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16.05.13

1stFone: Simples Handy für Kinder

Das 1stFone ist ein Einfachst-Telefon für Kinder - und Senioren. Bilder: Hersteller.

Das 1stFone soll Kinder im Alter von vier bis neun Jahren schnell und leicht mit ihren Eltern verbinden.

Der Hersteller propagiert vor allem die Sicherheit vor dem bösen, mobilen Internet. Der Schritt, das Smartphone deswegen auf das notwendigste herunterzureduzieren, wirkt übertrieben, das Telefon allerdings für viele Einsatzgebiete interessant.

Ja, es gibt viel Schmutz im Netz, vor dem man Kinder bewahren sollte. Auch Smartphones sind davor natürlich nicht gefeit. Und wenn Kinder erst einmal den Weg ins mobile Internet gefunden haben, sind sie vor unschönen Phänomenen wie Sexting praktisch ungeschützt. So die offizielle Herangehensweise des britischen Herstellers OwnFone.

Sexting ist mit dem 1stFone alleine schon deswegen nicht möglich, weil sich damit nur Telefonate führen lassen. Der Besitzer kann angerufen werden oder über vordefinierte Wahltasten Teilnehmer wie Mama, Papa oder Oma anrufen. Mehr geht nicht. SMS schicken oder gar das mobile Internet benutzen, ist über das 1stFone technisch nicht möglich.

Das 1stFone kann wahlweise mit zwei, vier, acht oder zwölf Namen und damit Kurzwahltasten belegt werden. Für die Optik stehen knapp 50 bunte Designs zur Verfügung. Die Namen, die auf den Kurzwahltasten erscheinen sollen, werden bereits vor der Bestellung eingetragen. Auf Wunsch lässt sich ein Tastenfeld auch mit der Notruftaste (in Großbritannien die 999) belegen. Diese muss dreimal gedrückt werden, damit das 1stFone einen Notruf absetzt.

Sinnvoll für die Erziehung?

Das Design ist ebenso bunt wie schlicht: Das Gerät ist nur etwas größer als eine Kreditkarte und wiegt nur etwa 40 Gramm. Es lässt sich mit Hilfe eines Bands auch um den Hals tragen. Der Kostenpunkt laut OwnFone: 55 britische Pfund, umgerechnet etwa 65 Euro. Die eingetragenen Nummern und Namen lassen sich später nur noch mit Hilfe der OwnFone-Hotline ändern. Es werden neue Namensschilder herausgeschickt, oder das Telefondesign wird erneut ausgedruckt. Die Nummern sind nicht auf dem Telefon selbst, sondern bei OwnFone in der Cloud gespeichert. Das schützt auch vor Missbrauch, sollte das Telefon einmal verloren gehen.

Über den Erziehungswert muss man jetzt natürlich streiten. Ist es sinnvoll, Kinder die Benutzung von Touchscreen-Phones und -Tablets vorzuenthalten, um sie vor den Gefahren aus dem Netz zu schützen? Persönlich erscheint mir eine betreute Nutzung des mobilen Webs da sinnvoller. Das 1stFone kann aber gerade da helfen, wo die Eltern nicht aufpassen können: in der Schule, beim Spielen oder auf Klassenfahrten. So eignet sich das 1stFone gut für den Notfall - übrigens auch oder vor allem für Senioren. Wem die Bedienung eines Smartphones oder Handys zu teuer ist, und wer im Notfall nur eine Taste drücken kann, für den ist das 1stFone ein fantastisch einfaches Handy.

Das 1stFone ist zunächst nur für den britischen Markt geplant. Über einen Marktstart in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verraten die Hersteller leider nichts.

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