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27.11.18

Einsparpotenziale erkennen und ausschöpfen

Energie sparen im Betrieb

Quelle: iStock / Getty Images Plus

Die Energieeffizienz ist längst ein entscheidender Erfolgsfaktor. Trotz der Bedeutung schöpfen viele Unternehmen das Potenzial nicht oder nur ansatzweise aus. Das Problem ist oft nicht, dass es keine passenden Maßnahmen gibt, sondern vielmehr, dass die Chancen nicht erkannt werden. Die Identifizierung potenzieller Einsparmöglichkeiten ist der erste Schritt hin zur Energiewende. Anregungen dazu hier im Fokus.

Energieeffizienz als Schlüsselrolle für langfristigen Erfolg

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland ist seit der 1990er Jahre rückläufig. Dennoch ist es bis zur Verbrauchsreduzierung um 50 Prozent bis 2050 gegenüber dem Jahr 2008, wie sie der Klimaschutzplan der Bundesregierung vorsieht, noch ein weiter Weg. „Im Jahr 2017 betrug der Rückgang erst 6 % gegenüber 2008“, erklärt das Umweltbundesamt. Das Zwischenziel, bis 2020 einen um 20 Prozent geringeren Primärenergieverbrauch zu erreichen, scheint derzeit wenig realistisch. Aufgrund des hohen Anteils an der verbrauchten Endenergie von Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen in Höhe von über 40 Prozent fördert der Staat diverse Energieeffizienzmaßnahmen. Unter anderem wird die Energieberatung finanziell unterstützt, um Einsparpotenziale in Unternehmen zu identifizieren und voranzutreiben. Die Planungsgesellschaft für Energieeffizienz Bode aus Münster informiert online über potenzielle Fördermittel für KMU und berät im Rahmen der sogenannten Energieberatung Mittelstand (EBM) unabhängig über geeignete Maßnahmen zur Optimierung des betrieblichen Energieeinsatzes. Die staatlich geförderte Energieberatung basiert auf der EU-Energieeffizienzrichtlinie. „Der Höchstfördersatz beträgt bei Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 € netto 6.000 €, unterhalb von 10.000 € netto 1.200 €“, so Bode. Sollte sich bei der systematischen Analyse des Betriebs herausstellen, dass eine Optimierung technischer Systeme sinnvoll ist, können sich Unternehmer weitere 30 Prozent Zuschuss sichern. Förderfähig sind unter anderem E-Motoren und E-Antriebe, Anlagen zur Wärmerückgewinnung und die Dämmung. Die Förderfähigkeit wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geprüft.

Entscheidend ist, dass die Beantragung derartiger Fördermittel vor Beginn der Umsetzung erfolgt. Bereits die Beauftragung eines Dienstleisters wird als Umsetzungsbeginn interpretiert.

Aktiver Austausch
Die „Initiative Energieeffizienz-Netzwerke“ bietet Antragsstellern und Interessenten die Chance auf aktiven und gleichzeitig zielorientierten Erfahrungsaustausch rund um das Thema Energie. Die Kommunikation erfolgt unbürokratisch, systematisch und freiwillig. An der Initiative sind derzeit 22 Organisationen und Verbände aus der deutschen Wirtschaft beteiligt. Auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) sind ein Teil davon. „Die Pioniernetzwerke in Deutschland haben gezeigt, dass die Netzwerkarbeit langfristigen Nutzen für teilnehmende Unternehmen bringt. Durch die Teilnahme an einem Netzwerk können Unternehmen ihren Fortschritt bei der Energieeffizienz deutlich beschleunigen“, heißt es auf der Internetpräsenz der Initiative zur Idee der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke.

Schwerpunkte geförderter Sektoren durch KfW und BMWi
Ob Strom, Gas oder Mineralöl, mechanische Energie für den Maschinenbetrieb, Raumwärme oder Beleuchtung: An Chancen zur Eindämmung des Energieverbrauchs mangelt es nicht. Da jedoch die Optimierung von Maschinen und einzelner Prozesse in vielen Branchen inzwischen ausgereizt ist, muss der Fokus künftig auf die energetische Effizienz vollständiger Prozessketten gelegt werden. Dennoch ist es sinnvoll nicht ausschließlich die ganz großen Investitionen zu unterstützen, sondern auch im kleinen Rahmen aktiv zu werden. Das Energieeffizienzprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dessen Kooperationspartner Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert investitionswillige Unternehmer mit attraktiven Konditionen. Ein Einblick in das Maßnahmenspektrum in den Bereichen Gebäude, Anlagen und Ausstattung:

  • Gebäude: Um den Energiebedarf im Gebäude zu reduzieren, gibt es zahlreiche Optionen. Besonders vielversprechend ist die Dämmung der Außenwände, das Hinterlüften von Fassaden und die Optimierung der thermischen Eigenschaften von Fenstern. Auch das Modernisieren von Heizungsanlagen ist vielerorts überfällig.
  • Lüftung: Verschmutzte Lüftungsanlagen, Ventilatoren mit geringem Wirkungsgrad, Druckverluste durch ungünstige Kanalführung. Die Liste der Faktoren, die den Energiebedarf um bis zu 25 Prozent in die Höhe treiben, ist lang.
  • Beleuchtung: Laut KfW beträgt das Energiesparpotenzial 70 Prozent. Unter anderem tragen Präsenzmelder, effiziente Leuchtmittel und die tageslichtabhängige Steuerung maßgeblich dazu bei.
  • Kältetechnik: Durch die Optimierung der Anlagenkonzepte, die effiziente Regulierung und Verbesserung des Wirkungsgrads können die Ausgaben für Kältetechnik um 30 Prozent gesenkt werden.
  • IT: Die Informationstechnologie ist in vielen Unternehmen ein regelrechter Energiefresser. Bis zu 75 Prozent wird mancherorts unnötig verbraucht. Das Klimatisieren von Serverräumen, die bedarfsgerechte Ausrüstung mit Hardware und die Sensibilisierung der Belegschaft für einen sparsamen Umgang mit der Technik sind vielversprechende Ansätze.

Weiterführende Informationen zum KfW-Energieeffizienzprogramm können Sie der offiziellen Internetseite entnehmen. Auch ein Abstecher in unseren Beitrag rundum Energiemanagementsysteme lohnt sich.

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