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03.12.18

Think local, act digital

Die Relevanz von Verzeichnismedien für lokale Unternehmen

Viele Start-ups oder Anbieter von Dienstleistungen im lokalen Umfeld haben Schwierigkeiten, ihr Angebot mit einem oft schmalen Marketingbudget effektiv und öffentlichkeitswirksam darzustellen. Zudem ist bei Unternehmensgründern und Dienstleistern oft kein ausreichendes Marketingwissen vorhanden, das man braucht, um in den großen Suchmaschinen wie Google gefunden zu werden. In diesem Beitrag möchte ich deshalb zeigen, warum und inwiefern Branchenverzeichnisse ein einfacher und praktischer Weg sein können, um im Internet besser von potentiellen Kunden gefunden zu werden.

Quelle: iStock / Getty Images Plus

Einfacher Einstieg ins Online-Marketing

Für alle, die wenig oder keine Erfahrungen im Online-Marketing haben, ist ein Eintrag in einem  Verzeichnisdienst ein einfacher Einstieg in das Thema Eigenvermarktung.  Zum einen ist er in nicht mal einer Viertelstunde erstellt, zum anderen können Verzeichnismedien in Sachen Service als auch Lokalität Mehrwerte gegenüber den Suchmaschinen-Riesen liefern: Die Trefferlisten der Verzeichnisse sind sehr lokal zugeschnitten und anstatt des Prinzips digitaler „Self-Service“ gibt es eine persönliche Beratung und einen Ansprechpartner, der den Inserenten in allen Fragen des Digital-Marketings und hinsichtlich möglicher Service-Angebote von Print bis Mobile zur Seite steht. Diese Mediaberater sind sehr gut über das lokale wirtschaftliche Umfeld unterrichtet und können so zielgenau über relevante Marketing-Maßnahmen Auskunft geben. Das ist gerade für Gründer, die noch keine Erfahrungen mit den lokalen Werbemöglichkeiten gemacht haben, eine gute Hilfe.

Entgegen alle Vorurteile genießen die renommierten Branchenverzeichnisse zudem immer noch hohe Nutzungsraten: 2017 haben zum Beispiel rund  38 Millionen der Deutschen angegeben, Branchenverzeichnisse wie Das Örtliche genutzt zu haben. Mit Kanälen wie Onlineportal, mobiler Website oder App für das Smartphone sprechen Verzeichnismedien auch die jüngere, vor allem mobilorientierte Zielgruppe an und sind zudem immer auf dem neusten Stand. Die Vertragslaufzeiten für Premium-Einträge sind oft auf ein Jahr ausgerichtet, sodass Maßnahmen flexibel geplant werden können.

So unterscheidet man zwischen seriösen und unseriösen Anbietern

Bei der Auswahl des richtigen Verzeichnisses sollten Gründer darauf achten, dass der Anbieter alle wichtigen Informationen wie die Handelsregisternummer und Angaben über den Geschäftsführer veröffentlicht. Gute Branchenverzeichnisse haben hohe Zugriffszahlen und genießen eine sehr hohe Bekanntheit. Üblicherweise kommen Angebote von seriösen Anbieter nicht per ungewollter Faxanfrage oder aufdringlichem Telefongespräch. Bei schriftlichen Angeboten empfiehlt es sich zudem, das Kleingedruckte genau zu lesen und auf keinen Fall voreilige Zahlungen zu leisten. Wer ein unseriöses Angebot erhält, kann sich an die IHK oder den VDAV (Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien e.V.) wenden und die Formulare prüfen lassen. Wer auf einen Knebelvertrag hereingefallen ist, sollte Rechtsbeistand bei einem Anwalt oder der IHK suchen.  Nach einem Urteil des BGH sind sogenannte Abonnementsverpflichtungen nicht gültig.

Die richtigen Informationen erhöhen die Auffindbarkeit von Unternehmen

Digitale Branchenbücher sind im besten Falle Nachschlagewerke, die es Kunden ermöglichen, validierte Kontakte von Unternehmen gebündelt an einer Stelle zu finden. Einfache Handhabung und Übersichtlichkeit sind äußerst wichtige Eigenschaften für ein gutes Verzeichnismedium. Seit es die Verzeichnismedien auch online und mobil gibt, sind Unternehmen unabhängig davon, wo und wann sie gesucht werden rund um die Uhr präsent. So lassen sich besonders viele Kunden erreichen. Neben Kern-Inhalten wie Kontaktdaten oder Öffnungszeiten finden auch Bilder und Videos sowie Bewertungen, Bezahlmöglichkeiten, vorhandene Parkplätze, Terminservices und aktuelle Angebote Platz in Branchenverzeichnissen. Adresse und Telefonnummer von Unternehmen sind laut einer GfK-Studie* die wichtigste Information bei der Suche in Verzeichnismedien. Dabei suchen Verbraucher nicht nur ihnen unbekannte Dienstleister, sondern auch die Kontaktdaten von bereits bekannten Unternehmen. Fehlen die gesuchten Details, wechseln Kunden unter Umständen zu einem Konkurrenten, der vollständige Angaben gemacht hat.

