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16.07.14

Selbstbild: Wie vergangener Erfolg künftigem Erfolg den Weg bereitet

Es ist nicht nur ein Klischee: Wer bei persönlichen Projekten auf vergangene Erfolge zurückblicken kann, hat es leichter. Diese beeinflussen das Selbstbild, was zu weniger Zweifeln führt.

»Nichts führt so sehr zu Erfolg wie Erfolg« (»Nothing succeeds like success«). So lautet eine alte Weisheit aus US-amerikanischen Selbsthilfebüchern, auf die ich erstmals im 1960er-Klassiker Psycho-Cybernetics von Maxwell Maltz stieß. Was wie ein Klischee klingt, kann in der praktischen Anwendung eine regelrecht magische Wirkung entfalten, wie ich selbst am eigenen Leib spüren konnte.

Derzeit lerne ich im Selbststudium Spanisch. Nicht sonderlich engagiert und nur bedingt motiviert, aber es geht voran – wenn auch extrem langsam. Ich nutze nämlich lediglich zwei mobile Apps, Duolingo und Babbel, denen ich mich kaum mehr als fünf bis zehn Minuten täglich widme. Bis ich ein halbwegs alltagstaugliches Level erreicht habe, werden deshalb wahrscheinlich noch Jahre vergehen. Sofern ich nicht vorher aufgebe und mich einem anderen Freizeitinteresse widme.

Selbstvertrauen aus der Vergangenheit schöpfen

Faszinierend finde ich jedoch, dass mich keinerlei Zweifel darüber plagen, diese oder eine andere Sprache im Selbststudium lernen zu können. Ich weiß zwar, dass die Gefahr besteht, dass eine veränderte Prioritätensetzung in meinem Leben ein aktuelles Sprachlernprojekt abbremsen oder gar beenden könnte. Ich bin aber gleichzeitig komplett überzeugt davon, dass ich, wenn der Wille vorhanden und die Zeit eingeplant ist, ich mir jede Fremdsprache (oder andere Sprachen wie etwa das Programmieren) im Selbststudium (mit Hilfsmitteln) beibringen kann.

Woher dieses Selbstvertrauen kommt? Von einem früheren Erfolg. Ich habe mir nämlich einst Schwedisch selbst beigebracht. Ein Übungsbuch sowie Henning Mankells Krimis rund um Kommissar Kurt Wallander legten die Grundlage. Daraufhin folgte der praktischen Einsatz der neuen Sprachkenntnisse vor Ort in Schweden, das später zu meiner Wahlheimat wurde.

Zweifel verschwinden

Dieses Erfolgserlebnis hat mein Selbstbild – das Maxwell Maltz in dem eingangs beschriebenen Werk ausführlich unter die Lupe nimmt und dessen Wandlungsfähigkeit er beschreibt – nachhaltig geprägt. Denn eventuelle Bedenken, die vor dem Beginn des Schwedischstudiums darüber existierten, ob ich tatsächlich auf eigene Faust eine neue Fremdsprache erlernen können würde, sind nach dem gelungenen »Abschluss« des Projekts verflogen. Der damalige Erfolg hat mir Selbstvertrauen und Optimismus gegeben. Aus diesen elementaren Ressourcen kann ich nun schöpfen, wenn es darum geht, weitere Fähigkeiten zu erlernen. Einstiger Erfolg erhöht die Wahrscheinlich für künftigen.

Wer sich persönliche Entwicklungsziele setzt und neue Dinge erlernen möchte – seien es Sprachen, kreative Fähigkeiten, sportliche Skills – der tut deshalb meiner Ansicht nach gut daran, sich realistische Teilziele zu setzen. Diese zu erreichen, schafft das Erfolgs-Fundament, das anschließend als mentales Gegenmittel gegen alle eventuell auftretenden Selbstzweifel zum Einsatz kommen kann.

(Foto: Flickr/kk, CC BY-SA 2.0

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