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10.04.08

Wie man Entscheidungen unter Zeitdruck fällt

Ohne Zweifel: Wichtige Entscheidungen sollten gut überlegt sein. Aber oft hat man schlicht nicht die Zeit dafür. Wie also fällt man unter Zeitdruck am besten eine Entscheidung?

Wenn Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben, braucht man Ruhe, um Informationen zu sammeln und diese gegeneinander abzuwägen. Das gilt besonders dann, wenn die Entscheidung nicht nur für das eigene Leben gilt, sondern auch Auswirkungen auf andere hat - zum Beispiel auf die Familie oder auf Mitarbeiter, für die man Verantwortung trägt.

Das Problem ist nur: Nicht immer hat man die nötige Zeit, eine Entscheidung in Ruhe zu fällen. Da steht plötzlich der Chef in der Tür und will wissen, wie man in dieser oder jener Angelegenheit entschieden hat. Oder es ergeben sich neue Situationen, und man muss ganz spontan eine Entscheidung fällen. Bauchentscheidung sind indes nicht Jedermanns Sache. Darum hier ein paar Tricks, wie man mit Entscheidungen unter Zeitdruck umgehen kann:

Erstmal: Herrscht wirklich Zeitdruck? Finde heraus, was der Grund des Drucks ist. Wer erzeugt ihn? Und warum? Nehmen wir als Beispiel mal den Chef, der gestresst ist, weil ein wichtiger Kunde ihn nervt. Frag doch einfach mal Deinen Chef, was dagegen spricht, die Entscheidung in Ruhe zu fällen? Führe Argumente an, warum Du für die Entscheidung mehr Zeit brauchst. Mach dem Chef klar, dass der Kunde zwar wichtig ist, dass es aber noch wichtiger ist, eine wirklich optimale Entscheidung zum Wohle der Firma - und des Kunden - zu treffen. Und dafür brauchst Du eben noch mehr Informationen und Ruhe zum Nachdenken.

Meist hat man dann in solchen Situationen ein Aha-Erlebnis: Es zeigt sich: Wenn man erstmal nachfragt, ist die Entscheidung doch nicht so dringend, wie es auf den ersten Blick schien.

Und wenn es doch mal wirklich dringend ist? Nur keine Panik. In solchen Situationen kannst Du einige Soforthilfemaßnahmen anwenden:

  • Behalte einen klaren Kopf. Vermeide Panikanfälle. Gehe die folgenden Schritte einzeln nacheinander durch.

  • Nimm Dir Zeit für Dich. Alleine, und wenigstens fünf Minuten. Nicht darüber diskutieren und Zeit verschwenden! Mach den Anderen klar: Du brauchst die Pause, um optimal zu entscheiden - zum Wohle aller. Wenn möglich, geh einen Moment an die frische Luft.

  • Beobachte Dich beim Entscheidunsgprozess. Schreib dir auf: Wie entscheidest Du Dich spontan? Entscheidet Dein Kopf oder Dein Bauch? Unterdrücke Deine Gefühle nicht einfach, sondern halte sie schriftlich fest - positive wie negative. Denn: Auch positive Empfindungen können Deine Entscheidung "vernebeln", wenn Du Konsequenzen zu optimistisch beurteilst.

  • Analysiere rational: Worum geht es bei der Entscheidung konkret, wer und was ist betroffen? Verdeutliche Dir möglichst alle Konsequenzen Deiner Entscheidung, und hole möglichst noch zusätzliche Informationen ein.

  • Bring Bauch und Kopf zusammen. Nimm Deine spontanen Gefühle und das Ergebnis Deiner Überlegungen zusammen, und triff dann Deine Entscheidung - gegebenenfalls entgegen Deines ersten Impulses. Mach Dir klar, was Du gefühlt hast, und wie Du Deine Entscheidung anlysiert hast. Wichtig ist, dass Du genau weißt, warum Du eine bestimmte Entscheidung gefällt hast.

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