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29.01.19

Schnell Liquidität schaffen

Wo Unternehmer schnell benötigtes Geld herbekommen

Wenn es im privaten Umfeld zu finanziellen Engpässen kommt, ist das ärgerlich und durchaus ein Grund zur Sorge. Für ein Unternehmen ist dieser Zustand jedoch wesentlich tragischer und mitunter gar gefährlich. Immerhin kann ein kurzzeitiger Engpass schon ein Grund sein, dass Lieferanten oder Kunden abspringen, dass notwendige Rechnungen nicht bezahlt werden können – oder aber, dass schlichtweg das Personal nicht pünktlich gezahlt werden kann. Glücklicherweise gibt es auch für Betriebe die Möglichkeit einer Zwischenfinanzierung. Auf welchen Wegen diese finalisiert werden kann, erklärt dieser Artikel.

Quelle: Thinkstock © Peshkova

Rechnungsvorfinanzierung

Diese Methode ist das Gegenstück zum Factoring. Bei der Rechnungsvorfinanzierung verkauft ein Unternehmen gestellte Rechnungen an den Finanzierungspartner und erhält von diesem sogleich den Rechnungsbetrag abzüglich der Gebühren. Diese Methode bietet:

  • Sicherheit – das Geld ist nach dem Rechnungsverkauf innerhalb von zwei Tagen auf dem Konto des Unternehmens, abzüglich der Gebühr, die für diese Variante fällig wird.
  • Liquidität – das Unternehmen ist sogleich wieder liquide, ohne auf die Bezahlung seines Kunden angewiesen zu sein.
  • Sparoptionen – die meisten finanziellen Engpässe hängen damit zusammen, dass Zahlungen von Kunden ausstehen, Lieferanten aber bezahlt werden müssen. Durch die Rechnungsvorfinanzierung erledigt sich dieses Problem und Betriebe können gar sparen. Da sie das Geld direkt haben, ist es ihnen möglich, Lieferanten während der Skontofrist zu bezahlen.

Generell gibt es diverse Varianten dieser Finanzierungsmöglichkeit. Es können einzelne Rechnungen verkauft werden, wobei hier geschaut werden muss, wer das Risiko eines Zahlungsausfalls trägt. Nicht jede Finanzierung im kleinen Rahmen sichert das Unternehmen fortlaufend ab – es kann sein, dass es das Geld zurückbezahlen muss, wenn der Rechnungsempfänger nicht zahlt. Andere Anbieter arbeiten eher im größeren Umfang, erwarten dann aber, dass alle Rechnungen verkauft werden. In diesem Fall geht das Ausfallrisiko an den Rechnungskäufer über, dafür werden aber auch dauerhaft Kosten für das Angebot fällig.

Gewissermaßen können Unternehmen kurzzeitige Engpässe auch mit der anderen Seite des Factorings, der Warenvorfinanzierung, überbrücken:

  • Beauftragen – müssen Güter erworben werden, kann dies über das Factoring erfolgen. Das Unternehmen holt ein Angebot ein, klärt den Vertrag mit der Factoringgesellschaft ab und bestellt die Ware.
  • Bezahlung – die Gesellschaft bezahlt den Lieferanten nun sogleich, während das Unternehmen bis zu 12 Monate Zeit hat, die Rechnung wieder zu begleichen.

Bei der Warenbestellung ist diese Methode durchaus sinnvoll, doch müssen Unternehmen freilich Bedingungen erfüllen. Die Warenvorfinanzierung funktioniert oft erst ab einem gewissen Warenwert und kommt nicht für alle Güter in Betracht.

Minikredite

Minikredite sind eine weitere Lösung bei finanziellen Engpässen. Wichtig ist auch hier, dass der Engpass kurzfristig ist und nicht darauf beruht, dass die Auftragslage angespannt ist. Beispiele wären, dass Rechnungen meist erst gegen Ende der Zahlungsfrist bezahlt werden, die Bezahlung aber sicher ist. Kommen nun Steuern oder andere verpflichtende Abgaben hinzu, ist ein Engpass schnell gegeben. Bei Minikrediten handelt es sich um:

