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17.03.15

Suchmaschinen

Google: Richtig suchen, besser finden

Welche Antwort man von einer Suchmaschine bekommt, hängt von der Qualität der Frage ab. Das ist im Internet genauso wie im richtigen Leben. Wie Sie richtig recherchieren und Ihre Fragetechnik in Google verfeinern, lesen Sie im folgenden Artikel.

Nehmen wir an, Sie suchen nicht nur nach dem aktuellen Wechselkurs des Euro oder nach der deutschen Übersetzung für "go nuts", sondern wollen richtig recherchieren: beispielsweise für Ihre nächste Marketingkampagne und die Aktivitäten der Mitbewerber.

Dafür bietet das World Wide Web heute ungeahnte Möglichkeiten! Aber auch ungezählte Möglichkeiten, sich auf den vielen Wegen zu verirren oder sich auf unwichtigen Nebenstrecken zu lange aufzuhalten. Doch es gibt einige Hilfen, den eigentlichen Zweck des Internetbesuchs im Auge zu behalten und effizient zu suchen.  

Fragen festlegen

Bevor Sie Ihre Suchbegriffe in Google eingeben, sollten Sie Ihre Fragen definieren. Zu diesen Fragen kehren Sie während Ihrer Suche immer wieder zurück. Diese könnten so aussehen:

1. Welche wichtigsten Verbände und Interessengemeinschaften sind in diesem Markt aktiv?
2. Was sind die wichtigsten Unternehmen der Branche?
3. Welche Experten sind in der Branche besonders bekannt?
4. Welche Medien (Print, Internet, TV) berichten über den Markt?
5. Welche wichtigen Termine gibt es für den Markt (Messen, Kongresse, Symposien, Tagungen)?

Indem Sie diese Fragen beantworten, entwickeln Sie Ihren persönlichen Rechercheradar und halten sich über den Markt auf dem Laufenden.

Bookmarks markieren und RSS-Reader einrichten

Besuchen Sie die jeweiligen Websites und markieren Sie diese in Ihrem Internetbrowser als Bookmarks. Es sollte dann eine regelmäßige Übung sein, diese Websites der Unternehmen, Organisationen und Medien zu besuchen und nach aktuellen Informationen zu durchforsten.

Hinweis: Zahlreiche Quellen im Internet bereiten ihre Informationen so auf, dass die News in Ausschnitten auch offline gelesen werden können. Dazu müssen Sie als Softwaretools Newsreader oder RSS-Reader verwenden. Auf dem Computer oder im Internetbrowser installiert, greifen sie aktiv auf die aktuellsten News zu und stellen sie für den Leser in Textauszügen (Newsfeeds) auch offline bereit.

Informationsportale nutzen

Eine gute Auskunftsquelle sind die Informationsportale von Städten, Ländern und Bund mit zahlreichen statistischen Daten. Sie stellen diese Daten zur Verfügung, um ihrer Auskunfts- und Informationspflicht gerecht zu werden.

Suchstrategie gezielt aufbauen

Wenn Sie eine Reise zu einem Kunden planen, überlegen Sie sich normalerweise zuerst, wohin Sie wollen, und dann, welches Verkehrsmittel Sie am sinnvollsten wählen. Für einen Kundenbesuch in der gleichen Stadt werden Sie wahrscheinlich die öffentlichen Verkehrsmittel oder den Pkw benutzen.

Anders verhält es sich, wenn Ihr Kunde in Seattle sitzt und Sie somit ein Verkehrmittel auswählen müssen, mit dem Sie in kurzer Zeit lange Distanzen überwinden können. Wenn Sie allerdings die Adresse noch nicht kennen, macht es wenig Sinn, schon das Verkehrsmittel festzulegen. Genau so verhält es sich mit der Recherche im Internet: Der erste Schritt der Internetrecherche ist also eine klare Zieldefinition.

Dieses Ziel sollte möglichst eindeutig formuliert werden, damit das Ergebnis auch Ihren Vorstellungen entspricht. Denn nur mit der richtigen Frage können Sie sich auch für die richtige Recherchestrategie entscheiden. Aus "Anbieteranalyse Kundenbindungssoftware" werden dann Fragen wie "Wo finde ich Software für Kundenbindung?".