Unternehmen sollten zudem zeigen, auf welchen Kanälen sie erreichbar sind. Dazu gehört mindestens die Telefon- und Faxnummer, die URL des Internetauftritts, eine E-Mail-Adresse und im besten Fall auch eine Mobilnummer, unter der man erreichbar ist. Es empfiehlt sich, verschiedene Kontaktmöglichkeiten anzubieten. Bei Inseraten können zudem oft Schlagworte ergänzt werden, die dabei helfen, von den Nutzern besser gefunden zu werden. Wer zum Beispiel eine Kfz-Werkstatt betreibt, sollte dies als Suchbegriff angeben. Gängige Alternativen wie „Autowerkstatt“ gehen natürlich auch. Besondere Produkte oder Dienstleistungen sollten angegeben werden, z. B. Automodelle, die repariert werden oder eine angeschlossene Lackiererei. Wichtig ist es, einen kurzen und aussagekräftigen Text zum Unternehmen zu schreiben.  Nach welchen Informationen suchen potenzielle Kunden? Wer eine besondere Eigenschaft vorweisen kann, z. B. eine hohe Kundenzufriedenheit oder einen bestimmten Schwerpunkt, sollte dies hier angeben.

Kundenbewertungen sind das A und O für eine gute Positionierung

Laut einer  Studie aus dem Vorjahr** sind Kundenbewertungen der wichtigste Kaufimpuls der Deutschen. Rund zwei Drittel der Bundesbürger erkundigen sich vor einer verbindlichen Kaufentscheidung nach Bewertungen im Internet. Wenn Verbraucher zunehmend online nach Kundenbewertungen suchen, ist es für Unternehmer enorm wichtig, im Internet mit seriösen Informationen auffindbar zu sein. Auf die Suche nach Bewertungen von anderen Konsumenten folgt der Blick auf die Website (57,9 Prozent), die Kontaktaufnahme mit den Unternehmen selbst (34,5 Prozent) und die Suche nach deren Social-Media-Präsenz (11,3 Prozent)**. Um also von möglichst vielen Kunden gefunden und berücksichtigt zu werden, sollten Unternehmen online auffindbar sein und die Möglichkeit zur Bewertung anbieten. Neben der eigenen Website oder einem Social-Media-Auftritt kann dies auch mit einem digitalen Eintrag in einem Branchenverzeichnisdienst erreicht werden. In den Unternehmenseinträgen bei Das Örtliche werden zum Beispiel Bewertungen von über 17 bekannten Bewertungsplattformen wie Meinungsmeister, golocal oder Booking.com aggregiert. Darüber hinaus können Bewertungen auch direkt in den Einträgen bei Das Örtliche hinterlassen werden. Somit stehen in Das Örtliche neben Adresse, Fotos und Wegbeschreibung auch hilfreiche Informationen in Form von Erfahrungsberichten und Kunden-Kommentaren zur Verfügung. Professionelle Reaktionen auf negative Kundenbewertungen sorgen übrigens ebenso für ein seriöses Erscheinungsbild, wie positive Meinungen.

Mit diesen acht Tipps bekommen Gründer mehr Sichtbarkeit für ihr Start-up

1. Nutzen Sie Verzeichnisdienste für eine schnelle Sichtbarkeit
Ein Eintrag in einem Branchenverzeichnis verschafft Ihnen eine erste Anlaufstelle im Web und ist auch mobil und per App auffindbar. Wer Top-Positionen bucht, steht bei der Suche im Verzeichnisdienst ganz oben. Der Vorteil: Sie sind mit geringem Kosten- und Zeitaufwand schnell sichtbar.

2. Erstellen Sie ein Unternehmensprofil in Social-Media-Communities
Ein eigener Social-Media-Auftritt, wie z. B. eine Facebook-Seite, ist schnell erstellt und ein weiteres virtuelles Aushängeschild für Ihr Unternehmen. Sie verschafft Ihnen zudem direkten Kontakt zur Zielgruppe, ohne dass Sie sehr viel Aufwand betreiben müssen. Zwei oder drei Postings pro Woche reichen für den Anfang.

