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Aktuelles zur Personalarbeit für Gründer und Selbstständige

01.09.08

Führen lernen

5 Prinzipien für Ihren Alltag als Vorgesetzte/r

Fragt man Mitarbeiter in Unternehmen, ob sie ein Bild davon haben, wie sie geführt werden, wird dies meist verneint. Gleichzeitig wird der Wunsch nach transparenten Führungsmethoden laut – nicht ohne Grund: Denn nur da, wo Klarheit und Transparenz vorhanden sind, entsteht Vertrauen – ein Wert, der in vielen Organisationen abhanden gekommen ist.

5 Prinzipien für Ihren Alltag als Vorgesetzte/r Quelle: Pixelio 5 Prinzipien für Ihren Alltag als Vorgesetzte/r Quelle: Pixelio

5 Prinzipien für Ihren Alltag als Vorgesetzte/r

Fragt man Mitarbeiter in Unternehmen, ob sie ein Bild davon haben, wie sie geführt werden, wird dies meist verneint. Gleichzeitig wird der Wunsch nach transparenten Führungsmethoden laut – nicht ohne Grund: Denn nur da, wo Klarheit und Transparenz vorhanden sind, entsteht Vertrauen – ein Wert, der in vielen Organisationen abhanden gekommen ist.

Daher sollte Ihre Führung auf folgenden 5 Prinzipien beruhen:

  • Verantwortung übernehmen
  • ergebnisorientiert führen
  • Konzentration auf Stärken
  • ein gutes Betriebsklima
  • Vertrauen schaffen

Um dies zu erreichen, sind vor allem Soft Skills und Einfühlungsvermögen gefragt.

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Übernehmen Sie Verantwortung

Nehmen Sie sich selbst in die Pflicht, klar definierte Ziele erreichen zu wollen. Nur dann  …

  • kann sich die Identifikation einstellen, die Sie für die Übernahme von Verantwortung benötigen.
  • finden Sie individuelle Antworten für Ihre VerANTWORTung.
  • machen Sie überragende Fortschritte.

Geben Sie aber auch Ihren Mitarbeitern Raum für (Selbst-)Verantwortung. Darauf, ob diese das Angebot übernehmen werden oder nicht, haben Sie natürlich nur begrenzten Einfluss. Sie sollten Ihnen aber dabei auf keinen Fall im Wege stehen. Das heißt auch, dass Sie ein Umfeld schaffen müssen, in dem Verantwortung übernommen werden kann. Mit anderen Worten: Machen Sie deutlich, dass Verantwortung eine Lust ist – und keine Last. 

Führen Sie ergebnisorientiert

Alle erfolgreichen Menschen sind messbar:

  • ein Rennfahrer an der erreichten Zeit
  • ein Musiker an der Zahl der verkauften CDs
  • ein Talkmaster an den Einschaltquoten.

Stellen Sie daher auch Messbarkeit sicher, damit sich in Ihrer Umgebung Spitzenkräfte entwickeln können.

Führung bedeutet nämlich auch, Resultate zu erzielen. Mehrere Menschen zu führen heißt folglich, zusammen mehr Ergebnisse zu erzielen als alleine. Wann immer Sie also einem Mitarbeiter eine Aufgabe übertragen,   …

  • vermitteln Sie ihm zugleich, dass Sie nur an einem Ergebnis interessiert sind - und nicht an Entschuldigungen.
  • definieren Sie das Ergebnis genau, denn Ergebnisse machen Tätigkeiten messbar und vergleichbar.
  • lassen Sie keine Ausreden und Erklärungen für mangelhafte Ergebnisse zu.
  • sagen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie Feedback gerade auch bei Schwierigkeiten und Problemen erwarten.
  • kontrollieren Sie die Arbeitsleistung stichprobenartig und unregelmäßig.

Mein Rat

Wenn sich ein Mitarbeiter beispielsweise eine Aufgabe nicht zutraut, dann verdeutlichen Sie ihm, dass von vielen Künstlern (z. B. Peter Gabriel, Joseph Beuys, Wolfgang Amadeus Mozart) bekannt ist, dass sie ihre besten Leistungen meist dann erbracht haben, wenn sie sich nicht danach gefühlt haben. Oder anders ausgedrückt: Kreativität entsteht aus der Enge. Fülle führt eher zur Dekadenz.

Konzentrieren Sie sich auf Stärken

Der typisch deutsche Perfektionismus lenkt unsere Aufmerksamkeit zu oft auf das, was noch fehlt. In der Entwicklung und Produktion von Produkten ist das sehr wertvoll, bei der Entwicklung von Menschen hingegen ist das der Weg in die Mittelmäßigkeit. Der Grund:

  • Bei Produkten geht es darum, Fehler zu beseitigen.
  • Bei Menschen ist es dagegen wichtig, das auszubauen, was da ist.Wer nämlich darauf setzt, Schwächen abzubauen, wird nur insofern besser, als er „weniger schwach“ ist. Wirklich gut wird er so jedoch nicht.

