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24.02.14

Ultrabook vs. Tablet: Wie sieht das mobile Arbeitsgerät der Zukunft aus?

Der Markt der mobilen Arbeitsgeräte ist in ständiger Bewegung: Netbooks sind mittlerweile völlig out, dafür stehen sich Ultrabooks und Tablets als Kontrahenten gegenüber. Wer gewinnt?

Kerry Morrison bei flickr.com (CC BY 2.0)Wie das Arbeitsgerät der Zukunft aussieht, darüber scheiden sich die Geister. Netbooks, noch vor wenigen Jahren als kleine und leichte Alternative gefeiert, sind mittlerweile völlig out. Ultrabooks, schmäler und leichter als Notebooks, aber trotzdem mit hoher Leistungsfähigkeit ausgestattet, scheinen auf den ersten Blick die Lösung für das mobile Büro der Zukunft zu sein.

Ihnen gegenüber stehen die noch kleineren und leichteren Tablets mit einem völlig neuen Bedienkonzept: Touchscreen, Bildschirmtastatur und Apps. Werden sie es schaffen, unsere traditionellen Arbeitsgewohnheiten umzukrempeln? Welche Geräteform wird sich durchsetzen?Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, kurz nacheinander ein Ultrabook und ein Tablet zu testen. Die Testkandidaten, die mir von den jeweiligen Unternehmen für den Testzeitraum einiger Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, waren:

Beide sind mit Windows 8 als Betriebssystem ausgestattet, was die Vergleichbarkeit erleichtert, aber m.E. beiden Geräten nicht gut tut: Denn der vorgeblich große Wurf aus dem Hause Microsoft ist in Wirklichkeit ein unguter Zwitter zwischen beiden Welten, weder Fisch noch Fleisch. Klar, das Startmenü wirkt stylisch und wie gemacht für Touchscreens; wenn man allerdings «normale» Programme nutzen will, kommt man ohne Maus bzw. Stylus nicht aus. Diese ungute Mischung macht die Benutzung von Geräten, sowohl von Tablets als auch von Ultrabooks zur Qual – und meinen Test eigentlich ungerecht.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Denn geht es nach der Benutzerfreundlichkeit, hat für mich ganz klar das Ultrabook gewonnen: Mit ihm lässt sich das Betriebssystem wie gewohnt via Maus und Tastatur nutzen, das Gerät reagiert wie gewohnt schnell, ausgestattet mit 4 GB RAM, auch komplexere Arbeiten wie Videoschnitt sind daher fast so einfach wie am heimischen Desktop-PC möglich. Dazu kommt, dass der 12-Zoll-Bildschirm eine angenehme Größe zum Arbeiten hat. Lediglich Gewicht und Akkulaufzeiten schneiden hier deutlich schlechter ab.

Das Arbeiten auf dem Tablet ist für mich hingegen ein einziges Herumfuhrwerken: Ohne Stylus ist es gar nicht möglich, die kleinen Schaltflächen zu nutzen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir aus Zeitgründen keine Apps installiert, sondern auf die gewohnten Programme wie Open Office zurückgegriffen habe.

Das Hin- und Herwechseln zwischen Netbook- und Tablet-Modus, wie ich es mir im Vorfeld so schön ausgemalt habe, findet in der Realität kaum statt, da ich meist irgendetwas zu tippen habe, was im Zehn-Finger-System auf der externen Tastatur schlicht einfacher geht.

Das Tablet bleibt daher quasi die ganze Zeit in seiner Halterung und wird auf diese Weise zu einer Art Netbook mit für komplexere Arbeiten zu kleinem Bildschirm und zu wenig Arbeitsspeicher – das klassische Netbook-Problem, zu dem sich noch weitere Nachteile gesellen: Die fragile Konstruktion im Ständer, das umständliche Hantieren mit dem Stylus statt Maus – und die zwei Ladegeräte, die man nun für Tablet und Tastatur mitführen muss. Dazu kommt in diesem Fall noch die fehlende Konnektivität, z.B. fehlt ein SD-Karten-Slot; auch die Verbindung über USB, z.B. auch mit einer externen Festplatte, gestaltet sich mit Windows 8 schwierig.

Der Stylus - ein Modell mit Zukunft?

Allerdings: Der Stylus war für mich eine Offenbarung. Die Schrifterkennung funktioniert erstaunlich gut, selbst bei meiner Krakelschrift und sogar bei Verschreibern. Hier zeigt sich die Stärke des Tablet-Systems: Man kann Notizen tatsächlich gleich direkt eingeben und in gedruckten Text umwandeln. Zudem ist diese Art der Eingabe auch bei beengten Platzverhältnissen, z.B. im Flugzeug möglich.

Noch praktischer wäre allerdings, man könnte den Text direkt in die Textdatei eingeben statt in ein separates Eingabefenster. Für mich ist es auch gewöhnungsbedürftig, Texte mit der Hand zu schreiben - ich tippe wesentlich schneller. Auch Verbesserungen im Text sind mit dem Stylus eher schwierig umzusetzen. Allerdings ertappe ich mich immer öfter dabei, wie ich Texte und E-Mails nun mit Tablet lese - ohne allerdings eine Lösung dafür zu haben, wenn ich mal schnell antworten muss.

Mein Fazit

Ein Tablet ist bislang vor allem ein praktisches Gerät, um schnell ein paar E-Mails oder Texte zu lesen – Dinge, die ich auch mit dem Handy kann. Ein vollwertiger Ultrabook-Ersatz ist es bislang kaum. Die Direkt-Eingabe von Notizen per Stylus hat Zukunft, müsste aber in der Handhabung noch verbessert werden. Überhaupt hängt die Weiterentwicklung der Tablet-Technologie vor allem an praktischten, leicht zu handhabenden Apps und ist damit vorrangig ein Software-Problem. Vielleicht sind wir aber auch einfach zu sehr Sklaven unserer Gewohnheit – denn bislang würde ich einem Ultrabook jederzeit den Vorzug geben.

 

Bild: Kerry Morrison bei flickr.com (CC BY 2.0)

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