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08.07.08

RescueTime: Was mache ich hier eigentlich?

RescueTime hilft dabei, die Zeitfresser bei der Arbeit am Computer zu identifizieren. Zu jedem Zeitpunkt wird automatisch festgehalten, mit welchen Applikationen man arbeitet.

RescueTime-LogoFür die freiwillige Datensammlung mit RescueTime muss das Tool zunächst auf dem eigenen Rechner installiert werden. Es ist für Mac OS X (ab 10.4), Windows (XP oder Vista) und Linux (wenn auch nicht offiziell unterstützt) verfügbar. Nachdem man sein Login in den Einstellungen eingegeben hat, geht es mit der Überwachung auch schon los. Anschließend können die Nutzungsdaten online im «Dashboard» begutachtet werden.

Zuvor müssen nur noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden:

RescueTime weist den benutzten Programmen und Webseiten automatisch Kategorien zu. Sie basieren zwar auf einer Abstimmung unter den Usern, können aber leider nicht geändert werden. Für die eigenen Zwecke sind sie daher auch nicht unbedingt aussagekräftig. Mittels Tags ordnet man den Einträgen jedoch Begriffe zu, die den persönlichen Bedürfnissen entsprechen. In der Anfangsphase erfordert das etwas Aufwand, da alle neu dazugekommenen Einträge bearbeitet werden müssen. Für Webseiten lohnt es sich daher, eine «Whitelist» zu erstellen. In ihr erfasst RescueTime diejenigen Sites, für die das Tool einzeln Statistiken ausweisen soll. Alle anderen werden in einen Topf geworfen und müssen dementsprechend nicht mehr mit Tags versehen werden.

Allen Tags kann ein Wert auf einer Fünferskala (von -2 bis +2) mitgegeben werden. Als produktive Tätigkeit gilt dabei das Arbeiten mit einem Programm oder einer Webseite, dessen oder deren Tags zusammenaddiert einen Wert von +1 oder +2 ergeben. RescueTime errechnet daraus zwei Maße:

  • «Efficiency»steht für die Zeit, die man mit produktiven Tätigkeiten verbracht hat - im Vergleich zur Gesamtzeit. Vier Stunden produktive Arbeit bei fünf Stunden Gesamtarbeitszeit entsprechen also einem höheren Wert als sechs Stunden produktive Arbeit bei insgesamt zehn Stunden. Dieser Wert ist für Personen wichtig, die nur eine beschränkte Zeit mit dem Computer arbeiten, daraus jedoch das beste machen möchten.

  • «Productivity» steht für die Zeit, die man gesamt mit produktiven Tätigkeiten verbracht hat - im Vergleich zu allen anderen Nutzern. Vier Stunden produktive Arbeit (bei der gleichen Gesamtarbeitszeit) entsprechen dem gleichen Maß wie vier Stunden produktive Arbeitszeit bei insgesamt 22 Stunden. Leute mit tiefem Effizientswert können hier immer noch gut abschneiden, was aber mit entsprechendem zeitlichen Aufwand verbunden ist.

Neben diesen beiden Werten finden sich im Dashboard eine Reihe von weiteren Angaben und Diagrammen:

  • Kategorien: Die Top 10 der Kategorien

  • Tags: Die Top 10 der Tags

  • Apps & Sites: Die Top 10 der Anwendungen und Webseiten

  • Tagesverlauf: Die Verteilung der gesamten Nutzungsdauer über den Tag (kann auch für einzelne Tags angezeigt werden)

  • Top-Aktivität: Zeigt, worin man am meisten Zeit investiert hat.

Neben der Tagesansicht können die Nutzungsdaten auch in einer Wochen-, Monats-, Jahres- oder «Forever»-Ansicht dargestellt werden. Letztere sind in der freien Version jedoch nicht sehr brauchbar, da die Nutzungsdaten nur drei Monate gespeichert werden. Eine wöchentliche Zusammenfassung kann man sich per E-Mail zustellen lassen.

Um das eigene Verhalten nicht nur zu überwachen, sondern auch zu verändern, setzt man sich für bestimmte Tätigkeiten Ziele. Für bestimmte Tags gibt man an, ob man weniger (oder mehr) als eine gewisse Zeitdauer damit verbringen darf (oder möchte). Ziele werden ebenfalls auf dem Dashboard angezeigt und können mit einem täglichen Bericht per RSS überprüft werden. Sind gewisse Grenzen erreicht oder überschritten, kann man sich sofort per E-Mail oder SMS warnen lassen.

Anstelle von Screenshots sei auf die gelungene Produktpräsentation auf der Webseite von RescueTime verwiesen.

Für Teams gibt es übrigens eine Gruppenversion, wo die Daten der Nutzer mit dem Team verglichen werden können. Bei mehr als fünf Usern wird ein monatlicher Betrag von je 7.95 Dollar fällig.

Fazit

Ein Programm oder Webseite kann für verschiedene Zwecke verwendet werden. Mails etwa sind mal produktiv, mal nicht. RescueTime kann dies mittels Tags nicht exakt in seinen Statistiken abbilden. Um sein Arbeitsverhalten mal unter die Lupe zu nehmen, dafür ist RescueTime dennoch geeignet. Meistens hat man ja bereits eine gewisse Vorstellung davon, wo die Zeit verloren geht. Mit RescueTime kann man sich das anschaulich vor Augen führen, und erzielt dadurch vielleicht einen Lerneffekt. Der Wille zur Veränderung muss man natürlich selber aufbringen.

Wer übrigens nur sein Surfverhalten überprüfen möchte, dem sei das kürzlich hier vorgestellte 8aweek empfohlen.

» RescueTime

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