Riesen-Smartphones: Phablets und Smartlets

Apple iPhone 6 Plus (Bild: Pixabay)
Apple iPhone 6 Plus (Bild: Pixabay)

XL-Smartphones sind praktisch, obwohl sie nicht mehr unbedingt in Hosentaschen passen. Die sogenannten Phablets oder Smartlets erfreuen sich im wahrsten Sinne des Wortes großer Beliebtheit. Und dafür gibt es gute Gründe.

Begriffserklärung Phablet / Smartlet

Die Bezeichnung Phablet setzt sich aus den Begriffen Phone bzw. Smartphone und Tablet zusammen. Smartlet stellt eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet dar. Beide Begriffe sind im Einsatz, doch Phablets wird in der Fachpresse häufiger benutzt. Im Englischen gibt es sogar den Begriff „Phabulous“ (phantastisch).

Da Phablet und Smartlet im allgemeinen Sprachgebrauch eher unbekannt sind, wird weiterhin vom Smartphone gesprochen, ohne dabei auf die Eigenarten der Geräteklasse sprachlich einzugehen. Und wenn, dann ist die Rede von Riesen-Handys bzw. Riesen-Smartphones oder XL-Handys bzw. XL-Smartphones.

Definition: Was bedeutet Phablet?

Hierbei handelt es sich um Smartphones mit Übergröße. In der Regel spricht man bei Handys mit einer Bildschirmdiagonalen zwischen fünf und sieben Zoll von Phablets oder eben Smartlets.

Mobile Geräte über sieben Zoll fallen in die Kategorie der Tablets, sofern man damit nicht telefonieren kann. Das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Da Phablets übergroße Smartphones und eben keine Tablets sind, muss die Grundfunkion – die Telefonie – vorhanden sein. Hersteller bezeichnen ihre Geräte normalerweise auch als Smartphone, betonen allerdings die auffällige Displaygröße.

Manche Phablets bieten zur Eingabe zusätzlich noch einen Stift an. Damit können beispielsweise handschriftliche Notizen einfacher verfasst werden.

Die Phablet Historie

Phablets existierten bereits, bevor es dafür einen Begriff gab. Das HTC Advantage X7500 (Release: 2007) gilt als das erste Handy dieser Art. 2011 machte Samsung mit dem Galaxy Note diese Geräteklasse bekannt.

So gesehen dürften zahlreiche PDAs aus der Ära vor den Smartphones in die Kategorie fallen, mit diesen konnte man damals teils auch telefonieren. 

Riesen-Smartphones: Bekannte Modelle

Zu den bekanntesten Vertretern der Phablets-Klasse gehört zweifelsohne die Galaxy-Note-Serie von Samsung, die 2016 mit dem Galaxy Note 7 für Schlagzeilen sorgte: Akku-Probleme führten dazu, dass der koreanische Konzern alle Telefone zurückrief und das Modell komplett vom Markt nahm.

Das Galaxy Note 7 ist dennoch ein technisches Paradebeispiel für ein Top-Phablet der Gegenwart: Das Display verfügt über eine Diagonale von 5,7 Zoll und eine Auflösung von 2560x1440 Pixeln. 4GB Arbeitsspeicher, leistungsstarker Octacore-Prozessor und alle erdenklichen Funktionen eines Highend-Smartphones fehlen nicht. In eine ähnliche Richtung schielen Mitbewerber wie das Motorola Nexus 6 von Google mit seinem 6 Zoll großen Bildschirm.

Dagegen sind viele Firmen nicht mehr ganz so risikofreudig. Displays mit Ausmaßen deutlich über 5,5 Zoll sind heutzutage eher selten. Ausnahmen sind zum Beispiel das mächtige Huawei Mate 9 mit seinem 5,9 Zoll Display und imposanter Performance. Im Vergleich dürfte das Samsung Galaxy S7 Edge (5,5 Zoll Display) recht klein wirken, obwohl sich dieses Telefon ebenfalls in der Smartlet-Kategorie befindet.

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Samsung Galaxy S7 (Bild: Samsung)

Alle genannten Phablets setzen auf Android als Betriebssystem. Wer Windows favorisiert, erhält mit dem Microsoft Lumia 950 XL die einzig nennenswerte Alternative. Im Bereich iOS sollte das iPhone 7 Plus nicht unerwähnt bleiben. Dieses verfügt über einen 5,5 Zoll Retina Display und ist mächtigste iPhone der Gegenwart. 

