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02.06.16

Das Home Office

Ein günstiger und produktiver Start in die Selbstständigkeit

Quelle: Fotolia.com © UBER IMAGES

Existenzgründer dürfen sich nichts vormachen: Der Start in die Selbstständigkeit ist mit hohen Kosten verbunden. Da sind auf der einen Seite die Ausgaben, die dafür anfallen, um die eigene Unternehmung zum Laufen zu bringen und auf der anderen Seite muss Geld für den Lebensunterhalt ausgegeben werden. Schließlich gibt es jetzt keinen Arbeitgeber mehr, der dafür sorgt, dass der Lohn pünktlich aufs Konto überwiesen wird, von dem unter anderem die Miete, Versicherungen sowie die Ausgaben des täglichen Bedarfs beglichen werden können. Selbst ist der Mann oder die Frau ab jetzt! Das bedeutet, dass man sich nicht nur ganz besonders ins Zeug legen, sondern auch jeden Cent zweimal umdrehen muss, um sich selbst und das Business zu finanzieren. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig nach Sparpotenzialen Ausschau zu halten.

Mit einem heimischen Arbeitsplatz Steuern sparen

Eine gute Möglichkeit, um die Ausgaben für die Gründung gering halten zu können, ist es, sich anstatt für die Anmietung eines Büros für das Home Office in den eigenen vier Wänden zu entscheiden. Selbst wenn dies einen Umzug in eine größere Wohnung erforderlich macht, sind die Kosten dafür in der Regel günstiger. Hierbei ist jedoch auf ein paar Dinge zu achten, damit auch das Finanzamt den Arbeitsplatz als solchen anerkennt. Der Raum muss den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung des Steuerpflichtigen bilden. Dementsprechend dürfen sich darin nur Gegenstände befinden, die für die Erledigung der Aufgaben notwendig sind. So wäre beispielsweise ein Gästebett ein eindeutiger Hinweis dafür, dass der Raum auch privat genutzt wird, was einer Zweckentfremdung gleichkommt. Ferner darf es sich bei dem Arbeitszimmer nicht um ein Durchgangszimmer handeln, es muss durch eine Tür von den Privaträumen abgegrenzt sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, spricht von steuerlicher Seite nichts dagegen, die Aufwendungen dafür als Werbungskosten geltend zu machen.

Vermieter muss teilgewerblicher Nutzung zustimmen

Allerdings genügt es nicht, allein die steuerlichen Rahmenbedingungen abzuklären, sondern darüber hinaus ist es zwingend erforderlich, sich vom Vermieter das Einverständnis zur teilgewerblichen Nutzung der Wohnung einzuholen. Eine erste Idee davon, ob der Vermieter eine derartige Nutzungsform akzeptiert, ergibt sich aus dem Mietvertrag. Schließt dieser gewerbliche Aktivitäten aus, führt kein Weg daran vorbei, mit dem Vermieter das Gespräch zu suchen. Sieht die gewerbliche Nutzung Büroarbeiten vor, die ohne eine Vielzahl von Kundenbesuchen und damit einhergehende Parkplatzprobleme auskommen, haben Vermieter in der Regel keine Einwände. Das bedeutet jedoch nicht, dass man am nächsten Tag direkt ein überdimensionales Werbeschild mit dem Firmennamen anbringen darf. Auch derartige Werbemaßnahmen bedürfen der Zustimmung des Vermieters beziehungsweise können von ihm abgelehnt werden.

Bei einer erfolgreichen Gründung ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Einstellung von Mitarbeitern ansteht. Es ist allerdings Vorsicht geboten, denn weder steuerlich noch aus Vermietersicht ist dies erlaubt. Wenn es soweit ist, sollte man darüber nachdenken, ob es vielleicht an der Zeit für „externe“ Räumlichkeiten ist oder der Mitarbeiter nicht von seinem Zuhause aus die Arbeit erledigen kann.

Vorteile vom Home Office

Neben den finanziellen Vergünstigungen, die das Home Office bietet, hat das heimische Büro auch aus Produktivitätssicht entscheidende Vorteile:

  • der Arbeitsweg entfällt
  • Kollegen stören die eigene Konzentration nicht
  • Ruhe
  • Umfeld ermöglicht höheres Maß an Kreativität
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Doch wo Licht ist, da gibt es leider auch Schatten. Führt der Weg zum Kühlschrank an einem Wäscheberg oder am Fernseher vorbei, ist die Verlockung groß, sich entweder dem Haushalt oder heimischen Freizeitaktivitäten zu widmen. Dann kann mangelnde Disziplin, besonders in der Anfangszeit, in der sich noch keine festen Strukturen etabliert haben, dazu führen, dass die eigene Arbeit liegenbleibt. So fatal sich dieses Verhalten auf den Start in die Selbstständigkeit gestaltet, so schlimm ist es auch für den Gründer, wenn sich aufgrund der räumlichen Nähe Privatleben und Berufliches immer mehr miteinander vermischen. Die Arbeit wird zum Privatleben und einen Feierabend gibt es nicht mehr. Selbst der kreativste und leistungsfähigste Geist braucht Ruhepausen. Werden diese nicht eingehalten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der überambitionierte Gründer ein Burn-out erleidet.

Mit Struktur erfolgreich in die Selbstständigkeit starten

Als Existenzgründer gibt es niemanden mehr, der die Arbeit vorgibt oder zu Disziplin aufruft. Diese Leistungen muss man ab sofort selbst erbringen. Wichtig ist es, sich selbst Arbeitszeiten zu setzen und die Arbeit nach Möglichkeit auch nur in dem dafür vorgesehenen Raum zu erledigen. So lässt sich das Berufliche vom Privaten abgrenzen und man kann sich nach getaner Arbeit auf einen entspannten Feierabend freuen.

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