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02.01.13

Phablets: Wird 2013 die Lücke zwischen Smartphones und Tablets geschlossen?

Samsung Galaxy Note - das Phablet, mit dem alles begann?

Eigentlich jeder Smartphone-Hersteller hat seine Modelle in diesem Jahr im Schnitt größer gemacht. Als nächstes dürfte die Barriere zwischen Smartphones und Tablets endgültig fallen: 2013 könnte das Jahr der "Phablets" werden.

"Mini" war in diesem Jahr nach Samsungs Definition das 4,0-Zoll-Display des Galaxy S3 Mini. Böse Zungen könnten dies einen Seitenhieb auf Apple und sein gleich großes Display des iPhone 5 nennen. Andere werden darauf hinweisen, dass das IT-Magazin "PC Welt" noch im Dezember alles ab einer Größe mit 4,0 Zoll als "XXL-Displays" einstufte. Einig werden wir uns da heute nicht.

Eines aber ist sicher: 2012 ging der Trend hin zu größeren Smartphone-Displays. Der Screen im iPhone 5 - von 3,5 auf 4,0 gestreckt. Samsungs Galaxy S3 hat mit 4,8 Zoll das größere Display als sein Vorgänger Galaxy S2 (4,3). Nokias Lumia 920 überbietet den Bildschirm des Vorgängers Lumia 900 um 0,2 Zoll. Und auch die Spitzenmodelle von HTC, LG oder Sony - alle jeweils mit mehr Screen als ihre Vorgänger.

Zwingend notwendig ist das nicht. Mehr Hauptspeicher, besserer Empfang, schnellere Reaktionszeiten, leuchtendere Farben, am besten noch bei gleichzeitig längerer Akkulaufzeit - das wären Dinge, über deren Vorteile wir nicht lange diskutieren müssten. Bei der Größe eines Smartphones gehen die Meinungen hingegen auseinander.

Vielleicht waren Samsung die ersten, die im vergangenen Jahr mit dem Galaxy Note und seinem 5,3-Zoll-Bildschirm den "Phablet"-Trend begründet haben. Dieses Kunstwort - eine Mischung aus "Phone" und "Tablet" beschreibt Geräte, die die Lücke zwischen Smartphone und Tablet schließen sollen. (Seltener liest man auch die Bezeichnung "Smartlet".) Spätestens ab 5 Zoll nehmen Smartphones eine Größe an, bei der das Telefonieren am Ohr für Außenstehende ulkig wirkt und sich die Geräte nicht mehr so leicht in der Hosentasche verstauen lassen. Tablets indes verlieren viele ihrer Vorzüge, wenn sie deutlich kleiner als 7 Zoll werden.

Lücke wird besetzt

Die Hemmschwelle, in dieses Becken zwischen 5 und 7 Zoll zu springen, ist in diesem Jahr gesunken. Viele stehen bereits am Rand und fühlen mit dem großen Zeh, wie kalt das Wasser wirklich ist: Google, Samsung und Amazon veröffentlichten Tablets mit exakt 7,0 Zoll Bildschirmdiagonale. Auf der anderen Seite besetzten einige Smartphone-Hersteller die 5,0-Zoll-"Grenze" für Smartphones: LG hatte mit dem Optimus Vu eher bescheidenen Erfolg, wie auch Panasonic mit dem Eluga Power. Das hält die Hersteller aber längst nicht davon ab, bereits die nächste Generation ins Rennen zu schicken: LG versucht es noch einmal mit dem Optimus Vu 2 und aktuell tauchen gleich mehrere künftige Modelle mit 5,0-Zoll-Display auf. HTC schickt das Deluxe ins Rennen, Samsung hält mit dem Galaxy Grand dagegen. Gleich einige Fünfzöller kommen aus China, wie Huaweis Ascend D2, das Oppo Find 5 oder das ZTE Nubia Z5.

Bis auf Samsungs bemannte Raummission mit dem Galaxy Note (5,3 Zoll) und dem Note 2 (5,5), gab es bislang wenige seriöse Expeditionen in die Wildnis jenseits der 5,0 Zoll. Aus China kommen die jeweils 5,2 Zoll großen Smartphones "Fizz" und Haipai i9220. Als weitere Modelle findet man das weitgehend unbekannte Icarus Wave mit 5,1 Zoll und das 5,2 Zoll große Simvalley SPX 8 aus dem Pearl-Versand. Huawei macht unterdessen keine halben Sachen mehr: 6,1 Zoll soll das neue Ascend Mate messen, das Manager Richard Yu kurz vor Weihnachten einigen Interessierten in einem Store in Kanton bereits inoffiziell zeigte:

Nerdiges Aussehen

Auf Bildern wirkt das sehr groß für ein Smartphone, aber nicht so groß, dass Yu es nicht mit einer Hand halten könnte. Im kommenden Jahr werden wir also oft vor der Frage stehen, wie groß eigentlich "zu groß" ist. War das für mich eigentlich bereits beim 5,3 Zoll große Galaxy Note der Fall, traf ich zuletzt immer mehr Menschen, die mich vom Gegenteil überzeugen wollten. Das Galaxy Note hat erstaunlich viele Fans! Befürworter mögen Phablets, weil diese für sie genau die richtige Größe haben, um Websites anzuzeigen, Nachrichten zu tippen, Bilder und Videos großformatig zu betrachten. Full HD, einen Quad-Core-Prozessor mit 1,8 GHz und einen 4.000-mAh-Akku gibt es im Falle des Ascend Mate noch als Feature obendrauf.

Größtes Gegenargument für ein Phablet dürfte nach wie vor das nerdige Aussehen sein. Wer sich den Klumpen ans Ohr hält oder ihn aus der Hosentasche herausragen lässt, weil er dort nicht ganz hereinpasst, der sieht dabei ganz einfach unästhetisch aus. Das eine Problem könnte man über ein Headset umgehen. Wer mit dem anderen leben kann, der bekommt einen mobilen Begleiter mit einem großen Screen für alle wichtigen Aufgaben.

Größere Screens sind vor allem dann erstrebenswert, wenn sich die Maße des Geräts dadurch nicht erhöhen. Das Motorola RAZR i etwa ist mit seinem "randlosen" 4,3-Zoll-Display kaum größer als Apples iPhone 4S mit 3,5 Zoll. Größere Screens sind begrüßenswert, größere Smartphones bleiben Geschmackssache. 2013 werden wir auf jeden Fall mehrere Expeditionen in die Wüste zwischen 5 und 7 Zoll sehen. Irgendetwas sagt mir, dass viele davon scheitern werden - aber längst nicht alle.

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