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23.03.11

Arbeit erzählen: Das Microblogging-Experiment

Microblogging-Tools wie Yammer halten Einzug in Unternehmen. Hans de Zwart will das Instrument bei Shell nutzen, um den Activity Stream seines Teams aufzuzeichnen: Seine Mitarbeiter erzählen ihre Arbeit.

(Klick für mehr Bilder)Das «Narrating your work» Experiment nennt Hans sein Vorhaben. Als Innovation Manager for Global Learning Technologies bei Shell arbeitet er in einem virtuellen Team mit Mitarbeitenden auf der ganzen Welt. Er stellt fest, dass im Team häufig wenig Wissen darüber existiert, was die Kollegen gerade tun, wo sie anstehen oder was sie Neues gelernt haben. Das Arbeiten in verschiedenen Zeitzonen tut ein übriges, um sich ab und an «disconnected» zu fühlen.

Der Feed meiner Arbeit

Hans de Zwart startet deshalb ein Microblogging-Projekt mit Yammer, dem bekanntesten Tool für Enterprise Microblogging. Ganz ähnlich wie Facebook erlaubt Yammer den Nutzern, Status-Updates zu posten, Fragen ans Team zu stellen oder Dokumente und Links zu teilen. Yammer generiert daraus einen Activity Stream, wie wir ihn von anderen Social Media-Kanälen kennen. Die Teilnahme ist für das Team von Hans freiwillig; wer sich dafür entschliesst, verpflichtet sich für eine von drei Optionen.

     

  1. Konstantes Update: Jedesmals wenn Hans' Mitarbeiter jemanden ausserhalb des Teams treffen, ein Dokument erstellen oder sonst etwas tun, dass nicht bloss E-Mails bearbeiten ist, posten sie einen Update.
  2. Tägliche Updates: Am Ende eines Tages bloggen die Mitarbeiter über ihren Tag bzw. die Menschen, Orte und ihre Arbeit.
  3. Wöchentliche Updates: Am Freitag Abend oder am Montag stellen die Mitarbeitenden einen kurzen Text online, in dem sie die vergangene Woche Revue passieren lassen: Was hat gut funktioniert, wo hatte ich Probleme, was wird mich in der kommenden Woche beschäftigen.

Spannendes Experiment

Die Updates zu erfassen ist verpflichtend, wenn man sich zur Teilnahme entschlossen hat; das Lesen der Einträge von anderen ist freiwillig - die Versuchung wird aber sehr gross sein. Hans de Zwart will nach zwei Monaten sein Experiment evaluieren. Ich stelle mir das als ein sehr spannendes Experiment vor - alleine in dem kleinen Blogwerk-Team, in dem ich arbeite, ist es häufig schwierig, den Überblick zu behalten. Vielfach wäre es hilfreich zu wissen, wenn mein Kollege jemanden getroffen hat, der vielleicht auch für mich noch ein interessanter Kontakt wäre. Oder wenn ich meine Hilfe anbieten könnte, weil ich sehe, dass eine Kollegin bei einem Text ansteht.

Integration anderer Services

Idealerweise müsste man auch andere Social Media-Dienste einbinden können. Hans regt etwa auch an, auf die LinkedIn-Profile zu verweisen, wenn man eine Person ausserhalb des Unternehmens trifft. Das Ein-Klick-Einchecken an Orten, wie man es von Foursquare kennt, würde auch helfen.

Fragen und Hindernisse

Ich bin gespannt, was die Resultate sind - und welche Hindernisse sich zeigen: Etwa der Zeitaufwand zum Erfassen der Updates, der Umgang mit all diesen Informationen und dem Nutzen, den sich am Ende für die Teilnehmer des Experimentes zeigt. Wird nachhaltig ein Vorteil für die Schreibenden und Lesenden entstehen?

Was meint Ihr? Wäre ein konstanter Activity Stream Eurer Kollegen hilfreich für die Arbeit?

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