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17.05.19

kollaboratives Arbeiten

Coworking Spaces - die ideale Lösung für Freiberufler und Start-ups?

Coworking Spaces boomen - kein Wunder, denn der Arbeitsplatz auf Zeit ist deutlich kostengünstiger als die Anmietung eigener Büroräume. Vor allem in Großstädten wie Hamburg, München oder Berlin entstehen im Monatsintervall neue Räume für kollaboratives Arbeiten.

Quelle: iStock / Getty Images Plus

So sind beispielsweise in Berlin die Mieten für Gewerberäume innerhalb von zehn Jahren um 20 % gestiegen - von durchschnittlich 10 Euro auf 12 Euro pro Quadratmeter im Zeitraum zwischen 2005 und 2015. Ein Ende dieses Trend lässt sich nicht absehen. Im Gegenteil scheinen die Mieten exponentiell zu steigen: 2017 mussten Unternehmer in der Hauptstadt schon 19 Euro pro Quadratmeter bezahlen, für Räume in einer Filetgegend sind es bis zu 30 Euro. Berlin ist damit aber noch längst nicht der bundesweite Spitzenreiter, gegenwärtig halten Frankfurt am Main und München mit knapp 40 Euro die Spitzenplätze.

Aus der Not wird eine Tugend

Junggründer mit einem Team aus ambitionierten Mitstreitern nützen die Arbeitsplätze auf Zeit daher ebenso vermehrt wie Freiberufler und Freelancer aus dem Ausland, die sich nur vorübergehend in der Stadt aufhalten. Für Unternehmen in der Gründungsphase sind sie sogar oft der einzige Weg, überhaupt an Büroräume zu kommen: Viele Vermieter halten Start-ups für nicht ausreichend solvent, sodass diese sich auf dem Gewerbeimmobilienmarkt oftmals schwer damit tun, an einen Mietvertrag zu gelangen.

Es scheint also vieles dafür zu sprechen, die Firmenpräsenz in eine Coworking-Dependance zu verlegen. Tatsächlich hat dieses Mietmodell zahlreiche Vorzüge. Freiberufler, die nur hin und wieder eine offizielle Firmenrepräsentanz brauchen, etwa um Kunden einzuladen, mieten stundenweise einen Meetingraum. Wer sich gerne mit Gleichgesinnten austauscht und die Kulisse eines Unternehmens braucht, um diszipliniert und konzentriert zu arbeiten, bucht permanent einen Schreibtisch. Im besten Fall werden aus den Tischnachbarn Projektpartner; auch Freundschaften lassen sich in der offenen Atmosphäre eines Coworking-Büros leicht schließen, in dem die Arbeitsplätze nahtlos in den Café- und Bar-Bereich übergehen. Selbstständige in der Gründungsphase müssen weder das notwendige Büroequipment leasen noch einen Kredit aufnehmen , um ihre IT-Infrastruktur aufzubauen. Auch die Kaution und die Renovierungskosten für eigene Büroräume entfallen.

Das Social Life - unverzichtbar oder notwendiges Übel?

Für Freiberufler und Start-ups scheint es also auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben, Arbeitsplätze oder Konferenzräume in einem Coworking Space nach Bedarf zu mieten. Die Nachteile machen sich mitunter auch erst nach einiger Zeit bemerkbar, welche Vor- und Nachteile es gibt lesen Sie hier. Am offensichtlichsten ist die Geräuschkulisse. Sie ist in eigenen Büroräumen sicherlich auch vorhanden, nur kann die Geschäftsführung dort eher Einfluss darauf nehmen, wer wo sitzt. In Coworking Spaces kommt noch hinzu, dass die "Kollegen" ständig wechseln - denn das Konzept beruht gerade darauf, dass Arbeitsplätze auch tages- und stundenweise vermietet werden. In unmittelbarer Nachbarschaft regelmäßig neue Gesichter zu sehen und neue Stimmen zu hören, kann irritieren und ist konzentriertem Arbeiten sicherlich nicht zuträglich.

Unternehmen brauchen eine verlässliche Infrastruktur

Vergrößert sich das Unternehmen - viele Start-ups legen in den ersten Jahren ein rasantes Wachstum hin - wird es komplizierter, für das immer größer werdende Team ausreichend Arbeitsplätze zu buchen. Dann gilt es langfristig zu planen, denn viele Coworking Spaces arbeiten nach dem Prinzip "first come, first served". Auch sind ab einer bestimmten Ausdifferenzierung in mehrere Verantwortungsebenen weitere Räumlichkeiten erforderlich, etwa eigene Meetingräume.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist zudem die Unterbringung des gesamten Papierbestandes. So müssen sensible Unterlagen sicher aufbewahrt, Akten und Dokumentationen gegebenenfalls archiviert werden. An einem Coworking-Arbeitsplatz steht eventuell ein Schließfach oder ein abschließbarer Container zur Verfügung. Hat das Jungunternehmen eine gewisse Komplexität erreicht, ist jedoch mehr Lagerfläche vonnöten. Eine Lösung kann darin bestehen, permanent Lagerräume anzumieten, zum Beispiel unter boxie24.com. Sie sind deutlich kostengünstiger als eigene Büroräume, in vielen Größen verfügbar, sicher und oft ist der Transport der einzulagernden Gegenstände inklusive oder zumindest hinzubuchbar.

Auch das Argument des Networking hat seine zwei Seiten: Wo viele Menschen zusammensitzen, die aus verwandten Branchen kommen und an ähnlichen Projekten arbeiten, entstehen schnell Synergien und Innovationen - es kann aber auch passieren, dass die vier Designer im Großraumbüro schlicht miteinander um Aufträge konkurrieren. Auch die Gefahr des Ideen-Diebstahls ist immer gegeben.

Start-ups, die wachsen wollen, sollten deshalb frühzeitig verschiedene Arbeitsplatzmodelle gegeneinander abwägen und einmalige sowie die laufenden Kosten kalkulieren - am besten im Rahmen des ohnehin erforderlichen Businessplans.

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