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04.05.09

Präsentations-Software: Prezi ist besser als Powerpoint

Mit Prezi bringt das ungarische Startup Zui Labs eine neuartige Präsentationssoftware auf den Markt, die nichtlineare Präsentationen ermöglicht - und damit einen der größten Powerpoint-Nachteile hinter sich lässt.

Alles auf einen Blick: Die Präsentation als Leinwand

Das Prinzip hinter Prezi ist simpel - wenn man erstmal auf die Idee gekommen ist. Eine Präsentation wird als unbeschränkt große Leinwand verstanden, auf der alle Elemente angeordnet werden: Texte, Bilder, Grafiken, Videos oder Flash-Anwendungen. In einem zweiten Schritt legt der Anwender einen Pfad fest: Er bestimmt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Elemente herangezoomt werden. Soweit, so gut - oder eben so Powerpoint. Beim Präsentieren bietet Prezi aber entscheidende Vorteile:

Zeige ich die gesamte "Leinwand", kann ich meinem Publikum leicht einen Überblick verschaffen. Relationen und Verbindungen zwischen den Elementen werden sichtbar; ich kann das Thema als Ganzes zeigen. Zudem kann ich an einem beliebigen Punkt der Präsentation den vorgewählten Pfad verlassen und in ein einzelnes Element hineinzoomen.

Damit kommt Prezi unserem Hirn entgegen. Denn anders als die Software Powerpoint denken wir eben nicht linear und "Slide by Slide". Auch das lästige 'Warten Sie, ich gehe mal zurück auf diese eine Folie, ähm, wo war das doch eben ...' gehört der Vergangenheit an. Prezi nutzt die Möglichkeiten des Computers als Präsentationsinstrument entschieden besser als Powerpoint oder auch dessen Mac-Pendant Keynote. Denn diese Tools stellen bloß eine elektronische Verarbeitungsform für die altbekannten Folien des Overhead-Projektors dar - viel mehr bringen sie nicht. Prezi geht einen Schritt weiter: Es verbindet den Mindmap-Ansatz mit einer ästhethisch ansprechenden Vorführmöglichkeit.

Einfache Bedienung

Die webbasierte Software ist simpel gehalten, intuitiv zu bedienen und damit in wenigen Minuten erlernen. Löst man einen Pro-Account, steht auch ein Offline-Desktop-Editor zur Verfügung. Ein Player stellt sicher, dass fertiggestellte Präsentationen auch ohne Internet-Verbindung gezeigt werden können. Prezi ist offiziell seit Mitte April auf dem Markt (unser Schwesterblog netzwertig.com hatte bereits im Februar über die Beta-Version geschrieben), einige Features stehen noch auf der To-Do-Liste der Entwickler: Im Moment offeriert Prezi nur acht Templates. Das wäre nicht weiter schlimm, aber zur Zeit kann der User die Fonts und die Schriftfarben nicht selbst bestimmen - die stecken im Template, das nicht verändert werden kann. Laut Hersteller Zui Labs wird aber daran gearbeitet. Ein wichtiges Feature gibt es aber schon: Mit Prezi erstellte Präsentationen lassen sich einfach in eine Website oder einen Blog einbinden. Auch damit ist Prezi herkömmlichen Tools überlegen. Meine Leserinnen und Leser können sich nach Lust und Laune durch das Thema klicken, ohne sich an meine vordefinierte Reihenfolge zu halten.

Software im Abo

Prezi hat sich für ein Software-as-a-service-Modell entschieden. Der Public-Account ist kostenlos, dafür ist die Datenmenge auf 100 MB beschränkt. Und, noch etwas unangenehmer, jede Präsentation wird veröffentlicht und mit dem Prezi-Logo versehen. Die "Enjoy"-Variante für 39 Euro pro Jahr beseitigt diese Nachteile und gewährt dem Anwender 500 MB Webspace. Will man den Offline-Desktop-Editor nutzen, braucht’s einen Pro-Account. Der schlägt mit 119 Euro pro Jahr zu Buche. Im Vergleich zum aktuellen Preis der Office-Suite (Home and Student Edition für rund 67 Euro) ist Prezi damit relativ teuer.

Yeah, we do have bullet points

Dennoch: Die Philosophie hinter Prezi ist derjenigen von Powerpoint meiner Meinung nach überlegen. Es nutzt die Möglichkeiten des Computers als Präsentationstool besser und entspricht mehr unserem natürlichen Denken. Die noch etwas löchrige Featureliste und die hohen Preise werden viele potentielle Nutzer im Moment noch zögern lassen, und sicher wird Prezi nicht den Standard Powerpoint bei der breiten Masse der Anwender ablösen. Ausprobieren sollte man Prezi aber unbedingt mal. Es macht Spaß, mit dem Tool zu arbeiten, und das Umsteigen fällt nicht schwer - denn wie Zui Labs an die Adresse zögerlicher Powerpoint-Junkies schreibt: 'Yeah, we do have bullet points'.

» prezi.com

» prezi.de (inoffizielle deutsche Website)

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