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27.01.09

Idealmaße (fürs Arbeiten): 60-60-30

Die größte Herausforderung bei der Arbeit ist es, mit den ständigen Unterbrechungen umzugehen. Mit minimierten Ablenkungen und einem fixen Arbeits- und Pausenrhythmus gelingt das besser.

Durchschnittlich erhält ein Angestellter pro Tag 30 bis 40 E-Mails. Wer die Mailbenachrichtigung eingeschaltet hat und somit bei jeder neuen E-Mail benachrichtigt wird, der lässt sich an einem 8-Stunden-Tag durchschnittlich alle 12 Minuten unterbrechen. Er kann sich also nicht mal eine Viertelstunde am Stück einer Aufgabe widmen, bis er unterbrochen wird.

Leider können wir unsere Konzentration nicht zwei Dingen gleichzeitig schenken. Deshalb wird bei jeder Störung die komplette Aufmerksamkeit von der aktuellen Aufgabe "abgezogen" und auf die Unterbrechung gelenkt. Das ist an sich auch gut so, denn es garantiert, dass wir auf Gefahren sofort reagieren können. Nur im Büro-Alltag stört es. Wechseln wir nach der Unterbrechung wieder zurück zu unserer ursprünglichen Aufgabe, brauchen wir mehrere Minuten, um auf denselben Grad der Konzentration zu kommen, mit dem wir vor der Ablenkung gearbeitet haben.

Und was geschieht nach weiteren 12 Minuten?

Genau, eine neue E-Mail trifft ein, damit eine neue Unterbrechung, und das Spiel geht von vorne los.

E-Mails sind zudem nur eine Form von Unterbrechung, daneben gibt es noch viele weitere: Das Telefon klingelt, jemand "schaut nur mal kurz rein", der Twitter-Client meldet sich, jemand will mit Dir chatten und so weiter. So wird unser Tag völlig zersplittert und wir arbeiten selten lange am Stück so konzentriert, wie wir das eigentlich könnten.

Ablenkungen ausschalten

Die Lösung ist einfach: Alle Ablenkungen ausschalten. So sind schon mal die Unterbrechungen minimiert. Daneben hilft uns ein guter Rhythmus, produktiv, fokussiert und konzentriert zu arbeiten. Im Moment experimentiere ich mit der "60-60-30-Lösung". Kennengelernt habe ich die wiederum bei Eben Pagan, und sie funktioniert so:

     

  1. Arbeite 50 Minuten.
  2. Mach dann 10 Minuten Pause.
  3. Wiederhole die ersten beiden Schritte.
  4. Mach dann 30 Minuten Pause.

Dieser Rhythmus ist an unseren natürlichen Tagesrhythmus angelehnt. Auf den ersten Blick sieht das nach Zeitverschwendung aus: Pro Stunde sind mindestens 10 Minuten Pause eingebaut. Wenn man sich jedoch auf den Rhythmus einlässt, merkt man schnell, dass 50 fokussierte Minuten mindestens so produktiv sind wie 120 Minuten, in denen man ständig unterbrochen wird. So wird 60-60-30 zu einem effektiven Mittel, die Produktivität massiv zu erhöhen.

Während der 50 Minuten (die ich mit einem Timer messe) kann ich mich völlig auf meine aktuelle Aufgabe fokussieren. Da ich in meinem Job meine Aufgaben selber wählen kann, nehme ich mir natürlich die wichtigste vor. Ich weiß, dass ich nach 50 Minuten automatisch an eine Pause erinnert werde.

In den Pausen bewusst ablenken

In der 10-minütigen Pause mache ich dann etwas völlig anderes: Ich stehe auf, bewege mich, gehe mal kurz auf den Balkon und atme bewusst durch oder ich setze mich auf mein Sofa und entspanne mich völlig. Nach 10 Minuten - die ich auch wieder mit einem Timer messe - gehe ich zurück an den Schreibtisch und arbeite erneut 50 Minuten. Anschließend kommt die große Pause.

Wir können uns höchstens 45-60 Minuten am Stück voll konzentrieren. Der 60-60-30-Rhythmus trägt diesem Umstand Rechnung. Er achtet auf eine Balance zwischen Fokus und Entspannung, passt zu den natürlichen Rhyhtmen und bereitet den Boden für eine wirkliche Erholung. So ist es sehr wichtig, in den Pause etwas völlig anders zu machen.

Eine sehr ungewöhnliche Lösung, aber ich schlage Euch vor: Versucht mal, während einer Woche jeden Tag diesen Zyklus (60-60-30) zu üben. Nach dieser Woche könnt Ihr dann entscheiden, ob die Lösung für geeignet ist, oder ob der alten Rhythmus besser zu Euch passt (über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen!).

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