XL-Handys: Muss es das iPhone 7 Plus sein?

Wer den Kauf eines Phablets in Erwägung zieht, dem sei zur Display-Größe von 5,5 Zoll geraten. Der Grund ist ein einfacher: Hier ist das Sortiment am vielfältigsten, das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten. Und die Geräte befinden sich in einem Bereich, in dem sie einerseits angenehm handlich, anderseits gut verstaubar und optimal zu bedienen sind. Mit dem Motorola Moto G4 Plus, dem Google Pixel XL oder besagtem Samsung Galaxy S7 Edge bewegen sich einige spannende Kandidaten in diesem Segment.

Ein Blick auf die Preise macht auch klar: Es muss nicht zwangsläufig ein iPhone 7 Plus sein, das gut und gerne 1.000 Euro kostet. Schon für ein Viertel des Preises sind qualitativ gute Android-Handys verfügbar. Und für die Hälfte winken zum Teil schon die besten Android-Smartphones, die sich nicht vor dem Apple-Glanzstück verstecken müssen.

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Wenn’s doch ein „Riese“ für den schmalen Taler sein soll, dann seien Cubot Max und Meizu Pro 6 erwähnt. Zweitgenanntes mag kein Schnäppchen mehr sein, allerdings ist es technisch mit dem Galaxy Note 7 vergleichbar, das preislich in einer völlig anderen Liga angesiedelt gewesen wäre. 

Smartlets sind ein Wachstumsgeschäft

Der Grund, warum immer mehr Hersteller Plus-Size-Modelle ihrer Handys herausbringen, sind die Absatzzahlen: Der Markt mit Phablets bzw. Smartlets wächst seit einigen Jahren. Laut den Hochrechnungen sollen 2017 weltweit rund 350 Millionen Einheiten abgesetzt werden.

Das größte Wachstum im Markt der Hybride aus Smartphone und Tablet wird im asiatischen Raum gesehen, dahinter in Nordamerika und Westeuropa.

Vor- und Nachteile von Phablets bzw. Riesen-Smartphones

Der Vorteil von Phablets ist ein offensichtlicher: Mit einer Größe von fünf, sechs oder sieben Zoll liegen die mobilen Devices gut in der Hand. Zudem können Texte, Fotos, Webseiten oder andere Inhalte aufgrund der großen Displays besser gesehen werden. Gerade das macht die XL-Smartphones für ältere Menschen (Stichwort: Silver Generation) oder Personen mit einer Sehschwäche attraktiv.

Die im besten Fall auch noch hochaufgelösten Bildschirme bringen weitere Vorzüge mit sich: Vor allem der Genuss von Multimedia-Inhalten – und sei es nur das Anschauen von Filmen während einer Zugfahrt – ist bei Phablets mit 5,5 Zoll und mehr ausgesprochen angenehm. Ebenso lassen sich so schnell und spontan Bilder, Videos und dergleichen präsentieren, auch wenn mal kein Beamer bzw. Projektor zur Verfügung steht. Anwendungen wie Google Kalender, soziale Netzwerke und Office-Tools lassen sich schlicht besser bedienen, gerade dann, wenn man zur Eingabe noch (optionale) Stifte verwendet. Gerade im Business-Bereich sollte dieses Feature nicht unterschätzt werden.

Die Stärke, die durch die Display-Größe kommt, ist zugleich die wohl gravierendste Schwäche von Phablets: Ein Smartphone mit einer Bildschirmdiagonale von sechs Zoll und mehr passt kaum noch in eine Hosen- oder Hemdtasche. Oftmals ist es auch empfindlicher. Es empfiehlt sich daher, den Touchscreen zusätzlich zu schützen.

So oder so: Umso größer das Smartlet, umso mehr leidet die Usability. Das Bedienen mit einer Hand ist zum Teil gar nicht möglich. Wer unsicher ist, ob ein Phablet die richtige Wahl für Arbeit und Alltag ist, sollte vor dem Kauf einen „Anfass-Test“ durchführen. 

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