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09.04.14

Ein System in die Dinge bringen: Mit AppMyBox hat das Suchen ein Ende

Zum Aufbewahren von elektronischen Daten haben viele von uns inzwischen ein ausgeklügeltes System, aber wenn es um physische Dinge geht, hapert's oft. Rotho, ein Hersteller von Kunststoffboxen, versieht ein Grossteil seines Sortiments mit einem «unique QR-Code» und bietet eine kostenlose Smartphone-App, mir der man die erfassten Gegenstände suchen und finden kann. «AppMyBox» nennt sich das System und scheint - zumindest in der Theorie - eine clevere Lösung zu sein. Ein Praxistest zeigt, ob's auch wirklich so ist.

AppMyBoxIm Laufe der Jahre sammelt sich bei den meisten von uns viel «Zeugs» an, das - im besten Fall - zwar ordentlich in beschrifteten Behältnissen verstaut ist. Aber irgendwann geht der Überblick allein aufgrund der Menge an Kisten und Schachteln verloren (das merkt man daran, dass die grösste Kiste mit «Verschiedenes» beschriftet ist). «Wo habe ich bloss die Funkauslösung für die Spiegelreflex-Kamera? In der Fototasche? In einer Schublade? In einer Kunststoffbox?» Und schon geht die Sucherei los.

Und genau hier setzt AppMyBox an.

 

Das AppMyBox-System

Um seinen Kram mit diesem System in den Griff zu bekommen, braucht's drei Dinge:

     

  1. Behälter mit QR-Code, erhältlich z.B. im Online-Shop Schweiz oder Deutschland
  2. AppMyBox-App, erhältlich im App-Store von Apple und Android
  3. eine gehörige Portion Selbstdisziplin - ist leider nicht bestellbar und muss selbst aufgebracht werden.

Zum AppMyBox-System gehören verschiedene Behältertypen in zahlreichen Grössen und Ausführungen:

  • Aufbewahrungsboxen
  • Schubladensysteme
  • Rollerboxen

Praxistest: Meine Spiegelreflexkamera

Was in der Theorie überzeugt, kann im Alltag auch durchfallen. Ein Praxistest an einem konkreten Beispiel soll's zeigen:

Bis anhin lag das Zubehör für meine Spiegelreflex-Kamera in einem Büroregal. Unübersichtlich, unpraktisch, staubig.

vorher, AppMyBox-Test

Eine ideale Situation, um das System zu testen.

     

  1. Boxgrösse bestimmen: Bevor ich mit dem Erfassen mithilfe der App beginne, bestimme ich die benötigte Grösse der Box. Ich mache dazu eine Auslegeordnung:

    Auslegeordnung, AppMyBox-Test

  2. Box in der App erfassen: Dann erfasse ich in der App die Box, indem ich ihr einen Namen, einen Ort und eine Kategorie zuweise und anschliessend ihren QR-Code erfasse:

    QR-Box-Scanner, AppMyBox-Test

  3. Gegenstände erfassen: Danach erfasse ich Stück für Stück alles, was ich in der Box aufbewahren will (man kann bis zu drei Fotos speichern und Name, Beschreibung, Weblink etc. erfassen):

    Gegenstand erfassen, AppMyBox-Test

  4. Gegenstände in der Box verstauen: Im letzten Schritt verstaue ich alle Teile in der Box und stelle die Box ins Büroregal. Der Platzgewinn ist enorm (jetzt sogar die DSLR daneben Platz!):

    Nachher, AppMyBox-Test

Vom ersten bis zum letzten Schritt habe ich etwas mehr als 10 Minuten gebraucht. Im Regal sieht's sofort viel ordentlicher aus und durch das Versorgen in einer Box gibt es augenscheinlich mehr Platz. Die App zeigt mit Bild und Text an, wo die Box steht und welche Dinge in ihr untergebracht sind:

Übersicht, AppMyBox-Test

Ob meine Selbstdisziplin allerdings auf die Dauer anhält und ich das Inventar der Boxen und Inhalte konsequent pflegen werde, wird sich zeigen.

Fazit

Vorteile:

  • Das Wühlen in unzähligen Kisten, Kartonschachteln und Schubladen fällt weg: Gegenstand in der App suchen, Box am Aufbewahrungsort holen (Identifikation über die vierstellige Nummer unterhalb des QR-Codes), öffnen - und schon hat man das Gesuchte in der Hand.
  • Die QR-Codes sind ablös- und wieder aufklebbar; so kann man sie je nach Bedarf auf die Längs- oder die Breitseite der Box kleben.
  • Die kostenlose App gibt's sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte. Die durchsichtigen Boxen erleichtern das Finden aber auch ohne App.

Nachteile:

  • Das System funktioniert nur, wenn man konsequent jedes einzelne Ding erfasst, sobald man es in einer Box versorgt.
  • Das Inventar musst angepasst werden, sobald ein Gegenstand in eine andere Box gelegt oder entsorgt wird.
  • Die Preise der Boxen sind aus meiner Sicht in Ordnung. Trotzdem kann es ins Geld gehen, wenn man sein ganzes «Zeugs» in solchen Boxen verstauen will. (Sehr gut: Damit man andere Behältnisse wie Bananenschachteln, Umzugskartons etc. integrieren kann, können selbstklebende QR-Codes gekauft werden.)

Verbesserungswünsche:

  • Bitte zusätzlich zum QR-Code auch eine grössere (wieder ablösbare) Etikette anbringen, damit die Box mit dem Titel beschriftet werden kann.
  • Es wäre praktisch, wenn sich die Liste der erfassten Gegenstände einer Box sortieren liesse; alphabetisch, per Drag-and-Drop etc.
  • Die App hat noch ein paar «Kinderkrankheiten» (obwohl es sie schon seit zwei Jahren gibt). So fehlt in den Eingabefeldern oft der Cursor, die Felder sind aufgrund des Querformats und der eingeblendeten Tastatur kaum mehr zu sehen und das Handling ist oft etwas umständlich.

Alles in allem ist AppMyBox eine durchdachte und praxistaugliche Lösung. Aber sicher nicht die einzige. Wie behaltet Ihr den Überblick über Euren ganzen Kram? Mit einem noch ausgeklügelterem System? Oder nach dem Motto «Wer Ordnung hat, ist nur zu faul zum Suchen»?

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