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21.08.17

Smarte Lagerlogistik

Chancen durch Industrie-4.0-Technologien

Vor allem für Gründer von Onlineshops ist eine effiziente Abwicklung der Logistik von großer Bedeutung. Kommen Waren nicht rechtzeitig an, kann das nicht nur die Kunden, sondern auch Geschäftspartner und Investoren verärgern. Die gute Nachricht: Waren manuell zu lagern, zu verpacken und rechtzeitig an den Empfänger zu verschicken, gehört bald der Vergangenheit an. Die zunehmende Automatisierung im Rahmen der Digitalisierung von Prozessen bietet viele Chancen, stellt Akteure im E-Commerce jedoch auch vor die Aufgabe, die Intralogistik in die IT-basierten Geschäftsprozesse zu integrieren. Nutzen Gründer die zukunftsträchtigen Technologien im Rahmen der Industrie 4.0 richtig, bieten diese ein enormes Geschäftspotenzial.

Quelle: Fotolia.com © Christian Schwier

Vor allem im europäischen Wirtschaftsraum entscheiden sich immer mehr Unternehmen für vernetzte Lösungen, um die Abläufe in der Produktion und Logistik so effizient wie möglich zu gestalten. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) ist die Nachfrage in sogenannten Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie und im E-Commerce besonders hoch. Das Wachstum schlägt sich auch in Zahlen nieder: Im letzten Jahr erreichten die deutschen Intralogistik-Anbieter ein geschätztes Produktionsvolumen von 20,8 Milliarden Euro – im Jahr 2013 waren es noch lediglich 18,6 Milliarden. Der Bedarf an Industrie-4.0-fähigen Geräten steigt also. Aber wie erschaffen Gründer eine "smart factory" und wie lassen sich die neuen Möglichkeiten voll ausschöpfen, ohne die Logistik outsourcen zu müssen? Die Antwort hängt von den jeweiligen Kapazitäten ab.

Kleinere Onlineshops: Stromsparende Lösungen

Betreiber kleiner Onlineshops können sich noch in Ruhe zurücklehnen und die Entwicklung abwarten. Zwar sind im Onlinehandel unabhängig von der Breite des Sortiments Warenwirtschaftssysteme von Vorteil: Mit diesen lassen sich Bestellaufträge automatisiert abwickeln – von der Kalkulation der Bestände über die Kommissionierung und den Versand der Ware bis hin zur Fakturierung (Rechnungsstellung). Ein reibungsloses Zusammenspiel von IT-Komponenten wie Warenwirtschaft, Buchhaltung und Bezahlsystem ermöglichen verschiedene Software-Varianten, die es inzwischen für jeden Bedarf gibt.

Werden im Lager selbst jedoch nur geringe Mengen an Waren gelagert, gilt es, Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Denn sich selbst regulierende Geräte sind bislang noch mit hohen Anschaffungskosten verbunden und verbrauchen viel Strom. Oft ist es für Betreiber kleinerer Shops daher sinnvoller, schwere Lasten mit einem energiesparsamen und zugleich leistungsstarken Elektro-Hubwagen zu transportieren; Beispiele hierfür sind in dieser Liste zu sehen. Wird das Fahrzeug 30 Minuten lang nicht genutzt, schaltet es sich automatisch ab. Über diese smarte Funktion hinausgehend reduziert die wartungsfreie und leistungsstarke Drehstromtechnologie Betriebskosten und schafft beste Voraussetzungen für einen schnellen und kosteneffizienten Warenumschlag.

Von der Industrie 4.0 zur Logistik 4.0: Chancen und Herausforderungen

Industrie 4.0 ist auch im Bereich der Lagerlogistik ein allgegenwärtiges Thema, dem sich Gründer mit großen Plänen möglichst frühzeitig widmen sollten. Denn die Verschmelzung von Informations- und Automatisierungstechnologien erleichtert Unternehmen nicht nur die Abläufe, sondern reduziert langfristig die Kosten und sorgt für steigende Umsätze. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company werden Firmen und Verbraucher bis 2020 am meisten von den smarten Technologien profitieren; der wirtschaftlich größte Mehrwert ergibt sich den Ergebnissen zufolge in Fabriken: Für sie werden bis zu 3,7 Billionen Dollar wirtschaftlicher Mehrwert prognostiziert. Lassen es die finanziellen Mittel und die Fähigkeiten der IT-Experten in einem neu gegründeten Unternehmen zu, wirkt sich der Einsatz smarter Technologien auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Das kann ganze Geschäftsmodelle verändern – hierfür ist es notwendig, die Strategien rechtzeitig an die Technik anzupassen. Im Idealfall steigt in der Folge die globale Wettbewerbsfähigkeit.

Abläufe im Lager automatisieren

Konkret bieten sich neue Servicefunktionen in Echtzeit an, Produktionsprozesse gehen einfacher, kostengünstiger und nicht mehr manuell vonstatten, Störungen an Maschinen lassen sich mittels drahtloser Fernwartung schneller beheben. Und es bleibt spannend, was zukünftig möglich sein wird: Wissenschaftler entwickeln derzeit gemeinsam mit Industrieunternehmen an der RWTH Aachen ein sich selbst auffüllendes Lager, in dem Roboter und Laservorhänge über ein 5G-Mobilfunknetz verbunden sind und selbstständig agieren. Menschen sind in diesem Szenario beinahe schon überflüssig.

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