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19.06.14

Triage – Sortieren nach Dringlichkeit

Der vor allem in der Betriebswirtschaftslehre bekannt gewordene Begriff „Triage“ stammt von dem französischen Verb „trier“ was mit „sortieren, sichten“ übersetzt werden kann. Triage beschreibt demnach zunächst einmal das allgemeine Konzept „Sortieren nach Dringlichkeit“.

Multitasking in Beruf und Privatleben – Zeitmanagement als Alternative Multitasking oder Zeitmanagement mit Priorisierung von Aufgaben | Bildquelle:
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Triage – Der Ursprung des Triageprozesses

Überraschenderweise findet der Triageprozess seinen Ursprung in der Kaffeeverarbeitung. So wurde und wird das Prinzip des Sortierens nach Qualität natürlich auch in der Kaffeeherstellung angewendet. Wenn auch die Tätigkeit des Triagierens heute nicht mehr explizit benannt wird, findet sich in der Kaffeeverarbeitung trotzdem immer noch der Begriff "Triage" als eine Bezeichnung für die minderwertigste Kaffeesorte, die aussortiert wurde und somit letzte Priorität hatte.

Diese Tätigkeit des Assortierens von Kaffeebohnen lässt den ursprünglichen Wortstamm des französischen Verbs „trier“ erahnen.

Das Verb entstammt vermutlich dem lateinischen Verb "trevere", was sich mit "zerreiben, zermahlen" übersetzen lässt und somit eine gute Herleitung für den Gebrauch der Triage in der Kaffeeverarbeitung bietet (mehr dazu hier: www.ersteinschaetzung.de)

Besonders bekannt geworden ist die Triage in der Notfall- und Militärmedizin. Triage ist ein Konzept, das die ethisch schwierige Aufgabe beschreibt, wie knappe Mittel (personelle sowie materielle Ressourcen) in Krisensituationen, wie etwa bei einem Massenanfall von Verletzten oder anderweitig Kranken, eingesetzt werden. In solchen Notsituationen besagt das Triage-Prinzip das Einteilen der Verletzten nach Schwere ihrer Verletzungen.

Die Dringlichkeit steht bei der Behandlung von Verletzten also im Vordergrund um deren Überleben zu garantieren. Darüber hinaus hat der Auswahlprozess nach dem Triage-Konzept auch in der Betriebswirtschaftslehre Einzug gehalten, insbesondere in der Wirtschaftsinformatik. Im Prozessmanagement beispielsweise bezeichnet Triage die Bestimmung der Vorgehensvariante, die in einer bestimmten Situation am besten zur Problemlösung geeignet ist.

Demand Management – Eine Form des Triage-Konzepts

Die Triage ist eng mit der Ausgestaltung des Demand Management verbunden. Demand Management bzw. Nachfragemanagement stammt wiederum aus der Medizin und bezeichnet gezielte Leistungssteuerung der aktiven Nachfrage an ärztlicher Betreuung. Krankenversicherungen versuchen beispielsweise durch Beratungs- und Informationsangebote Einfluss auf die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen durch Patienten zu nehmen. Dies soll dazu beitragen Über- und Unterversorgungen abzubauen, da von unnötigen Leistungen abgeraten wird bzw. frühzeitige Maßnahmen empfohlen werden. Dadurch wird eine effizientere medizinische Versorgung vorangetrieben und einer steigenden Nachfrage nach rasch verfügbarer und einfach zugänglicher ärztlicher Betreuung begegnet (mehr dazu hier:www.wirtschaftslexikon.gabler.de)

Dementsprechend erfolgt beim Demand Management eine Triage. Es wird eine systematische Symptombeurteilung durchgeführt, die eine Abklärung der weiteren Behandlungsschritte und deren Dringlichkeit inkludiert. Neben der Medizin, wird Demand Management, auch und vor allem, in der Energiewirtschaft als Steuerung der Nachfrage mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verwendet.

Triage im Büro – Das Eisenhower-Prinzip als System für das Zeitmanagement

Das Prinzip Sortieren nach Dringlichkeit bietet sich natürlich auch für den persönlichen Arbeitsalltag an. Für die Arbeit im Büro beispielsweise ist das Eisenhower-Prinzip eine Möglichkeit anstehende Aufgaben, je nach deren Wichtigkeit, in verschiedene Kategorien einzuteilen. Wichtige Aufgaben werden zuerst erledigt und unwichtige Dinge werden aussortiert. So kann die Triage als Prinzip für das Selbstmanagement genutzt werden. Den Namen hat dieses Prinzip von dem US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der dieses Prinzip selbst praktiziert und gelehrt hatte. Das Eisenhower-Prinzip gilt auch heute noch als probates Mittel für die Ordnung am Schreibtisch oder generell im Büro; (siehe hier zu auch:www.moebelshop24.de)

Aufgaben werden in vier Aufgabentypen unterteilt. Ausschlaggebend sind hierbei die Kriterien Wichtigkeit (wichtig/nicht wichtig) und Dringlichkeit (dringend/nicht dringend). Der Eisenhower-Matrix zu Folge gibt es dann also A-, B-, C-, und D-Aufgaben:

  • A-Aufgaben sind wichtig UND dringend, haben also erste Priorität, sollten demnach sofort und nach Möglichkeit selbst erledigt werden.
  • B-Aufgaben sind nicht dringend aber wichtig. Sie sollten terminiert und zum gegebenen Zeitpunkt abgearbeitet werden.
  • C-Aufgaben dringend, aber weniger wichtig sind. Diese Aufgaben dürfen delegiert werden.
  • D-Aufgaben sind weder wichtig noch dringend und werden nicht erledigt.

Alternativtext: Eisenhower-Prinzip für das Zeitmanagement im Büro Die Einteilung von Aufgaben nach dem Eisenhower-Prinzip in Prioritäten nach dem
Prinzip der Wichtigkeit und Dringlichkeit vereinfacht das Zeitmanagement im Arbeitsalltag

Durch die Einteilung anfallender Aufgaben in Wichtigkeits- und Dringlichkeitskategorien nach dem Eisenhower-Prinzip können Stresssituationen im Büro vermieden und Arbeitsprozesse erleichtert werden. Ein zeiteffektives und sinnvoll priorisiertes Handeln steht beim Eisenhower-Prinzip, wie auch bei der Triage im Vordergrund.

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