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20.09.12

Die Wiederentdeckung der Social Bookmarks: Delicious effektiv nutzen

Das persönliche Wissensmanagement wird in unseren informationsintensiven Zeiten zur Kernkompetenz. Das Web bietet alle notwendigen Tools dazu - hier ein Blick auf Delicious.

Um ehrlich zu sein, hatte ich den Trend Social Bookmarks verschlafen. Und bin gleich bei Twitter eingestiegen. Ich sah zunächst einfach keinen Sinn darin, alle Artikel, die mich irgendwie interessieren, mit anderen Menschen zu teilen – kollaboratives Arbeiten war noch zu weit weg von mir.

Twitter als Bookmarking-Service?

Dann fungierte eine Weile Twitter als öffentlicher Bookmarketingdienst: Man kann Nachrichten sammeln, weitergeben und als Favorit bookmarken. Allerdings ist Twitter eben gleichzeitig auch ein hervorragendes Marketing-Tool, bei dem das weitergeben von Informationen auch einen gewissen strategischen Nutzen verfolgt. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich jeden Link, den ich persönlich interessant finde, dort mit meinen Followern teilen würde, würde ich diese zuspammen und wäre bald alle Follower los.

Dazu kommt noch, dass schlichte Tweets und Retweets irgendwann nich mehr abrufbar sind. Was ich dauerhaft behalten möchte, muss ich favorisieren – und diese Favoriten erscheinen dann in einer chronologischen Liste ohne die Möglichkeit, sie irgendwie thematisch zu sortieren. Kurz: Twitter mag zwar ein exzellenter Nachrichtenkanal sein, zum bookmarken und wiederfinden der News taugt es jedoch nicht.

Delicious und seine vielen Einsatzmöglichkeiten

Ein anderes Tool musste her. An diesem Punkt entdeckte ich Delicious wieder – ich hatte mir hier schon vor Jahren einen Account angelegt. Und bin seitdem von den vielen flexiblen Einsatzmöglichkeiten als Bookmarkingdienst, Twitter-Backup bei Seminaren und in meinem Blog begeistert. Wie und wozu nutze ich aber Delicious genau?

1. Bookmarkingservice

Zunächst ganz traditionell als Bookmarkingdienst. Das war nötig geworden, da ich mittlerweile an einem festen Computer, an einem Netbook und auf einem Handy arbeite. Und auf allen drei möchte ich meine Lesezeichen jederzeit griffbereit haben. Die einzige passable Möglichkeit, die ich dazu gefunden habe, war Delicious. Es gibt ein Delicious Add-On für Firefox und eine App für Android (eine Auswahl im Play Store) und mit beiden lassen sich Delicious-Links schnell und unkomplziert bookmarken – z.B. auch, wenn ich auf dem Handy einen interessanten Linkt bei Twitter entdecke.

2. Backup-Funktion für Twitter

Apropos Twitter: Wie schon erwähnt, sind älter Tweets, wenn sie erstmal durchgelaufen sind, nach ein paar Monaten nicht mehr erreichbar. Man möchte seine Tweets, ähnlich wie Blogbeiträge, aber vielleicht doch irgendwo speichern und hinterher nochmal einsehen. Was also tun? Der Dienst packrati.us schafft Abhilfe: Mit ihm kann man einfach und schnell seine Tweets bei Delicious sichern und auch mit bestimmten Tags versehen. Das eigene Twitterarchiv sozusagen und auch noch allseits griffbereit. Eine weitere Möglichkeit zum Speichern eigener Tweets hat Blogwerk-Kollege Mathias Vettiger hier mit ifttt dargestellt.

3. Delicious in Seminaren nutzen

Allseits griffbereit ist ein gutes Stichwort: Als ich kürzlich ein Online-Marketing-Seminar gab, arbeitete ich mit verschiedenen Medien: Power-Point-Folien auf der einen Seite, aber andererseits habe ich meine Präsentation auch immer wieder unterbrochen, um Videos oder Websites vorzuführen. Aber das Abtippen der URL erwies sich für die Teilnehmer schnell zu mühsam. Eine andere Möglichkeit musste her, um ihnen die Links direkt auf ihrem Computer direkt einspielen zu können. Und was habe ich da benutzt: Delicious. Denn hier lassen sich die Links auch gleich mit einem passenden Seminar-Tag versehen, so dass die Teilnehmer die Informationen auch später jederzeit wiederfinden können.

4. Delicious als Linkliste im Blog

Wiederfinden ist schließlich auch wichtig bei meinem vierten Vorteil: Ich nutze Delicious als Linkliste in meinem Blog. U.a. für meine Seminar-Teilnehmer und andere Technik-Interessierte habe ich eine Rubrik angelegt, in der ich diverse Tipps & Tutorials sammle. Da ich nicht zu jedem Technik-Hack, den ich irgendwo im Netz finde, gleich einen Blogbeitrag erstelle, ich aber im Laufe der Zeit sehr viele Coding-Tipps gerade für Wordpress angesammelt habe, macht es Sinn, diese als Linkliste in der Sidebar der Tutorial-Rubrik auszugeben. Und genau dabei hilft mir Delicious: Hier kann ich zu jedem Tag einen RSS-Feed erstellen, den ich dann per Sidebar-Widget in das Blog einbinden kann. Und wer ältere Tipps sucht, kann einfach bei Delicious danach suchen.

Nutzt Ihr noch Social-Bookmarking-Dienste – und wenn ja, wie?

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