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01.09.11

Tipps für eine klare Kommunikation: So sagst Du, was Du meinst

Gute Kommunikation ist wichtig und macht das Zusammenleben produktiver. Bloss die Umsetzung ist nicht ganz einfach. Neun Tipps zur klaren und fairen Kommunikation.

Im letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, warum klare Kommunikation so wichtig ist. Eigentlich ist das auch jedem klar. Das tatsächliche Problem liegt woanders: Vielen Menschen haben noch gar nicht gemerkt, dass sie unklar kommunizieren! Oder sie verwechseln verständlich mit laut. Und noch schlimmer: Ihr Gegenüber fällt dann aus allen Wolken, wenn man plötzlich und aus heiterem Himmel ausflippt.

Sylvana Pollehn hat hier ein sehr schönes Beispiel von der Restaurantmanagerin Irene beschrieben, die ihre Mitarbeiter durch die Gegend scheucht, statt klare Arbeitsanweisungen zu geben. Ein anderes klassisches Beispiel: Ruhestörung in der Nachbarschaft. Die alte Dame regt sich über die Lautstärke iher jungen Nachbarin auf. Doch statt einfach mal hinzugehen und mit ihr zu reden, klare Regeln für das Miteinander festzulegen, läutet sie sturm, fordert harsch: «Ruhe bitte!», wähnt sich im Recht. Die Fronten verhärrten, der Streit eskaliert und am Ende findet man sich vor dem Richter wieder.

Doch wie funktioniert das denn nun mit der klaren Kommunikation, die andere Menschen auch verstehen? Ein paar Tipps: Vorsicht Weichmacher: Viele Menschen, die eigentlich ihren Standpunkt klar machen wollen, aber Angst haben, sich unbeliebt zu machen, nutzen Weichmacher wie «Ich meine» oder «Sollten wir nicht...». Die aber laden zum Widerspruch ein. Besser ist ein glasklares «Ich will» oder «Ich erwarte.»

Akzeptanz erhöhen: Natürlich sind nicht alle mit allem einverstanden, was Du willst. Statt aber schon von vornerei herumzudrucksen, kannst Du einfach nach der Aussage eine Begründung hinterherschieben: «Halten Sie sich an die Ruhezeite. Ich habe einen sehr anstrengenden Job und brauche meinen Schlaf!»

Alle notwendigen Informationen geben: In die gleiche Richtung geht auch dieser Tipp. Denn: Menschen sehen etwa viel eher ein, wenn sie wissen, warum etwas erwartet wird. Daher, auch wenn es im ersten Moment zeitraubend ist: Gib alle notwendigen Informationen zu einer Angelegenheit. Damit vermeidest Du auch lästige Rückfragen.

Gemeinsames Ziel definieren: Viele Menschen sind zugänglicher, wenn sie wissen, wohin die Reise geht und wenn beide Gesprächspartner ein gemeinsames Ziel haben. Beispiel Arbeitsorganisation in einem Unternehmen: «Diesen Monat gibt es viel zu tun und wir alle müssen Überstunden machen. Dafür ist der nächste Monat wesentlich ruhiger.»

Direkt zum Ziel: Eigentlich willst Du den anderen erst mit ein paar positiven News gnädig stimmen, bevor Du ihm die unschöne Nachricht überbringst? Vergiss es! Die Aufmerksamkeitskurve der meisten Menschen sinkt im Laufe eines Gespräches oft erheblich ab – und viele Gesprächspartner werden nur ungeduldig und gereizt, auch weil sie oft merken, dass etwas im Busch ist. Besser gleich zum Punkt kommen, nach dem Motto: Das wichtigste zuerst!

Der Ton macht die Musik: Gerade bei unangenehmen Gesprächen ist es oft wichtig, wie man etwas rüberbringt. Wer gereizt ist, verstärkt oft noch die negative Wirkung. Bei Stress sollte man also gerade unangenehme Gespräche lieber auf den nächsten Tag verschieben.

Falle nicht aus der Rolle: Jeder Mensch hat innerhalb der Gesellschaft bestimmte Rollen inne. Mit dem Chef oder Kunden sprichst Du vermutlich anders als mit dem Lebenspartner. Wie deutlich und direkt Du also Deinem Gegenüber werden kannst, hängt auch davon ab, in welchem Verhältnis Du zum Gegenüber stehst.

Erkenne Grenzen: Aber auch Dein Kommunikationspartner hat eine soziale Rolle. Diese solltest Du kennen und beachten. Zum Beispiel, indem Du auf einer Augenhöhe kommunizierst, statt einfach nur brüsk zu sagen: «Ich will, also machen Sie!»

Niemanden Bloßstellen: Wenn Du ein klärendes Gespräch führen musst, sollte das in der Regel unter vier Augen geschehen, um niemanden vor anderen zu brüskieren. Außer, das Thema betrifft die ganze Gruppe, dann sollten es alle gemeinsamt diskutieren.

(Bild: Discussion von Michael Eccles bei flickr.com, CC)

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