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31.01.18

Vortrag vor Publikum

Die Kunst der Rhetorik: Präsentieren leicht gemacht

Quelle: Fotolia. com nd3000

Ein neuer Businessplan, der nächste Pitch oder die Keynote-Speech auf einer Konferenz: In vielen beruflichen Positionen kommt man nicht umhin, einen mündlichen Vortrag vor Publikum halten zu müssen. Bei vielen löst schon die bloße Vorstellung Nervosität und Schweißausbrüche aus. Doch das muss nicht sein.

Vorab: Es ist noch kein rhetorisches Genie vom Himmel gefallen. Übung macht nämlich auch bei den Präsentierfähigkeiten den Meister. Die Fähigkeit, erfolgreich zu präsentieren sowie selbstsicher und überzeugend Reden zu halten, kann sich jeder aneignen. Die folgenden Tipps und Tricks helfen dabei.

Langer Rede, kurzer Sinn

Wer kennt sie nicht: lange, geschwollene Reden, die eine im Grunde sehr einfache Aussage extrem verkompliziert zum Ausdruck bringen wollen und denen einfach jeglicher Esprit fehlt? Schnell wirken diese gekünstelt und verkrampft.

Der römische Redner und Staatmann Cicero sagte einst: "In der Rhetorik ist es der größte Fehler, von der gebräuchlichen Redeweise und dem gemeinen Menschenverstand abzuweichen".

Der bedeutende antike Rhetoriker erkannte schon zu seiner Zeit: Wer in der Kommunikation die zwischenmenschliche Ebene außer Acht lässt und sich nur auf die Sachebene konzentriert, verliert mit großer Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer - und riskiert, dass die Botschaft bei ihnen nicht ankommt. Ein Vortrag gelingt nur, wenn der Redner das Thema selbst verstanden hat und er auch komplizierte Zusammenhänge klar und deutlich präsentiert. Wer auf einen Punkt später nicht näher eingehen kann, sollte ihn lieber gleich weglassen.

Und nicht nur das Gesagte ist wichtig: Der Großteil des Informationsaustausches geschieht nonverbal. Ob das Gegenüber uns beim Reden interessiert zuhört, hängt Rhetorikexperten zufolge nur zu 30 Prozent vom Inhalt des Gesagten ab. Ganze 70 Prozent machen nonverbale Aspekte der Kommunikation aus: Gestik, Mimik, Blickkontakt, Intonation, Körperhaltung, und -bewegung, Kleidung und vieles mehr aus. Wie eine Aussage in Worte verpackt und präsentiert wird, ist also mindestens genauso wichtig wie das, was gesagt wird.

Tipps und Tricks für eine gute Vorbereitung

  1. Üben, üben, üben: Lampenfieber vor einem Vortrag ist ganz normal - und etwas Aufregung ist sogar von Vorteil. Wer einen Vortrag mehrmals laut vorm Spiegel übt, gewinnt Sicherheit, beherrscht sein Thema und kann sich auf seine Körperhaltung und Stimme konzentrieren. Außerdem weiß man durch das Üben im Vorfeld, wie lange der Vortrag dauern wird, was die Nervosität ebenfalls mindert. Weitere Tipps für Schüchterne zum Präsentieren ohne Angst und Nervosität hat der Psychologe und Persönlichkeitscoach Roland Kopp-Wichmann in seinem Blog zusammengestellt.
  2. Sich angemessen kleiden: Auch Kleider machen Redner. Kleidung ist ein wichtiges nonverbales Mittel, das bereits in den ersten Minuten darüber entscheidet, in welcher Schublade der Redner landet. Kleidung sendet unbewusst Signale aus, z. B. wenn die Farbe unpassend oder jemand nachlässig gekleidet ist. So wird jede noch so erfahrene Rednerin in pinken Klamotten als unseriös abgestempelt werden. Dunkelblau hingegen fördert die Konzentration. Auch die Passform ist wichtig. Menschen mit etwas mehr Gewicht müssen sich nicht in zu schmale Kleidung zwängen. Bei spezialisierten Anbietern wie Ulla Popken finden sie Plus-Size-Mode, in der sich auch überdurchschnittliche Größen wohl fühlen.
  3. Für Begeisterung sorgen: Kaum etwas ist inspirierender als ein begeisterter Redner: Nur wer sein Thema selbst interessant und spannend findet, schafft es, die Begeisterung auf seine Zuhörer zu übertragen und sorgt selbst mit den trockensten Inhalten für leuchtende Augen.
  4. Sich inspirieren lassen: Präsentationen anderer Redner können inspirieren. Eine bekannte Plattform für Reden zu allen möglichen Themen ist die TED-Konferenz (steht für: "Technology, Entertainment, Design"). Die Ted-Talks können als Beispiele dafür dienen, wie man freie Vorträge hält und seine Zuschauer dabei in den Bann zieht.

Visuelle Kommunikation

Die Vermittlung von Informationen bei einem Vortrag wird nicht nur durch nonverbale Aspekte wie Gestik und Körperhaltung, sondern auch durch die visuelle Kommunikation unterstützt. Heute ist sie ein essentieller Bestandteil jedes Vortrags. Durch den Einsatz moderner Medien kommt die Kommunikationsbotschaft besser und schneller an. Grafiken, Texte und Videos erleichtern das Verstehen. Visuell vermittelte Informationen wirken auf einer unterbewussten Ebene und bleiben so länger im Gedächtnis der Betrachter.

Das sollten Vortragende beim Einsatz visueller Medien beachten:

  • Ob PowerPoint, Overheadprojektor, Whiteboard, Dias oder Flipchart: Wie bei der mündlichen Rede gilt auch hier das Motto "Weniger ist mehr", damit die Visualisierung nicht in einer Reizüberflutung ausartet. Die wichtigste Gestaltungsregel lautet deshalb: "Nicht überladen!". Unter Karrierebibel.de finden Interessierte weitere nützliche Tipps zur Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen.
  • Beim Einsatz von Technik wie Laptops und Beamer sollte man sicherstellen, dass die Geräte einwandfrei funktionieren. Sind die Batterien der Fernbedienung für den Beamer geladen? Ist die Stromzufuhr gesichert? Die ersten zehn Minuten des Vortrages sind die Höchstaufmerksamkeitsphase des Publikums, die nicht vergeudet werden sollten, indem man Technikfehler behebt.

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