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Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Der GbR-Vertrag

Die GbR entsteht mit dem Abschluss eines Gesellschaftsvertrages. In dem Vertrag verpflichten sich mindestens zwei Gesellschafter, einen gemeinsamen Zweck zu erreichen. Bei den Gesellschaftern kann es sich sowohl um natürliche als auch um juristische Personen handeln.

Form des Gesellschaftsvertrages

Für den GbR-Vertrag gibt es keine zwingenden Formvorgaben, er kann sogar mündlich oder auch stillschweigend abgeschlossen werden. Allerdings gibt es Ausnahmen:  Der Vertrag bedarf einer Form, wenn er ein formbedürftiges Leistungsversprechen enthält. Dies ist z. B. der Fall, wenn sich einer der Gesellschafter im Vertrag dazu verpflichtet, ein Grundstück einzubringen, das zum Gesellschaftsvermögen gehören soll (§ 311b Abs. 1 S.1 BGB). Da der Vertrag an sich eine Einheit darstellt, muss unter diesen Umständen der gesamte Vertrag notariell beurkundet werden.

Doch auch in den Fällen, in denen Schriftform und notarielle Beurkundung kein Muss darstellen, empfehlen sie sich dringend, um im Vorneherein etwaige rechtliche Streitigkeiten und Missverständnisse zu vermeiden.

Inhalt des GbR-Vertrags

Folgende Punkte sollte der Gesellschaftsvertrag auf jeden Fall regeln:

1.  An erster Stelle müssen sowohl die genaue namentliche Bezeichnung der Gesellschaft, ihr Sitz sowie der Zweck, den sie verfolgt, angegeben sein.

2. Weiterhin muss der Vertrag festhalten, auf welche Höhe sich der Wert der Einlagen der Gesellschafter jeweils beläuft. Daraus ergeben sich die Anteile der Gesellschafter am Gesellschaftsvermögen.

3. Der Gesellschaftsvertrag sollte Regelungen bezüglich Geschäftsführung und Vertretung enthalten.

4. Außerdem muss der GbR-Vertrag die Aufteilung von Gewinn und Verlust der Gesellschaft regeln.

5. Im GbR-Vertrag sollten Regelungen bezüglich des Ausscheidens von Gesellschaftern, zum einen durch Kündigung, zum anderen durch den Tod eines Gesellschafters vermerkt sein.

6. Darüber hinaus sollte der Fall der Auflösung der Gesellschaft vertraglich geregelt sein.

Optional können natürlich je nach Bedarf noch weitere Punkte im Vertrag festgehalten werden. Das heißt, die Gesellschafter bei der Ausgestaltung des Vertrags in dem zulässigen Rahmen von ihrer Gestaltungsfreiheit Gebrauch machen können.

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