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An potenzielle KandidatInnen herantreten

IT-Recruiting: Das müssen Unternehmen beachten

Das Recruiting von IT-Fachkräften stellt einen Spezialfall dar. Angebot und Nachfrage liegen hier ungewöhnlich verteilt und gehen zudem weit auseinander. Die begehrten IT-SpezialistInnen können sich meist einer breiten Auswahl an Anfragen bedienen. Unternehmen müssen sich daher gut überlegen, wie sie an potenzielle KandidatInnen herantreten und wie sie es schaffen, diese für sich zu gewinnen. Worauf es dabei besonders zu achten gilt, erfahren Sie hier.

Quelle: iStock / Getty Images Plus

Die Problematik des IT-Bereichs

Um vakante IT-Stellen zu besetzen, benötigt man hervorragend ausgebildete, hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Allerdings gibt es davon sehr wenige, weshalb ein ständiger IT-Fachkräfte-Mangel herrscht. Dieser zieht sich übrigens durch alle IT-Bereiche – ob ProgrammiererIn, Software EntwicklerIn oder IT-ManagerIn.

Die Nachfrage ist nämlich um einiges höher als das Angebot. Bedeutet: Jede Person, die sich im IT-Bereich beweisen konnte bzw. eine gute Ausbildung genossen hat, bekommt übermäßig viele Job-Angebote zugeschickt – in manchen Fällen sogar täglich.

Wie extrem der Fachkräftemangel im IT-Bereich ist, zeigt eine Statistik der Statista. Laut dem Branchenverband Bitkom gab es 2018 bereits 82.000 unbesetzte Stellen im IT-Bereich. Im letzten Jahr, 2019, stieg diese Zahl auf sage und schreibe 124.000 offene IT-Stellen.

Es fehlt also mehr und mehr an qualifizierten MitarbeiterInnen. Das bestätigt ebenso eine Umfrage unter mehr als 800 GeschäftsführerInnen und Personalverantwortlichen von Unternehmen mit mindestens 3 MitarbeiterInnen. In den letzten beiden Jahren gaben über 80 % von ihnen an, dass sie den Mangel an IT-Professionals auch in ihrem Unternehmen merken.

Das Interesse der IT-SpezialistInnen wecken – aber wie?

Aufgrund der vielfältigen Angebote, die IT-Fachkräfte aufbereitet bekommen, gilt es aus diesen herauszustechen. Dafür müssen Sie den USP Ihres Unternehmens kennen und diesen gut zu verkaufen wissen.

Darüber hinaus werden zeitgemäße Themen und die Verwendung moderner Technologien sowie ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet mit viel individueller Gestaltungsfreiheit erwartet. Genauso wichtig ist es, dass die Atmosphäre im Büro passt und die Unternehmenskultur mit den eigenen Werten übereinstimmt.

Ein attraktives Gehaltspaket gehört zusammen mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Die Möglichkeit des Home-Office hat natürlich insbesondere seit Corona in seiner Bedeutung zugenommen.

Active Sourcing ist ein Muss

Dadurch, dass sich im IT-Recruiting Prozess Angebot und Nachfrage alles andere als im Gleichgewicht befinden, gilt es aktiv nach möglichen BewerberInnen zu suchen. Das Stichwort lautet hier: Active Sourcing.

Passive Stellenanzeigen haben wenig bis keinen Effekt. Ein Grund dafür ist bei den unzähligen Anfragen zu finden, die IT-Fachkräfte normalerweise bekommen. Diese machen es für sie überflüssig selbst nach Inseraten für freie Stellen zu suchen. Außerdem sind viele von ihnen bereits bei einem attraktiven Unternehmen tätig und somit nicht per se auf Jobsuche. Für einen Wechsel sollte das Angebot daher besonders attraktiv sein.

Dennoch bildet eine ansprechend formulierte Stellenanzeige die Basis des Recruitings. In der folgenden Infografik sehen Sie die meistverwendeten Instrumente der Personalbeschaffung.

In 5 Schritten zur Besetzung der freien IT-Stelle(n)

Im Folgenden erklären wir Ihnen 5 Schritte, die Ihnen dabei helfen werden, erfolgreich ein Perfect Match für die offene Stelle zu finden.

