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05.02.10

Optimales Selbstmanagement

Die richtige Entscheidung treffen

Kopf oder Zahl? Entscheidungsfindung geht auch anders.

Viele kleine Entscheidungen trifft der Mensch, ohne groß darüber nachzudenken. Oft haben sich Vorlieben auch so eingebrannt, dass es gar kein Für und Wider gibt.

Aber nur scheinbar: Schließlich ist es auch eine Form von Entscheidung, beim Alten zu bleiben.

Hier lockt schnell die „Bequemlichkeitsfalle“. Manch einer könnte zum Beispiel von einem Wechsel der Hausbank profitieren, scheut aber den Verwaltungsaufwand.

Und so bleibt alles, wie es ist, auch die höheren Kosten…

Entscheidungen als Erfolgsgarant

Vieles auch in Ihrem Berufsleben hängt vor allem von Ihren Entscheidungen ab.

Menschen, die nicht zwischen Wichtigem und Unwichtigem trennen können, verrichten ihre Aufgaben eher planlos und neigen dazu, sich zu verzetteln. 

Wer an den Projekten arbeitet, die den eigenen Fähigkeiten entsprechen und echte Perspektiven bieten, hat auch beruflichen Erfolg.

Doch nicht immer ist offensichtlich, was wirklich wichtig ist. Jeder kennt Phasen der Unzufriedenheit im Alltag, nicht immer ist es sinnvoll, deshalb gleich zum Beispiel den Job zu kündigen.

Auf den richtigen Moment warten

Ad-hoc-Entscheidungen werden oft aus einer spontanen Gefühlsregung heraus getroffen, etwa nach einem Streitgespräch  mit dem Chef.

Oft ist es besser, ein wenig abzuwarten, bis sich die Wogen geglättet haben und die Sicht auf die Dinge wieder klarer ist.

Andererseits: Wer zu lange zögert und abwartet, verpasst vielleicht die Chance seines Lebens.

Eine Nacht darüber schlafen

Als Faustregel hat sich eingebürgert, bei wichtigen Fragestellungen „eine Nacht darüber zu schlafen“.

Das gilt vor allem bei Vertragsabschlüssen, größeren finanziellen Veränderungen, aber auch im privaten Bereich (etwa vor einer möglichen Trennung vom Partner).

Kurz, bei allen Entscheidungen mit weitreichenden Folgen. Manchmal braucht die Lösung auch drei Nächte. Aber es sollten keine drei unzufriedenen Jahre daraus werden.

Verstand oder Bauchgefühl?

Wer große Lebensfragen eine Weile sacken lässt, muss sich allerdings auch länger mit dem Verstand auseinandersetzen.

Das kann hilfreich sein, um ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Es kann aber auch zum zermürbenden „Gedankenkarussell“ führen.

Zumal der Verstand mit Glaubensätzen, übernommenen Wertvorstellungen etc. daherkommt, die oft die eigene Intuition verdunkeln.

Und die wiederum erweist sich zunehmend als wertvolle Hilfe, um den richtigen Weg zu finden.

Die Intuition setzt sich durch

Studien weisen nach, dass das menschliche Gehirn vor allem bei komplexen Entscheidungen überfordert ist und das Bauchgefühl zu besseren Entschlüssen führt.

Auch Top-Manager verlassen sich immer häufiger auf ihre „innere Stimme“ als Ratgeber.

Und das ist längst keine Geschlechterfrage mehr: Nach einer Umfrage der Wochenzeitung „Die Zeit“ lassen sich rund 46 Prozent der Männer bei wichtigen Entscheidungen von ihrer Intuition lenken. Bei den Frauen beträgt der Anteil 56,6 Prozent.

Checklisten anlegen

Wenn Sie die Sache lieber auch mit dem Kopf angehen möchten, kann es helfen, Checklisten anzulegen.

Eine von Psychologen oft empfohlene Variante ist die „Pro/Kontra-Methode“: Bewerten Sie die aktuelle Situation, indem Sie die Vor- und Nachteile in je einer Spalte notieren. Also zum Beispiel „günstige Arbeitszeiten“, aber auch „Probleme mit Kollegen“, wenn Sie erwägen, den Job zu kündigen.

Notieren Sie alle Einflussfaktoren, die Ihnen dazu einfallen. Der anschließende Überblick zeigt: Überwiegt unterm Strich das Positive oder das Negative? Oft fällt das Ergebnis überraschend aus.

Eine andere (oder ergänzende) Möglichkeit ist, die Folgen, Chancen und Risiken einer bevorstehenden Entscheidung auszuformulieren.

Zentrale Fragen können zum Beispiel sein:

  • Komme ich so meinen Zielen näher?
  • Verbessert sich dadurch meine Lebensqualität?
  • Welche Konsequenzen hat das (beruflich, privat, finanziell…)?
  • Vermeide oder vergrößere ich meinen Stress damit?
  • Wie könnte die berufliche Entscheidung mein Privatleben beeinflussen?

Die 1-2-3-Formel für den Zeitfaktor

Für die Überlegung, ob eine Entscheidung langfristig Früchte tragen kann, raten Karriere-Experten zur „1-2-3-Formel“:

Schreiben Sie auf, mit welchen Folgen Sie nach der Veränderung rechnen müssen - und zwar gestaffelt nach Zeiträumen.

Also zum Beispiel bei der Überlegung Jobwechsel:

  • Nach einem Tag: Auseinandersetzung mit dem Partner wegen geringerer Einkünfte
  • Nach einem Monat: Umstellung durch die Einarbeitung in neues Fachgebiet
  • Nach zwei Jahren: Bessere Aufstiegsmöglichkeiten, bessere Bezahlung

Dann gilt es, die Frage zu beantworten, was davon an erster Stelle steht, ob die langfristige Perspektive Vorrang vor den Entwicklungen der nahen Zukunft haben sollte.

Je nach persönlicher Situation und allgemeiner wirtschaftlicher Lage können eine kurzzeitige finanzielle Sicherheit und weniger Stress schwerer wiegen als die Aussicht auf eine Top-Position - oder eben anders herum.

Fazit

Zum Thema Entscheidungsfindung kursieren zahlreiche Tipps und Ratgeber.

Eine wesentliche Rolle spielt der Einsatz von Intuition und Verstand.

Um herausfinden, was am besten zur persönlichen Situation passt, können auch andere Tricks aus der Karrierekiste helfen. Zum Beispiel ein effektives Zeit- und Aufgabenmanagement, um gekonnt Prioritäten zu setzen.

Christine Lendt, Fachautorin


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