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Insolvenzantrag

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Einen Insolvenzantrag stellen! Vom Antrag einer Insolvenz, bis hin zum Insolvenzverfahren, ob Geschäfts- oder Privatinsolvenz.

Das Insolvenzverfahren wird nur auf Antrag beim Insolvenzgericht eröffnet, wenn eine außergerichtliche Lösung nicht mehr möglich erscheint. Der Insolvenzantrag muss bei dem Insolvenzgericht gestellt werden, in dessen Bezirk der Schuldner oder das insolvente Unternehmen, seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Es besteht kein Formzwang, somit kann der Antrag schriftlich gestellt oder zu Protokoll der Geschäftsstelle des Amtsgerichts erklärt werden. Mit Eingang des Insolvenzantrags am Insolvenzgericht beginnt das sogenannte Insolvenzeröffnungsverfahren. Für den Antrag muss auch ein vollständiges Verzeichnis über die Gläubiger eingereicht werden. Während des laufenden Verfahrens sollten Schuldner vergessene Gläubiger unverzüglich, dem Insolvenzverwalter, nachmelden. Bei zu später Meldung kann die Restschuldbefreiung untersagt werden.

Welche Stelle ist für die Durchführung eines Insolvenzverfahrens zuständig?

Das Insolvenzgericht ist für die Durchführung des Insolvenzverfahrens zuständig. Für die Regelinsolvenz für Unternehmen, Selbständige und Freiberufler, aber auch für die Verbraucher-/ Privatinsolvenz für natürliche Personen.

Wer kann die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragen?

Der Schuldner selbst und auch ein Gläubiger kann einen Insolvenzantrag stellen, wenn er seine Forderung und den Insolvenzgrund, (meistens die Zahlungsunfähigkeit), glaubhaft macht und zudem ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat. Vor allem Krankenkassen und Finanzämter stellen häufig einen Gläubigerantrag.

Wie lange dauert eine Insolvenz?

  • eine Privatinsolvenz dauert hierzulande sechs Jahre ab Eröffnung des Verfahrens. Spätestens nach Ablauf der sechs Jahre wird entschieden, ob der Schuldner von seinen verbliebenen Schulden befreit wird.
  • bei der Regelinsolvenz ist die Dauer von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der Größe und Komplexität des Betriebs.
  • bei natürlichen Personen endet die Regelinsolvenz in ihrem Ablauf mit der Restschuldbefreiung. Für juristische Personen besteht diese Möglichkeit im Insolvenzverfahren nicht.

Wann ist eine Privatinsolvenz nicht möglich?

Zahlungsunfähige Selbstständige müssen die Regelinsolvenz beantragen. Schuldner, wie Anwälte mit eigener Kanzlei, Ärzte mit eigener Praxis oder Unternehmer können in der Regel nicht in die Privatinsolvenz gehen. Ausnahmen werden gemacht, wenn Selbstständige, nicht mehr selbstständig tätig sind und dabei weniger als 20 Gläubigern Geld schulden.

Definition Privatinsolvenz

Die Privat-/ oder Verbraucherinsolvenz ist ein vereinfachtes Insolvenzverfahren, das Privatpersonen offensteht, um ihre Schulden zu regulieren.

Welchen Zweck hat eine Privatinsolvenz?

Ziel ist die Restschuldbefreiung für den verschuldeten Verbraucher und eine anteilsmäßige, gleichmäßige Befriedigung und Bedienung seiner Gläubiger.

Insolvenzantrag stellen bei Regel-Insolvenz

In vielen Fällen glauben die Unternehmer, es würde danach alles wie gewohnt weiterlaufen und sind aufgrund z.B. einer GmbH persönlich nicht betroffen. Persönliche Haftung des GmbH-Geschäftsführers ist häufig ein Thema, das erklärt werden muss. Es gibt oft Fälle, wo der Gutachter oder zu einem späteren Zeitpunkt der Insolvenzverwalter Ansprüche gegen den Geschäftsführer persönlich aus Geschäftsführerhaftung (§ 64 GmbHG und § 15 a InsO) festgestellt. Bei Kapital- und Personengesellschaften ist jedes Mitglied des Vertretungsorgans antragsberechtigt und zusätzlich bei Personengesellschaften jeder persönlich haftende Gesellschafter. Liegt Führungslosigkeit der juristischen Person vor, ist auch jeder Gesellschafter und jedes Mitglied des Aufsichtsrates zur Antragstellung berechtigt. Der Antrag spätestens drei Wochen nach Eintritt des Insolvenzgrundes gestellt werden. Ein Verstoß gegen die Insolvenzantragspflicht kann zu einer zivilrechtlichen Haftung aber auch eine Strafbarkeit zur Folge haben.

Insolvenz- Antrag bei Schuldnern

Mit einem Insolvenzantrag erklärt ein Schuldner, dass er nicht mehr liquide ist und über keine weiteren Mittel verfügt, um die Forderungen seiner Gläubiger zu begleichen. Dies ist dann eine sogenannte Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Oder aber er erklärt, dass sein Vermögen nicht mehr ausreicht, um die Verbindlichkeiten zu bezahlen, dann geht es um eine sogenannte Überschuldung.