Strategie entwickeln

Da es sich beim IT-Recruiting um eine herausfordernde Personalakquise handelt, gilt es sich im Vorhinein gut zu überlegen, mit welcher Strategie Sie an die Sache herangehen möchten. Sie sollten sich im Klaren darüber sein, wen Sie mithilfe welcher Kanäle auf welche Art und Weise erreichen wollen.

Dabei ist es nicht nur von Belang, die nötigen Hard und Soft Skills festzulegen. Auch der sogenannte Cultural Fit wird zunehmend wesentlicher. Die Werte und Ideale des Bewerbers bzw. der Bewerberin sollten zumindest zu großen Teilen mit der Unternehmenskultur übereinstimmen.

Personalisierte Kontaktaufnahme und reizvolle Benefits

Unpersönliche Massenansprache war gestern. Um Eindruck zu schinden und in die engere Wahl zu kommen, empfehlen wir eine auf die Person möglichst abgestimmte Ansprache. Hervorragende Extras und Vorteile, die Sie im Gegensatz zur Konkurrenz anbieten, bleiben in Erinnerung und erhöhen die Relevanz.

Den Anfang macht ein einladendes Design der Stellenanzeige mit einer aussagekräftigen Überschrift. Der/die potenzielle BewerberIn sollte gleich wissen, worum es geht (Stellenbeschreibung, Stundenausmaß, Arbeitsort, etc.).

Als nächstes wünschen sich BewerberInnen eine ausführliche Beschreibung des Aufgabenbereichs und Arbeitsalltags. Somit definieren Sie von vornherein Ihre Erwartungen, während die andere Seite sich im Klaren darüber ist, was der Job so alles mit sich bringt. Von Interesse ist beispielsweise ebenso die Größe der IT-Abteilung in Ihrem Unternehmen. Zusätzlich kommt an diesem Punkt der Cultural Fit zum Tragen, indem Sie die Unternehmenswerte und -ziele angeben.

Zu einer gelungenen Stellenanzeige gehört auch immer das Locken mit verschiedenen Benefits. Hier liegt der Fokus darauf, sich als hervorragende/r ArbeitgeberIn zu verkaufen. Setzen Sie das Mindestgehalt auf keinen Fall zu niedrig an und werben Sie mit Ihrem individuellen USP.

Vergessen Sie am Ende nicht auf eine klare Beschreibung, wo, wie und bis wann man sich bewerben kann. Am besten funktioniert ein direkter Link zum Bewerbungsformular.

Suche nach potenziellen BewerberInnen

Jetzt ist die Zeit, sich auf die Suche zu begeben. Wenn Sie passende KandidatInnen gefunden haben, sollten Sie unbedingt dranbleiben. Achten Sie jedoch darauf, dass der Grat zwischen aufdringlich sein und Interesse zeigen, ein überaus schmaler ist. Finden Sie mit viel Gefühl die goldene Mitte!

Persönliches Gespräch

Nachdem Sie die besten BewerberInnen ausgewählt haben, folgt ein persönliches Kennenlernen. Dabei wird sich vor allem zeigen, wie gut sie menschlich zueinander passen. In Zeiten von Corona lässt sich dies alternativ über Video-Communication-Tools abhalten.

Einladender Einstieg

Sie haben eine Entscheidung getroffen. Bevor der/die neue MitarbeiterIn den Job antritt, sollten Sie ihm/ihr zuvor noch einige Informationen zukommen lassen. Informieren Sie ferner die zukünftigen ArbeitskollegInnen über den Neuzugang, sodass dieser mit offenen Armen begrüßt werden kann und sich gleich vom ersten Tag an wohlfühlt. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese IT-Stelle über lange Zeit besetzt bleibt.

Fazit: IT-Recruiting braucht Fingerspitzengefühl

Wie Sie sehen hält das Recruiting von IT-Fachkräften einige Herausforderungen bereit. Mit unseren Tipps sind Sie auf einem guten Weg zu einer Top-Besetzung der vakanten Stelle(n).

Autor: Florenz Klasen

Florenz Klasen ist Gründer & CEO der TechMinds GmbH mit Hauptsitz in Hamburg. Auf Tech & IT spezialisiert, verbindet die Recruiting-Boutique Hidden Champions, sowie große und namenhafte Unternehmen mit hochqualifizierten Führungskräften und Professionals. Dabei ist das Ziel immer, großartige Teams für zukunftsweisende Tech & IT Projekte zusammen zu bringen.


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