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20.08.10

Audio: Besser hören, schöner arbeiten

Wissensarbeit ist Kopfarbeit. Zu einem Kopf gehören zwei Ohren. Diesen Ohren sollte man die richtigen Werkzeuge gönnen: Der imgriff.com-Audio-Guide für das Büro.

Die Arbeit am Computer ist multimedial, also sollte man bei der Audio-Wiedergabe nicht sparen. Gadget-Freaks betrachten den Funktionsumfang eines Audiogerätes und beurteilen das Design. Uns aber interessiert: Wie klingt es? Qualitativ hochwertige Musikwiedergabe garantiert über Stunden ein unangestrengtes Hören. Das, so meine These, lässt mehr Energie für die Arbeit übrig und erhöht die Produktivität. Hier gibt’s deshalb den audiophilen Office-Guide mit Aufstiegsmöglichkeiten.

[photos title="Unser «Office-Audio-Guide» im Bild"]

Am iPhone im Zug

Da geht nichts raus, und es kommt nichts rein: Ein schallisolierender In-Ear-Kopfhörer ist die erste Wahl für den Musikgenuss im Büro oder unterwegs. Meine Wahl fiel auf den Etymotic hf2. Die Knöpfe, im Gehörgang versenkt, schließen die Außenwelt aus. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht gesundheitsgefährdend (ein dreiminütiges Video über das korrekte Einsetzen von Etymotic-In Ears gibt es hier). Im Gegenteil: Ohne störende Außengeräusche kann man die Lautstärke des iPods zurückstellen. Dafür wird man mit einem Sounderlebnis belohnt, das fast surreal wirkt. Im Zug schreien die Kinder und die Manager telefonieren: Man hört nichts. Wie in einem Stummfilm liefern mir Ben Folds oder Neko Case den Soundtrack zur Welt (und ja, manchmal braucht diese Welt auch Slayer). Ein Nachteil dieses Konstruktionsprinzips sind die Körpergeräusche. Die eigenen Schritte werden direkt an das Ohr weitergeleitet, der Biss in den Apfel führt zu einer akustischen Explosion. Der Etymotic hf2 kommt mit Mikro, ist also auch ein Headset mit sehr guter Sprachqualität. Das Nonplusultra im In-Ear-Bereich sind zur Zeit die neuen Ultimate Ears 18 pro. In diesem Kopfhörer sind 12 Miniaturlautsprecher verbaut, sechs pro Seite plus eine passive Frequenzweiche. Die Ohrstücke werden für die Ohren jedes Käufers gegossen. Das hat seinen Preis: 1.350 US-Dollar gehen dafür über den Ladentisch.

Tivoli am Tisch

PC-Boxen sind ein trauriges Thema. Ein für allemal: Plastik ist kein Werkstoff, um Lautsprecher herzustellen. Ich setze am Schreibtisch das Etymotic hf2 ein. Die Echtholz-furnierten MDF-Gehäuse ersticken jede unerwünschte Schwingung im Keim. Das Tivoli hängt via Cinch-Kabel am Computer. Damit wird Musikhören oder YouTube-Gucken zur wahren Freude: Detailreich, dynamisch und auf einer realistischen Bühne breitet sich die Musik aus. Man kann hören, wo die einzelnen Musiker auf der Bühne stehen. Mit ausreichender Datenrate codierte MP3s führen zu fast schon audiophilem Musikhören. Dazu bietet das Tivoli einen ausgezeichneten Radioempfänger. Die Haptik ist bemerkenswert: An dem Sendereinstellrad zu drehen fühlt sich einfach gut an. Dank eigener Stromversorgung funktioniert das Radio auch ohne PC.

Die oft begrenzten Platzverhältnisse eines Schreibtisches machen es schwierig, viel mehr rauszuholen. In den meisten Fällen müsste wohl die Soundkarte ersetzt und zusätzlich durch einen Digital-Analog-Wandler ergänzt werden. Einen passenden Verstärker vorausgesetzt ließen sich bei genügend Platz kleine Regalboxen einsetzen. Die richtige Positionierung ist entscheidend: Die Hochtöner müssten auf Ohrhöhe sein.

Für große Ohren

Den Etymotic hf2 verwende ich am Pult, wenn’s leise sein soll, der Büronachbar aber geringe Geräuschemissionen toleriert. Gegenüber einem In-Ear-Kopfhörer bietet ein großer Kopfhörer zwei Vorteile: Der Sound ist etwas voller und realistischer. Außerdem ist der Tragekomfort höher: Damit kann man stundenlang Musik hören. Die Designabteilungen von Kopfhörer-Produzenten werden offenbar auf Sparflamme gehalten. Ich habe den Eindruck, dass die Dinger seit den 70er Jahren gleich aussehen. Da ich das 16. Altersjahr bereits hinter mir gelassen habe, setze ich diesen Kopfhörer nur im Büro oder zu Hause ein. Im Vergleich zum HD 555 wäre ein HD 800 von Sennheiser eine Aufstiegsmöglichkeit. Ein anderer Kandidat ist der Grado PS 1000 aus New York. Bei beiden Kopfhörern ist allerdings eine Investition von rund 1.000 bis 1.300 Euro nötig. Dazu kommt ein separater Kopfhörer-Verstärker, der nochmals mit 700 bis 1.000 Euro zu Buch schlägt. Ohne separaten Verstärker lässt sich das Potenzial der beiden Kopfhörer kaum ausreizen. Eine teure Angelegenheit also. Investiert man diese Summe, sollte man am PC auf ein verlustfreies Musikformat wie FLAC, Apple Lossless oder Ogg Vorbis umsteigen. Ansonsten gibt man das Geld lieber für CDs aus.

Die Basis

Drei Geräte dieser Art gehören zur Grundausrüstung jedes Wissensarbeiters, der beim Arbeiten ernsthaft Musik hören möchte oder gar mit Audio und Video arbeitet. Die notwendigen Investitionen mögen dem einen oder der anderen hoch erscheinen. Vielmehr als ein günstiger Laptop ist es aber auch nicht. Und: Man kauft sich dafür ungezählte Stunden voller Spaß. Die Upgrade-Möglichkeiten sind unendlich, es kann allerdings auch unendlich teuer werden. Das deutschsprachige hifi-forum.de ist eine der umfassendsten Quellen für Experten-Know how im Audio-Bereich. Auf headfi.org treffen sich die Freunde des gepflegten Kopfhörer: Immer wieder erstaunlich, mit welcher Leidenschaft und Expertise die Leute dort dabei sind.

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