So finden Sie die richtigen Stichwörter – Beispiel Motorrad

Angenommen Sie suchen Informationen zum Thema Motorräder, dann beginnen Sie Ihre Recherchen damit, dass Sie für das gesuchte Wort Synonyme finden. Schreiben Sie alles auf, was Ihnen im Umfeld des Projekts wichtig sein könnte. Aus diesen Begriffen ergeben sich viele weitere Möglichkeiten, sich dem Thema anzunähern.

Bilden Sie Synonyme zum Wort Motorrad, wie z.B. Maschine, Bock, Moped, Zweirad. Darüber hinaus ist es in diesem Schritt hilfreich das Motorrad, das Sie suchen, näher zu bestimmen. Sie nähern sich so dem Thema sowohl alltagssprachlich als auch fachspezifisch an.

Motorrad

Unterbegriffe: Tourenmaschine, Boxer

Falls es Ihr Projekt erfordert, ist es dann sinnvoll, Näheres über die technischen Details zu erfassen. Erfolgt die Gemischaufbereitung über einen Vergaser oder über eine Einspritzanlage?

Auch fremsprachliche Synonyme einbeziehen

Nutzen Sie an dieser Stelle auch die Möglichkeiten des Internets, indem Sie für Ihr Projekt je nach Sprachkenntnissen und dem Projektumfang auch fremdsprachige Benennungen mit aufnehmen – greifen Sie auch zu Fachwörterbüchern. Sie erhalten dadurch ein komplexes und differenziertes Begriffsfeld.

Gliedern Sie dann die gefundenen Begriffe, und zwar nach dem Rang und dem Wert, den Sie den Begriffen bei der weiteren Suche zuordnen.

Beispiel Rechercheanfrage

Oft sind Rechercheanfragen natürlich etwas komplexer und enthalten mehrere Informationen gleichzeitig. So suchen Sie z.B. einen Lieferanten für eine Hardwarekomponente. In diesem Fall zerlegen Sie die Frage in ihre einzelnen Bestandteile.

1. Wählen Sie andere Begriffe für "Lieferant".
2. Überlegen Sie sich, ob Sie einen Spezialisten brauchen oder einen Lieferanten, der auch andere Produkte im seinem Sortiment führt.
3. Wählen Sie andere Begriffe für die gewünschte Hardware. Erweitern Sie auch hier das Feld der Begriffe.
4. Bestimmen Sie den Suchraum genauer, indem Sie festlegen, ob die Komponenten regional, national und eventuell international erworben werden sollen.

So wie in diesem Beispiel können auch komplexere Fragestellungen zerlegt werden. Die Ergebnisse lassen sich dann wiederum erweitern oder eingrenzen.

Das Internet ist keine gut sortierte Bibliothek

Ein großes Gebiet der Bibliothekswissenschaft beschäftigt sich damit, den Inhalt von Informationen zu erschließen und auffindbar zu machen. Mit einem standardisierten System, das mit Schlag- und Stichworten arbeitet und in jeder öffentlichen Bibliothek verwendet wird, wird sichergestellt, dass jeder Besucher sich überall gleich orientieren kann. Für das Internet gilt das nicht, weil hier Informationen aus unterschiedlichsten Quellen zusammenfließen und es bisher keine Instanz gibt, die eine einheitliche Systematik festlegt. Jede Suchmaschine und jeder Katalog hat so mit der technischen Entwicklung und einer Auswahl von spezifischen Anwenderbedürfnissen eigene Systematiken entwickelt, mit denen der Benutzer sich zurechtfinden muss.

Viele Suchmaschinen arbeiten heute mit grafischen Benutzeroberflächen, die viele Recherchemöglichkeiten schon vorgeben und praktisch aufbereiten. Dabei liegt es nur noch am Anwender, für die Suche das richtige Stichwort einzugeben. Mit den oben beschriebenen Techniken erzielen Sie leichter und besser eine Liste mit guten und sinnvollen Treffern.

So führen Sie die Suche bei Google durch

Die derzeit bekannteste und beliebteste Suchmaschine ist Google. Gerade die einfache Suchmöglichkeit und die schnelle Ergebnisliste verführen viele Anwender dazu, das Suchergebnis als "wahr" anzusehen. Doch wird im Folgenden noch ausgeführt, dass das Erscheinen von Links auf der Ergebnisliste von mehreren anderen Faktoren abhängt und beeinflusst werden kann.

Google eignet sich besonders gut, wenn Sie einfache Fragen haben, einen schnellen Überblick brauchen, aktuelle Trends verfolgen wollen oder Selbstdarstellungen von Unternehmen suchen.