  • Geringe Summen – was nun unter »gering« zu verstehen ist, hängt freilich vom Kreditgeber und dem Unternehmen ab. Die Kredite belaufen sich in der Regel dennoch über Summen, die binnen weniger Monate zurückgezahlt werden können.
  • Bedingungen – eine allgemeine Zahlungsfähigkeit ist die größte Voraussetzung. Weitere Bedingungen sind, dass das Geld kein Finanzierungsmittel zum Erwerb von Anlagen oder für die Vergrößerung des Betriebs ist. Minikredite sind keine Investitionsmöglichkeiten.
  • Rückzahlung – während andere Kreditformen oft über Jahre hinweg zurückgezahlt werden, ist die Rückzahlung von Minikrediten anders geregelt. Da es nur eine geringere Summe ist, beschränkt sich die Zahlung auf ein Zahlungsziel von wenigen Monaten. Ob eine Ratenzahlung möglich ist oder ob die Gesamtsumme zum Zeitpunkt X bezahlt wird, hängt vom Anbieter und dem jeweiligen Vertrag ab.

Über diese Kredite lassen sich durchaus die Steuernachzahlungen begleichen, sofern sichergestellt ist, dass die Kreditsumme bis zum Zahlungsziel wieder eingenommen wird. Gute Beispiele sind Großrechnungen, die mit Sicherheit im März beglichen werden, die Steuern aber im Februar gezahlt werden müssen.

Finanzierungen für Selbstständige

Selbstständige haben es oft wesentlich schwerer, eine typische Finanzierung zu erhalten. Banken verweigern oft Kredite und wenn sie sie doch vergeben, so geschieht dies mit schlechteren Konditionen. Es gibt dennoch gute Finanzierungen für Selbstständige:

  • Kredite – etliche Anbieter konzentrieren sich auf die Kreditvergabe an Selbstständige. Die Kreditsumme beläuft sich jedoch oft auf einen geringeren Betrag, sodass Gelder von mehreren Zehntausend Euro wieder schwieriger zu bewilligen sind – was jedoch nicht unmöglich ist. Gerade Anbieter wie Bon-Kredit.de bemühen sich darum, auch Selbständigen unkompliziert die nötige Liquidität bieten zu können.
  • Kurzzeitkredite – diese Kredite sind eigens auf eine kurzfristige Dauer ausgelegt und belaufen sich über einen sehr geringen Geldrahmen. Selbstständige können mit ihnen um die 1.500,00 Euro im Höchstfall überbrücken. Die Kredite haben schlechtere Zinskonditionen, doch durch die sehr kurze Laufzeit – oft höchstens drei Monate – fallen diese nicht ins Gewicht. Die Bedingungen sind sehr niedrig, hier reichen schon niedrige Einnahmen aus.
  • Gewöhnlicher Kredit – auch ein Selbstständiger kann einen gewöhnlichen Kredit erhalten, sofern er Sicherheiten vorweisen kann. An dieser Stelle muss jedoch jeder für sich entscheiden, ob die Aufnahme eine Hypothek aufs Eigenheim wert ist oder nicht. Im absoluten Ernstfall könnte der Unternehmer ohne Betrieb und Haus dastehen.

Sicherer ist es, sich über den Rechnungsverkauf über einen Engpass hinwegzuhelfen. Natürlich wird in diesem Fall nicht die gesamte Rechnungssumme überwiesen, doch gibt es sonst kaum Nachteile oder Gefahren. Höhere Hypotheken auf das Eigenheim, gerade wenn dieses selbst noch nicht vollständig abbezahlt ist, sollten immer eine absolute Notlösung darstellen, da sie auch wieder die Vermischung von Betriebsrisiko und privatem Risiko bedeuten. Dasselbe gilt übrigens für die Hinterlegung von Wertpapieren, Altersvorsorge oder Ähnlichem als Sicherheit für einen größeren Kredit. Wirkt sich der kurzzeitige Engpass als langfristiges Liquiditätsproblem aus, können notwendige Altersabsicherungen schnell vom Kreditgeber angegriffen werden.

Fazit - gute Lösungen vorhanden

Für Unternehmen und Selbstständige gibt es durchaus gute und sichere Lösungen, um einen kurzzeitigen Engpass zu überbrücken. Welche Option für einen selbst oder für das jeweilige Unternehmen sinnvoll ist, muss natürlich stets im Einzelfall entschieden werden. Unternehmen mit geringen Gewinnmargen sind beispielsweise mit einem dauerhaften Rechnungsverkauf selten glücklich, da die Marge durch die Gebühren noch weiter schrumpft. Für einzelne Rechnungen hingegen ist diese Lösung oft optimal.

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