3. Bauen Sie Ihre eigene Website auf
Eine eigene Website ist heute das Herzstück in der digitalen Selbstvermarktung. Hier haben Sie alle Zügel selbst in der Hand. Das Minimum ist eine digitale Visitenkarte, also eine Startseite mit Ihren Kontaktdaten. Beschreiben Sie am besten auch Ihre Dienstleistung, Ihre Produkte oder stellen Sie Kundenprojekte vor, die Sie erfolgreich abgeschlossen haben. Wichtig: Die Seite sollte professionell aussehen und im Bestfall sogar mobiloptimiert sein.

4. Belegen Sie die Keywords, nach denen Ihre Kunden suchen
Bei der Online-Suche nach Unternehmen verwenden Verbraucher stets bestimmte Schlagwörter bzw. Keywords. Bedenken Sie dabei, dass Keywords unterschiedlich aussehen können. Manchmal sind sie sehr kurz und präzise (hier spricht man von Short-Tail-Keywords), z. B. „Blumen“. Sie können allerdings auch länger sein (Long-Tail-Keywords), z. B. „Wo finde ich einen Blumenladen in Berlin?“. Auch Adjektive oder verschiedene grammatikalische Formen (Singular/Plural) sollten bedacht werden.  Finden Sie die zu Ihrem Gewerk passenden Keywords und verwenden Sie sie auf Ihrer Website, im Eintrag beim Verzeichnisdienst, bei Google AdWords oder auch in Ihren Inseraten.

5. Liefern Sie die Infos, die Ihr Kunde braucht
Studien zeigen, was Usern bei der Suche nach Unternehmen wichtig ist: Darunter fallen Basics wie Adressdaten, Infos zu den Leistungen und Produkten, verfügbare Parkplätze oder Öffnungszeiten. Ebenfalls wichtig sind den Befragten aber zum Beispiel auch Informationen zu den Qualifikationen des Dienstleisters (z. B. Meisterausbildung, Urkunden), Markennamen verwendeter Produkte, Bezahlmöglichkeiten sowie Bewertungen von anderen Kunden.

6. Fördern Sie Bewertungen zu Ihrem Unternehmen
Laut einer Studie aus dem Vorjahr** sind Kundenbewertungen der wichtigste Kaufimpuls für die Deutschen. Rund zwei Drittel aller Bundesbürger erkundigen sich vor einer verbindlichen Kaufentscheidung zunächst nach Bewertungen im Netz. Verlinken Sie deshalb zu bekannten Bewertungsportalen, die für Ihren Bereich relevant sind, um aktiv Bewertungen zu fördern oder holen Sie Stimmen von Ihren Kunden für Ihre Website ein.

7. Zeigen Sie, dass Sie ein Experte auf Ihrem Gebiet sind
Sie arbeiten seit langer Zeit in Ihrem Job und haben Ihren Beruf von der Pike auf gelernt. Zeigen Sie also, was Sie können: Ein schönes Foto von einem vollendeten Projekt, ein Video von einer typischen Arbeit, ein Zertifikat, das Sie erworben haben. Teilen Sie Informationen und News rund um die Entwicklungen und Neuerungen in Ihrer Branche, die für Ihre Kunden von Belang sein könnten.

8. Vernetzen Sie sich mit anderen Unternehmern
Nutzen Sie Ihr Netzwerk an Geschäftspartnern und Dienstleistern, mit denen Sie arbeiten, doch auch für die Vermarktung: Verlinken Sie sich gegenseitig auf der Webseite, in Ihren Social-Media-Accounts oder legen Sie Broschüren im Geschäft des Partners aus. Empfehlen Sie sich gegenseitig, denn Mund-zu-Mund-Propaganda hat eine hohe Glaubwürdigkeit.

 

 

Quellen:
*GfK-Studie zur Nutzung der Verzeichnismedien 2017; repräsentative Befragung von mehr als 15 Tsd. Personen ab 16 Jahren
**GfK-Online-Umfrage im Auftrag von Greven  Medien

Autor: Dirk Schulte

Dirk Schulte; Geschäftsführer, Das Örtliche Service- und Marketing GmbH, ist seit September 2002 für die Das Örtliche Service- und Marketing GmbH tätig. Nach zehn Jahren als Leiter für Werbung und Kommunikation übernahm Herr Schulte im Janu-ar 2012 die Geschäftsführung der Marketinggesellschaft und verantwortet seitdem übergreifend die digitale Produktentwicklung sowie die nationale Kommunikation des bekannten lokalen Verzeichnisses „Das Örtliche“. Vor seiner Tätigkeit für Das Örtliche hat der gelernte Bankkaufmann und studierte Be-triebswirt bei der Verlagsgruppe Handelsblatt gearbeitet. Er war dort als Produktmanager sowie Projektleiter für eine Reihe von Fachzeitschriften verantwortlich und hat den Online-Shop der Verlagsgruppe aufgebaut.
Dirk Schulte

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