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20.07.18

Führung

Warum Sie Spaß auf Ihre To-do-Liste setzen sollten

Als Unternehmer haben Sie Ihren Mitarbeitern bestimmt schon die ein oder andere Hilfestellung in Sachen Zeit- und Projektmanagement gegeben.

Thomas W. Künstner
Spass an der Arbeit im TeamGettyImages jacoblund

Aller Wahrscheinlichkeit nach mit dabei: die To-do-Liste. Ein durchaus sinnvolles Tool, um strukturiert zu arbeiten. Trotzdem gibt es immer wieder Aufgaben, die einfach liegen bleiben.

Verweigern Ihre Mitarbeiter also bewusst die Bearbeitung einiger Aufgaben und picken sich nur die Rosinen raus?

Das Beste zuerst?  Ja, tun sie! Unverschämt, oder? Schließlich sind Sie ja nicht zum Vergnügen hier – und Ihre Mitarbeiter erst recht nicht! Grund genug also, dass Sie als Führungskraft mal ein Machtwort sprechen? Nein!

Denn Ihre Mitarbeiter machen das unbewusst und ohne böse Absicht. Es liegt einfach in der Natur des Menschen, Aufgaben, die Spaß machen, als Erstes und mit mehr Engagement und Freude zu erledigen. Als Führungskraft ist „Spaß“ für Sie natürlich kein Priorisierungskriterium. Das erscheint nicht angebracht, schließlich wollen Sie die Unternehmensziele erreichen. Dass die Mitarbeiter dabei auch noch gut gelaunt und euphorisch sind ist erstmal zweitrangig. Möglicherweise ein Fehler …

Der Fun-Faktor als Treiber

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Motivation und Freude an der Arbeit essentiell sind. Als ich nach jahrelanger harter und begeisterter Arbeit zum Principal einer großen Unternehmensberatung befördert wurde, war die nächste Anforderung die verstärkte Akquise von Projekten. Ich kümmerte mich immer stärker um diese Aufgabe und hatte schließlich keine Zeit mehr für die Dinge, die ich richtig gut konnte und die mir wirklich Spaß machten: Lösungen für komplexe Probleme mit einem Team erarbeiten und umsetzen.

Ich wusste: Wenn ich so weitermache, fahre ich meine Gesundheit an die Wand. Denn leidenschaftslos und ohne mein Herzblut bei der Arbeit zu sein, machte mich nicht nur unglücklich. Ich war einfach nicht mehr produktiv.

Also änderte ich die Priorisierung meiner To-dos: Ich habe meinen persönlichen „Fun-Faktor“ einfließen lassen und stellte sicher, dass ich nicht mehrere Tage oder gar Wochen nur Dinge tat, die ich zwar tun musste, die mir aber keine Freude bereiteten. Natürlich war das nicht das einzige Priorisierungskriterium: Dringlichkeit und Wichtigkeit ließ ich nicht außer Acht – aber den Spaß eben auch nicht.

Auf diese Weise fand ich eine Balance, die mir in kürzester Zeit wieder die spielerische Leichtigkeit verschaffte, die nötig war, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Denn mit der Zeit wurde ich natürlich auch besser in der Akquise. Und damit stieg auch dort der Spaß.

Das Übel bleibt unbemerkt

Meiner Meinung nach, kann Ihnen nichts Besseres passieren, als Mitarbeiter zu haben, die mit genau dieser Leichtigkeit an die Arbeit gehen. Es ist sogar bewiesen, dass Menschen produktiver sind, wenn sie Dinge mit Freude und Begeisterung angehen. Sogar die messbare Intelligenz steigt!

Integrieren Sie den Fun-Faktor in die To-do-Liste Ihrer Mitarbeiter. Nutzen Sie Begeisterung und Spaß bewusst als ein Kriterium zur Priorisierung. Das steigert nicht nur die Motivation, sondern bringt auch weitere positive Nebeneffekte wie Produktivität und Kreativität mit sich. Den ganz großen Coup landen Sie damit aber, weil Ihre Mitarbeiter dann auch das Notwendige besser erledigen. 

Ja, eine ausgedehnte Mountainbiketour kann die gleiche Ausgeglichenheit und Balance bringen. Aber es ist doch viel schöner, wenn Sie und Ihre Mitarbeiter Ihren Lebensunterhalt mit Dingen bestreiten, die Ihnen Freude bereiten. Und Sie arbeiten sicher länger als Sie auf dem Mountainbike sitzen. Haben Sie Mut zum Spaß! Es gibt nämlich wenig, was so einen großen Einfluss auf Ihre Produktivität und Zufriedenheit hat wie die Freude an dem, was Sie jeden Tag tun.

Autor: Thomas W. Küstner

Nach einem Betriebswirtschaftsstudium in Passau und England startete Thomas W. Künstner seine Karriere bei der Consulting-Firma Booz & Company, genauer dort im Bereich Media- und Entertainment Practice, dessen Führung er als Partner später selbst übernahm. Während seiner Tätigkeit beriet er die Vorstände und Topmanager führender Medien- und Telekommunikationsanbieter bei der Entwicklung von kundenzentrierten Strategien und Organisationen. Sein Weg führte ihn dabei in mehr als 20 Länder - von New York über Moskau nach Sydney, von Stockholm bis Abu Dabi. Als seine Partner beschlossen, das exklusive Beratungsunternehmen zu verkaufen, stieg er aus. Er verkaufte seine Anteile und machte sich mit einer Investment- und Beratungs-Boutique selbstständig. Neben diesem Beruf steht Thomas W. Künstner seit über 40 Jahren als Magier und Mentalist immer wieder auf der Bühne.
Thomas W. Küstner

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