Die Antragsstellung wird von den Gerichten leicht gemacht. Doch einige Dinge sind trotzdem wichtig zu beachten, denn es werden je nach Umfang des Geschäftsbetriebs Anforderungen erwartet, die in Form von Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Schuldners erbracht werden müssen. Wie bereits erwähnt, muss zusätzlich zum Antrag ein Gläubigerverzeichnis, samt der Forderungen zur Verfügung gestellt werden. Läuft der Geschäftsbetrieb weiter, sollen die höchsten Forderungen speziell kenntlich gemacht werden, sowie die Bilanzsumme und die Umsatzerlöse aus den vorherigen Geschäftsjahren. Der Schuldner bestätigt zusätzlich durch eine Erklärung zum Antrag, dass die gemachten Angaben richtig und vollständig sind.

  • Insolvenz-Gründe sind:
  • Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO)
  • Überschuldung (§ 19 InsO)
  • drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO)

Insolvenz- Antrag eines Gläubigers

Wie bereits erwähnt, können auch Gläubiger einen Insolvenzantrag stellen. Gläubiger müssen die eigenen Forderungen und auch den Eröffnungsgrund benennen können. Sie müssen die eingetretene Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung des Schuldners glaubhaft darlegen. Es muss klar zu erkennen sein, dass ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens besteht.

Ablauf des Insolvenzverfahrens

Der Insolvenzantrag ist ausschlaggebend, da dieser das erste ist, was ein Insolvenzrichter und der Gutachter/ Insolvenzverwalter sieht. Nach diesen ersten Informationen wird schon erkannt, ob es ein leichter oder komplizierter Fall des Verfahrens ist und wie es weiter verlaufen könnte. Wichtig sind bereits zu Anfang die korrekten ausgefüllten, vollständigen Formulare und Gläubigerlisten. Es gibt Antragsformulare und Anhörungsbogen für das Insolvenzgericht:

  • Antrag an das Insolvenzgericht für die Regelinsolvenz von Unternehmen
  • Anhörungsbogen für das Insolvenzgericht bei Regelinsolvenz für Unternehmen

Der Insolvenzantrag leitet das Insolvenzeröffnungsverfahren ein. Hier wird geprüft, ob die Voraussetzungen zur Durchführung eines Insolvenzverfahrens vorliegen. Ist alles geprüft, wird das Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgewiesen.

Insolvenzeröffnungsverfahren nach dem Insolvenzantrag

Der Zeitraum zwischen Antragstellung und Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird als Insolvenzeröffnungsverfahren oder auch vorläufiges Insolvenzverfahren bezeichnet. Hier wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen.

Das Gericht prüft den Antrag, auf verfahrensrechtliche Vorschriften, auf den Insolvenzgrund und ob die Insolvenzmasse ausreicht, um die Kosten des Verfahrens zu decken. Sind die Prüfmechanismen durchlaufen und für richtig bewertet worden, wird das Gericht die Eröffnung des Verfahrens beschließen (§ 27 InsO). Ist die Insolvenzmasse nicht ausreichend, weist das Gericht den Insolvenzantrag ab (§ 26 InsO).

Das Gericht nutzt häufig die Hilfe eines Sachverständigen, um den Insolvenzgrund zu bewerten. Der Sachverständige schaut sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners an, diese sind vom Schuldner durch seine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten vorzulegen. Ein Gutachten des Sachverständigen wird dem Gericht vorgelegt, indem die Voraussetzungen für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens dargelegt werden.

Sicherungsmaßnahmen bei Insolvenzen (Geschäftliche oder Privatinsolvenz)

Sicherungsmaßnahmen des Gerichts:

  • Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters
  • die Einsetzung eines vorläufigen Gläubigerausschusses oder ein Vollstreckungsverbot jeglicher Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
  • eine Postsperre kann angeordnet werden
  • Zahlungen von Dritten sollen, an den vorläufigen Insolvenzverwalter gerichtet werden

Die gerichtlichen Maßnahmen müssen aber dazu dienen, den Gläubiger zu schützen und eine Verschlechterung der Vermögenslage zu verhindern.

Das Insolvenzeröffnungsverfahren kann dazu genutzt werden, einen Insolvenzplan auszuarbeiten, der häufig eine Sanierung des Unternehmens bezweckt. Einen Sonderfall des Insolvenzeröffnungsverfahrens stellen die vorläufige Eigenverwaltung (§ 270a InsO) und das sogenannte Schutzschirmverfahren (§ 270b InsO) dar.

Reihenfolge im Umgang mit dem Thema Regelinsolvenz und Privatinsolvenz

  • außergerichtliche Lösung suchen (Forderungen und Schulden aufstellen und für eine bessere Übersicht der wirtschaftlichen Lage sorgen)
  • Mit dem Thema Insolvenz befassen, juristischen Rat einholen
  • Einen Insolvenzantrag stellen/ Insolvenz beantragen/ Formulare besorgen
  • Gläubiger und Gericht informieren

Begriffe zum Thema Insolvenzen (Geschäftliche oder Privatinsolvenz):

  • Insolvenzverfahren, Insolvenz, Gläubiger, Schuldner, Insolvenzverwalter, Gericht, Insolvenzgericht, außergerichtlich, juristisch, wirtschaftlich, Antrag, Insolvenzantrag, Privatinsolvenz, Regelinsolvenz, Zahlungsunfähigkeit, Eröffnung, Verfahren beantragen, Forderung, Verbindlichkeit, Restschuldbefreiung, Schulden, Selbstständige, Überschuldung, Formulare zur Insolvenz

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