Kleines Einmaleins der Suchabfrage: mit Bool'schen Operatoren arbeiten

Um in Suchmaschinen und Webverzeichnissen fündig zu werden, ist es notwendig, einige Regeln zu beachten und die wichtigsten Suchoptionen zu kennen. Die unten stehende Tabelle zeigt die gebräuchlichsten Suchoptionen.

1. Die UND-Suche mit +

Mit dem Pluszeichen werden Begriffe verknüpft. Der Nutzer legt damit fest, dass alle auf der Webseite gefunden werden müssen.
Beispiel: +Seminar +Mediation

2. Die Phrasensuche mit " "

Bei dieser Option wird verlangt, dass die Wörter in genau der Reihenfolge erscheinen, in der sie in den Anführungsstrichen stehen.
Beispiel: "Finanzgericht Köln"

3. Die Nicht-Suche mit –

Mit dem Minuszeichen kann man Begriffe ausschließen.
Beispiel: +Lieferant +Kühlschrank –China

4. Die ODER-Suche

Die ODER-Suche arbeitet in aller Regel ohne Operator. Sie erfolgt entweder über Voreinstellungen oder in manchen Fällen durch Trennen der Wörter mit Leerzeichen. Die ODER-Suche liefert Ergebnisse, bei denen eines der eingegebenen Wörter in der Webseite enthalten sein muss.
Beispiel: Smartphone iPad

Beim Arbeiten mit solchen Suchoptionen muss darauf geachtet werden, dass zwischen dem Wort und dem Operator kein Leerzeichen ist. Das Wort schließt direkt an den Operator an und wird mit einem Leerzeichen von dem nächsten Verbund (Operator und Wort) abgegrenzt.

Es ist außerdem möglich, mehrere Operatoren miteinander zu kombinieren. Eine solche Eingabe kann z.B. so aussehen:

+Drucker +„farbige Tintenpatrone“ –schwarz

Manche Suchmaschinen wie z.B. Google machen bestimmte Operatoren überflüssig. So ist bei Google die UND-Suche möglich, indem die gewünschten Begriffe nur mit Leerzeichen getrennt eingegeben werden. Hier ein Beispiel:

digital Notizblock
 

Qualitätscheck für gefundene Websites: Informationen finden und prüfen

Haben Sie für Ihre Fragestellung Websites gefunden, dann gehört es auch zur professionellen Recherche, die Relevanz der erhaltenen Ergebnisse selber einzuschätzen. Gerade weil durch das Internet die Möglichkeit des Publizierens für jeden, der eine Website erstellen kann, so einfach geworden ist, ist es wichtig, die Qualität von Daten und Fakten beurteilen zu können und zu prüfen, ob sie auch plausibel sind.

Im Internet stehen Websites von renommierten Experten und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen direkt neben den Informationen von Laien. Auch wenn ein professionell anmutendes Design von Websites oftmals bestechend wirken kann, verlassen Sie sich nicht auf den ersten Eindruck.

Grundsätzlich gilt: Je weniger sich über die Herkunft einer Quelle sagen lässt, desto geringer ist ihre Glaubwürdigkeit. Dies gilt sicherlich nicht für die Suche nach einer Telefonnummer, aber Wachsamkeit bietet sich z.B. an, wenn es sich um Marktdaten, Analysen und Statistiken handelt.

Angenommen, Sie wurden von Ihrem Unternehmen beauftragt, eine CRM-Lösung zu finden, um bestehende Kundenbeziehungen noch besser mithilfe einer Software zu pflegen. Geben Sie die Abkürzung "CRM" oder den kompletten Begriff "Customer Relationship Management" in eine Suchmaschine ein, dann finden Sie schon auf den ersten Seiten einer Suchmaschine eine Menge Informationen zu Produkten und Anbietern. An dieser Stelle müssen Sie allerdings mit Ihrer eigenen Suchstrategie prüfen, wie relevant die Suchergebnisse für Sie sind. Und nun wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Recherche! Was Sie soeben gelesen haben, waren Auszüge aus Beiträgen unserer Autorinnen Kai Gabriele Krüger und Birgit Scheja. Sie wollen weiterlesen? Dann empfehlen wir Ihnen ein 14-tägiges kostenloses Probeabo dieser beiden Online-Titel: Projekte erfolgreich steuern und umsetzen und Einkauf.

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