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17.05.13

Scapple: Raffinierter als der Notizblock, freier als die Mindmap

Scapple will den Markt der Mindmap-Programme aufmischen. Der Clou: Das Brainstorming muss nicht mehr linear von der Mitte heraus erfolgen. Jede Idee ist gleichwertig und kann mit einer anderen verbunden werden.

Mindmap-Programme gibt es zuhauf, z.B. Mindjet, XMind, Coggle oder MindNode. Sie alle basieren auf dem Gedanken, dass ich ein zentrales Thema habe, dem verschiedene Unterthemen angegliedert sind. Dies bedeutet, dass ich zu Beginn eine Struktur vorgebe und diese dann mit neuen Elementen anreichere. Während des Brainstormings kann es aber passieren, dass ein neuer Blickwinkel nötig wird oder die Hierarchie zwischen den Themen sich ändert.

Freie Notizen ohne Hierarchie

Scapple versteht sich denn auch nicht als klassisches Mindmap-, sondern als Ideen-Tool oder gemäss Eigenwerbung als «freeform text editor». Auf der leeren «Leinwand» können überall Notizen erstellt und mit Linien oder Pfeilen verbunden werden. Es entstehen dabei aber nicht notwendigerweise Hierarchien. In seinem Ansatz entspricht Scapple damit mehr einem Blatt Papier, auf dem man während eines Gesprächs immer weitere Dinge notiert und miteinander in Verbindung bringt.

Mehr als nur Text-Notizen

Die einzelnen Notizen können mit drag&drop verbunden werden, entweder mit Linien oder Pfeilen. Als Gruppen zusammengefasst lassen sich Notizen miteinander verschieben. Zusätzlich können auch Bilder, Tabellen, Formeln etc. eingefügt werden. Eigene Farben, Schriftarten und Hintergründe dienen einerseits der visuellen Trennung, andererseits geben sie der Ideensammlung einen individuellen Touch.

In der Praxis noch nicht ganz überzeugend

Beim Test vermisste ich den klaren Aufbau eines klassischen Mindmap-Tools: Als ich mit Scapple einen Kunden-Workshop vorbereitete, resultierte eine lose Stichwortsammlung, der eben genau eine Struktur fehlte. Obwohl oder gerade weil ich alles mit allem verbinden und überall auf der Leinwand Stichwörter hinzufügen konnte, fand ich es letztlich sehr unübersichtlich und war zum Abschluss primär mit Gruppieren und Umherschieben beschäftigt. Im Grundsatz finde ich das Tool aber sehr spannend und freue mich auf Vorschläge von euch, für welche Zwecke sich Scapple eignet.

Scapple ist mit $14.99 im App Store ein eher teures Tool, verglichen mit regulären Desktop-Programmen aber durchaus preiswert. Ausserdem gibt es eine kostenlose Testphase von 30 Tagen.

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