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14.04.14

Zeitraubende Gespräche vermeiden: Freundlich, aber bestimmt Distanz herstellen

Es gibt Gespräche, für die man im Moment einfach keine Zeit hat. Wie macht man das den potentiellen Gesprächspartnern freundlich, aber bestimmt klar?

Felipe Cabrera bei flickr.com (CC BY 2.0)Vor einiger Zeit habe ich einen zweiteiligen Beitrag zum Thema »Wie man verhindert, dass einem Zeit gestohlen wird« bei imgriff.com veröffentlicht. Er sorgte für kontroverse Diskussionen. U.a. hieß es:

»Ich finde den Artikel wirklich nicht gelungen. Es gibt wirklich freundlichere und höflichere Möglichkeiten, mit penetranten Mitmenschen umzugehen. Man trifft sich im Leben ja immer zweimal. Oft dann auch in veränderten Rollen…«

Tatsächlich gibt es weitere Möglichkeiten, sich nicht die Zeit stehlen zu lassen - z.B., indem man freundlich, aber bestimmt »Nein« sagt. Oder aber indem man Gespräche, für die man jetzt keine Zeit hat, von vornherein freundlich, aber dezidiert durch höfliche kleine Signale beendet.

Tipps, um sich freundlich von Gesprächspartnern zu distanzieren

  • Das Gespräch von Anfang an in richtige Bahnen lenken: Du willst höflich sein, aber nicht viel reden? Frage nie »Wie geht es Dir?« (das ist eine Einladung zu einem vertraulicheren Gespräch) sondern: »Was kann ich für Dich tun?«
  • Schaue auf die Uhr. Nutze eine kleine Gesprächspause, um mit Bedauern festzustellen: »Oh, es ist ja schon so spät!«
  • Wechsle in die Vergangenheitsform, verbunden mit einem Kompliment: »Es war sehr nett, mich mit Dir unterhalten zu haben.«
  • Verweise auf die Zukunft: »Diese Diskussion sollten wir an anderer Stelle ausweiten« oder »Ein interessanter Gedanke, den sollten wir bei Gelegenheit weiterverfolgen.«
  • Verweise auf Termine: »Ich muss mich jetzt leider verabschieden.« Schiebe nach: »Aber es war sehr interessant, wieder einmal mit Dir zu sprechen.«
  • Mache klar, dass Du auch zukünftig an den Gesprächspartner denken wirst: »Ich maile Dir gleich noch die notwendigen Informationen zu!« Dabei ist natürlich wichtig, dass man sich auch an das Versprechen hält.
  • Ein Kollege, für den Du jetzt keine Zeit hast, steuert auf Dein Büro zu? Demonstriere Zeitnot: Tue so - am besten mit Unterlagen unter dem Arm – als wolltest Du soeben das Büro verlassen.
  • Gerade wenn Du Menschen nicht kennst, gibt es schnell Missverständnisse, weil Du ungewollt wunde Punkte anschneidest - und die können zu zeitraubenden Diskussionen führen. Beispielsweise schwärmst Du von den Spaziergängen mit Deinem Hund. Da sagt der Kollege: »Ach, Du bist auch einer von diesen Hundehaltern? Ich bin kürzlich von einem Hund gebissen worden.« Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit die harmlose Unterhaltung nicht zur Grundsatzdiskussion wird.
  • Wenn Du daher merkst, dass Du ins Fettnäpfchen getreten bist: Sage etwas Beschwichtigendes, etwa: »Das kommt immer auch darauf an, wie so ein Hund erzogen ist.« Beharre dann aber nicht auf Deiner Position, sondern leite zu einem anderen, positiv besetzen Thema über.

 

Bild: Felipe Cabrera bei flickr.com (CC BY 2.0)

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