Das Gleiche gilt für die Arbeitsintensität: Wer viel arbeitet und dabei Überstunden anhäuft – jedoch nicht bestimmte Verhaltensweisen ändert, wird nicht erfolgreich sein. Zu herausragenden Leistungen kommt nur, wer seine Stärken ausbaut. Dabei gilt: Es ist besser Vorhandenes zu fördern, als Neues zu entwickeln.

Werden Sie also in Ihren Stärken ein Weltmeister und setzen Sie auf die Wirkung von effektiver und exzellenter Arbeit. Dann wird sich auch automatisch Ihr Erfolg einstellen.

Das schließt allerdings auch ein, dass Ihre Mitarbeiter keine Angst vor Fehlern haben sollten. Oder – um nochmals auf große Künstler der Vergangenheit zurückzukommen: Auch große Persönlichkeiten, wie beispielsweise Mozart oder Goethe, hatten viele Schwächen – aber eben auch herausragende Stärken. Versuchen Sie also nicht, „wohl abgerundete“ Mitarbeiter zu formen, sondern ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, an ihren Stärken zu arbeiten. Nehmen Sie also die eine oder andere Unzulänglichkeit Ihrer Mitarbeiter hin – frei nach dem Motto: „Jeder Mensch hat gute Seiten, man muss die schlechten nur umblättern.“ Mit Sicherheit haben Sie dann keine Motivationsprobleme mehr.

Sorgen Sie für ein gutes Betriebsklima

Eine Führungskraft (Leader) tut alles, um die Basis für ein positives Betriebsklima zu schaffen. 2 Voraussetzungen sind hierfür grundlegend:

1. Kommunizieren Sie!

2. Geben Sie anderen, was diese brauchen!

Mein Rat

Perfektion schafft Aggression. Versuchen Sie daher nicht, der perfekte Chef zu sein. Stehen zu Ihren eigenen Schwächen – umso mehr werden Sie von Ihren Mitarbeitern respektiert werden.

Mit Verständnis, Toleranz und Freundlichkeit erreichen Sie Ihre Ziele leichter und schneller. Kampf schafft dagegen nur neue Probleme - auch wenn Sie so Macht demonstrieren können.

Bauen Sie Vertrauen auf

Die Bedeutung von Vertrauen ist gar nicht zu überschätzen:

  • Am Anfang von allem steht das Vertrauen.
  • Jede effektive Zusammenarbeit gründet auf dieser Basis.
  • Firmen können nur durch ein hohes Vertrauensniveau Ihrer Kunden und Partner erfolgreich sein.
  • Informationen fließen eher, wenn die Vertrauensbasis stimmt.
  • Kunden tätigen Käufe vor allem dann, wenn Sie auf die Qualität eines Produktes vertrauen und auf einen zuverlässigen Service bauen können.

Das zeichnet ein hohes Vertrauensniveau aus

Die Einstellung eines Leaders zum Thema Vertrauen ist: Ich vertraue den Menschen und weiß zugleich, dass ich manchmal enttäuscht werde. Das nehme ich in Kauf.

Folglich gewinnt auch eine erfolgreiche Führungskraft nur, wenn sie über ein hohes Vertrauensniveau verfügt.

Übersicht: Das bringt Ihnen Leading Simple
hin zuweg von
  • einem verbindlichen Führungsprozess des Entscheidungsträgers
  • permanenter Weiterentwicklung der Mitarbeiter
  • transparenten Führungsmethoden
  • messbaren Zielen
  • einem produktivem Betriebsklima
  • kostensparenden Abläufen
  • personenzentrierter Führung
  • unklaren Aufgaben, Zielen und Verantwortungsbereiche
  • unternehmensinternen Konflikten
  • perfektionistischen An-
    sprüche

Es sind vor allem 2 Faktoren Ihrer Persönlichkeit, die auf andere wirken:

  • Ihr Weltbild/Menschenbild, also Ihr Vertrauen in die Welt und  …
  • Ihr Selbstbild, also Ihr Vertrauen in sich selbst.

Mit Blick auf Ihr Menschenbild sollten Sie sich fragen:

  • Sind Ihre Mitarbeiter Ursache oder Lösung Ihrer Probleme?
  • Versuchen Sie, Ihre Mitarbeiter immer mehr als Lösung Ihrer Probleme wahrzunehmen?
  • Glauben Sie, was Sie in Ihren Mitarbeitern sehen oder sehen Sie, was Sie über Ihre Mitarbeiter glauben?

Seien Sie versichert: Ihre Einstellung zu Ihren Mitarbeitern können Sie nicht verbergen – Ihre Körpersprache wird verraten, wie Sie die oben dargestellten Fragen für sich beantworten.

Doch auch Ihr Selbstbild ist von maßgeblicher Bedeutung: Das Bild, das Sie nämlich von sich tief in Ihrem Inneren haben, bestimmt unter anderem Ihr Verhalten: Je mehr Sie sich selbst vertrauen und zutrauen, umso mehr können Sie anderen vertrauen und zutrauen. Fazit: Ihre Persönlichkeit ist die Trägerwelle Ihrer Wirkung auf andere Menschen.

Der Autor:
Boris Grundl berät namhafte Kunden wie Deutsche Bank, Daimler, SAP, IBM oder Novartis.
Seine Berufung ist es, anderen Menschen zu Wachstum, Kraft und Größe zu verhelfen.

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