Microsoft verspricht Google – natürlich gegen Gebühr. Eine kostenlose Testphase wird jedoch angeboten – direkt auf der offiziellen Webseite.

Wozu ist Android for Work gut?

Diverse Anwendungsbeispiele zeigen, dass Android for Work bzw. die jeweilige Enterprise-Mobility-Management-Lösung allerlei Vorzüge bringt. So werden geschäftliche und private Daten strikt voneinander getrennt. Dank Remote-Steuerung kann so ein IT-Mitarbeiter Firmendaten von dem Smartphone eines Kollegen löschen, ohne dabei auf dessen private Files zuzugreifen. Zudem können auf einem Firmenhandy persönliche Apps und Programme für die Arbeit parallel installiert werden, eine visuelle Trennung ist vorgesehen.

Hardwareseitige Verschlüsselung, Richtlinien, die vom Administrator definiert werden, volle Flexibilität und sicherlich auch ein bekanntes Arbeitsumfeld dank Android und privaten Usern bekannte Apps sind zweifelsohne die Stärken von Android for Work bzw. G Suite.

Alternativen bzw. Konkurrenten zu Android for Work

Selbstverständlich ist Google nicht allein in diesem großen Markt unterwegs. Produktive Arbeit ist schließlich ein bedeutendes Segment für Betriebe– egal, ob kleines Startup oder milliardenschwerer Konzern. In eine fast identische Richtung geht beispielsweise Samsung Knox, das allerdings nur für Mobilgeräte des koreanischen Herstellers gedacht ist. Obwohl Microsoft ein Android for Work-Partner ist, ist Office 365 Business ein direkter Konkurrent, bei dem die bewährten und beliebten Programme Word, Excel, Outlook oder Powerpoint plattformübergreifend Verwendung finden.

Und natürlich auch Apple mischt in diesem Bereich mit. Apple für Unternehmen vereint alle Stärken des Giganten – auf der einen Seite die gesamte Hardware-Palette, auf der anderen Seite leistungsstarke Apps sowie Dienstleistungen. 

Wer braucht Android for Work?

Als Privatperson stellt sich die Frage gar nicht erst: Android for Work bzw. G Suite und andere auf dem Programm basierende Services richten sich ganz klar an Unternehmen, die großen Wert auf Effizienz, Flexibilität, Sicherheit und Mobilität legen. Android und millionenfach genutzte Apps (Gmail und Co.) als Basis zu verwenden, erleichtert auch Mitarbeitern den Einstieg und Umgang mit firmeninternen Informationen auf Smartphones und Tablets.

Generell ist Android for Work eine facettenreiche Basis, die gerade für Firmen mit Mitarbeitern zum Beispiel im Außendienst praktisch sein kann. Startups erhalten gewiss eine geeignete Plattform für den produktiven Arbeitsalltag. Einzelunternehmer werden dagegen die Möglichkeiten kaum in Anspruch nehmen müssen, auch weil ohnehin Privates mit dem Geschäft verschmilzt. Für eine strikte Trennung kann sich ein Blick auf G Suite andererseits durchaus lohnen. 

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