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25.05.11

Entscheidungen: Darüber schlafen hilft. Sagt die Wissenschaft.

Unsere Oma wusste es schon immer, die Wissenschaft hat es nun bewiesen: Über wichtige Entscheidungen muss man zuerst mal schlafen.

Als Barack Obama über den Angriff auf Osama bin Ladens Haus entscheiden musste, hat er zuerst eine Nacht darüber geschlafen. Ein kluges Vorgehen, finden die Sozialpsychologen Maarten Bos und Amy Cuddy im Blog der Harvard Business Review.

Unbewusst werden Infos verarbeitet

Tatsächlich sei es so, schreiben die Autoren, dass unser Gehirn laufend Pro und Kontra von Entscheidungen abwägt. Und zwar in der Zeit, in der wir uns gerade nicht auf diese Frage konzentrieren. Also zum Beispiel schlafen. Experimente mit Studierenden haben gezeigt, dass das Hirn in dieser Zeit wichtige von nicht relevanten Aspekten einer Entscheidung trennt. Unwichtiges von Wichtigem trennen

Die Teilnehmer des Experimentes von Bos mussten über einen Autokauf entscheiden. Dazu wurden ihnen jede Menge positive, aber nicht relevante Aspekte des Autos vorgestellt, sowie wenige, aber wichtige Informationen abgegeben. Die Teilnehmer, die sofort entscheiden mussten, entschieden sich zum mehrheitlich für das Auto mit den meisten positiven Attributen - obwohl diese unwichtig waren. Teilnehmer, die sich dazwischen mit etwas anderem beschäftigten, trafen die besseren Entscheidungen: Sie entschieden sich aufgrund der relevanten Kriterien.

3 Schritte für bessere Entscheidungen

Aus diesen Erkenntnissen leiten Bos und Cuddy drei Schritte ab, um bessere Entscheidungen zu treffen:

     

  1. Besorgt man sich alle notwendigen Informationen und eignet sich das Faktenwissen an.
  2. Schläft man darüber. Das heisst, man gibt seinem Hirn Zeit, die gesammelten Informationen zu verarbeiten.
  3. Unser Unterbewusstsein kann grosse Mengen an Informationen verarbeiten, ist aber nicht sonderlich genau. Also gilt es, am nächsten Morgen die Fakten nochmals zu überprüfen: Z.B. Werden bei meiner Entscheidungen irgendwelche Regeln verletzt?

Natürlich kann man nicht über jede Entscheidung schlafen - häufig müssen Fragen schneller geklärt werden. Trotzdem hilft Ablenkung: Einen kurzen Spaziergang einlegen, etwas Musik hören oder Joggen gehen: Jede Tätigkeit, die von der eigentlichen Entscheidung ablenkt, hilft.

» A counter-intuitive approach to making complex decisions auf dem HBR-Blog, 16. Mai 2011

(Bild: mi perro Lomu bei stock.xchng)

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