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03.11.11

Das Multitasking-Experiment: Die Vorteile, sich auf eine Sache zu konzentrieren

Konzentration ist die wichtigste Eigenschaft des Wissensarbeiters. Multitasking bringt nichts. Soweit sind wir uns alle einig. Aber funktioniert Monotasking? Ein Versuch.

Multitasking ist nicht gut, haben wir hier schon öfter geschrieben. Multi-Tasken erzeugt sogar schwächere Arbeitsleistung als bekifft zu arbeiten. Grund genug für Peter Bregman vom Blog des Harvard Business Review, eine Woche lang zu testen, wie es sich anfühlt, das Leben als Mono-Tasker.

Peter Bregman zeigt, warum Multitasking wenig Sinn macht:

Damit dürfte Multitasking die einzige bekannte Tätigkeit des Menschen sein, bei der man durch Übung schlechter wird. Bregman fand das alles so schrecklich, dass er sich zwang, eine Woche konzentriert nur an jeweils einer Sache gleichzeitig zu arbeiten. Hier seine Erkenntnisse:

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  • Erster Eindruck: es war herrlich intensiv, insbesondere wenn sich Bregman mit seinen Liebsten beschäftigte. Das kann ich selber bestätigen: wenn ich mit den Kindern was spiele, und nebenbei SMSe oder Mails beantworte, kriege ich wenig mit. Wenn ich mich voll auf die beiden Pappnasen konzentriere, ist es deutlich intensiver - und die Kiddies finden's auch besser.
  • Signifikante Fortschritte bei schwierigen Projekten: Projekte, die Nachdenken und strategische Ideenfindung benötigen, bleiben bei Multitaskern oft liegen, weil sie zu zeitintensiv sind. Das war bei Bregman ebenso, bis er das Mono-Tasken ausprobierte.
  • Weniger Stress: siehe oben - wenn Multitasking den Stresslevel erhöht, tut Monotasken das eben nicht.
  • Keine Toleranz für vertane Zeit: Stundenlange Meetings, in denen er früher viel Mails verschickte und andere Sachen nebenbei erledigte, waren für Bregman beim Mono-Tasken kaum zu ertragen: er war fokussiert darauf, Dinge erledigt zu kriegen - und schnell gelangweilt, wenn es nicht vorwärts ging.
  • Sehr viel Geduld für nützliche Dinge: Weil nichts um seine Aufmerksamkeit buhlte, genoss Bregman die eine Sache, die er gerade machte (wie z.B. das Gespräch mit seiner Frau). Dem kann ich zustimmen: wenn wir zuhause neben unserer Selbständigkeit und den Kiddies mal Zeit finden, störungsfrei miteinander zu reden, dann ist das schön und mir fällt wieder ein, warum ich meine Auserwählte auserwählte.
  • Keine negativen Effekte: Bregman konnte keine negativen Effekte beobachten. Niemand beschwerte sich, dass Mails länger brauchten, um beantwortet zu werden. Keiner fiel vom Hocker, weil Rückrufe später erfolgten. Keine Projekte blieben liegen. Ohne Beanstandung hatte sich Bregman eine Woche gezwungen, die Dinge nacheinander zu erledigen statt alle gleichzeitig - und welches Wunder! Die Welt ging nicht unter.

Es wird höchste Zeit, dass wir alle uns das mit den schädlichen Effekten des Multitaskings zu Herzen nehmen, auch wenn es Leute gibt, die dafür die Stange brechen. Die negativen Folgen von Multitasking sind unübersehbar, die positiven Effekte des Mono-Taskings beachtlich. Es wird Zeit, dass wir unser Arbeitsleben diesen Erkenntnissen anpassen.

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(Bild: Dimitris Kalogeropoylos bei flickr.com / CC BY-SA 2.0)

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