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06.10.10

Erfahrungsbericht Memonic: "Wie haben wir bloss vorher Web-Notizen gemacht?"

Klaus-Dieter hat sich auf seiner Suche nach einem Informationstool Memonic aus der Schweiz dem Platzhirsch Evernote vorgezogen - und ist begeistert.

Von Klaus-Dieter Knoll

Vor gut einem Monat habe ich memonic in meinem Blogpost über den Umgang mit dem Information Overload als geeignetes Online-Notizbuch verlinkt, obwohl ich bis dahin nur wenige Links darin abgelegt hatte. Während der Vorarbeit an diesem Artikel hab ich mich gefragt, ob ich Memonic oder seinem Konkurrenten Evernote den Vorzug geben sollte, und intuitiv habe ich mich für die Schweizer entschieden. Ich wüsste auch jetzt nicht zu sagen warum genau, aber das ist ja auch unwichtig. Ich habe ein nützliches Werkzeug gesucht und gefunden.

[box align="right"]Memonic-Wettbewerb

Das ist einer der drei Sieger-Beiträge unseres Memonic-Wettbewerbs, bei dem es Bargeld, Premium-Accounts und Süsses für die besten Reviews zu gewinnen gab .[/box]Sympathisch fand ich schon die Aufbereitung des Freemium-Angebots auf der Abos-&-Preise-Seite. Diese Gratis-Testversion mit 10 Memos, ohne dass dafür eine Registrierung notwendig wäre, ist halt ein Angebot, dass man schlecht ausschlagen kann. Natürlich erkennt man schon nach dem ersten Memo, dass es keinen Grund für die eingeschränkte Funktionalität gibt und meldet sich also umgehend für die Standardversion an, die bei einer Beschränkung auf 100 Memos ebenfalls gratis ist. Das Tool ist klar und übersichtlich gegliedert, lässt sich intuitiv bedienen, und es macht Spaß damit zu arbeiten. Damit erfüllt Memonic alle Voraussetzungen die ein Service braucht, um im Social Web erfolgreich zu sein.

Zunächst zieht man, wie von anderen Diensten gewohnt, das Bookmarklet in seine Browserleiste. Und wann immer man anschließend interessante Inhalte liest, klickt man auf "Memo speichern". Anschließend kann man einzelne Sätze ebenso wie ganze Blöcke samt Bildern markieren und diese Auswahl speichern. Ein kleiner Layer am oberen rechten Rand der Website bietet sogleich einen Link, um das neue Memo auf Memonic anzusehen und dort weiter zu bearbeiten.

Um den Überblick zu behalten, hat man die Möglichkeit, eigene Sets zu erstellen. Das sind die Ordner in denen man thematisch zugehörige Memos ablegt. Selbstverständlich wird der Link zur Seite mitgespeichert, aus der die Notiz ausgeschnitten wurde. Und man kann das einzelne Memo anschließend noch mit einem Kommentar versehen oder anderweitig bearbeiten. Genauso selbstverständlich kann man neue Memos anlegen, um seine eigenen Gedanken als Notiz festzuhalten. Auch einzelne Links zu interessanten Webseiten lassen sich als eigenes Memo abspeichern, mit Kommentaren versehen und in Sets verschieben. Es gibt dabei keinerlei Beschränkungen, das heißt, ein Memo kann gleichzeitig in mehrere Sets gespeichert werden.

Das einfache Clipping von Webinhalten und das automatische Mitspeichern von Links zu den betreffenden Webseiten sind schon Grund genug, Memonic zu seinem bevorzugten Online-Notizbuch zu machen. Ich oute mich jetzt mal als Nutzer des Google Notizbuchs, um festzustellen, wie sehr mir diese beiden einfachen Features bei Google gefehlt haben. Ich ordne zwar allerlei Gedanken und Kommentare darin. Aber stets hatte ich den Wunsch, noch ein zweites Notizbuch speziell für die Arbeit an zukünftigen Blogposts anzulegen, und jedes Mal bin ich davor zurückgeschreckt, weil es umständlich ist, mit Copy-&-Paste zu arbeiten und Links händisch einzufügen. Dank memonic habe ich nun eine effektive Lösung für dieses Problem gefunden.

Memos lassen sich auch per E-Mail an Memonic senden, was besonders praktisch ist, will man den Inhalt einer Mail für ein bestimmtes Thema verarbeiten, ohne extra die Website zu besuchen und mit Copy-&-Paste hantieren. Außerdem gib es auch ein Desktop-Tool, um Inhalte aus Offline-Dokumenten als Memo online zu speichern. Umgekehrt lassen sich die Memos via Zwischenablage mühelos in Office-Dokumente einfügen. Und selbstverständlich erlaubt Memonic auch den Zugriff via iPhone und iPad. Einfacher kann man seine Recherchen nicht verwalten und effizient verarbeiten.

Natürlich gibt es diverse Social Features. So lassen sich Links zu den Memos per E-Mail, Facebook oder Twitter teilen, sofern man die Privatsphäreeinstellung auf öffentlich gesetzt hat. Außerdem lassen sich Gruppen einrichten, um Freunde zu verwalten, mit denen man seine Memos online teilen möchte. Freunde ist hierbei gleichzeitig eine einschränkende Privatsphäreeinstellung. Allerdings habe ich die Social Features weder ausprobiert noch habe ich es vor, da mir der Charakter eines Notizbuchs mit unfertigen Ausarbeitungen und unausgegorenen Ideen zu privat ist.

Memonic ist zwar noch in der Beta-Phase, aber gerade deswegen möchte ich auch etwas Kritisches anmerken. Ich kann mir zwar denken, dass es seinen Grund hat, weshalb das Editieren-Symbol ganz nach links gerutscht ist. Trotzdem fände ich es in der Gruppe der anderen Bearbeiten-Symbole auf der rechten Seite besser aufgehoben.

Außerdem würde ich gern Sub-Sets (also Untergruppen) anlegen zu können, um meine Recherchen thematisch präziser gliedern zu können. Und wenn man aus dem gleichen Grund die einzelnen Memos innerhalb eines Sets einfach per Drag-&-Drop verschieben könnte, wäre das ebenfalls hilfreich. Was mir noch fehlt ist die Möglichkeit, zusätzlich Tags zu vergeben, anhand derer man Memos später auffinden kann, auch wenn sie in verschiedenen Sets abgelegt sind.

Letzten Sonntag, als ich die Memos brauchte, um Links in meinen gerade fertig geschriebenen Blogpost einzufügen, konnte zwischen 8 und 14 Uhr nicht auf Memonic zugreifen. Das ist natürlich besonders hart, passiert es ausgerechnet dann, wenn es drauf ankommt. Aber ich gehe davon aus, dass es sich um Wartungsarbeiten handelte und dass Ausfälle von dieser Dauer eher selten vorkommen.

Insgesamt macht Memonic also einen sehr guten Eindruck auf mich, weshalb ich auch gerne auf das Premium Abo geupdatet habe. Dies gibt es zwar zurzeit noch zum Einführungspreis von 29 Euro. Aber auch 34 Euro im Jahr sind nicht zu teuer für einen so nützlichen, angenehm zu bedienenden Webservice. Nach nur zehn Tagen intensiver Nutzung weiß ich jedenfalls nicht mehr, wie ich jemals ohne Memonic ausgekommen bin. Daher meinen Glückwunsch zu dem gelungenen Service nach Zürich! Und eine klare Empfehlung für alle, die Informationen aus dem Netz zu Inhalten fürs Netz verarbeiten wollen.

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