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09.02.09

Geschäftsideen

Zwei Konzepte für die Zeitung 2.0

Die Beteiligung der Leser steht im Vordergrund bei zwei neuen Geschäftsideen in der Medienbranche. Ob die beiden Projekte erfolgreich sein werden, ist unklar. Für Gründer mit ähnlichen Ambitionen bieten sie die Möglichkeit, anhand konkreter Beispiele die Potenziale dieses schwierigen Marktes besser zu analysieren.

Mit niiu startet am 15. April eine individualisierte Tageszeitung der Studenten Hendrik Tiedemann und Wanja Oberhof von der Berliner Fachhochschule für Wirtschaft. Nutzer können sich im Web die Inhalte verschiedener regionaler und überregionaler Zeitungen zusammenstellen und sich so ihre eigene Zeitung bauen. Die landet dann am nächsten Morgen gedruckt im Briefkasten. Als Partner konnten die beiden Gründer bisher den Tagesspiegel, die Frankfurter Rundschau, die Märkische Allgemeine, das Hamburger Abendblatt sowie zwei russische Zeitungen gewinnen, die ihre Inhalte gegen Lizenzgebühr zur Verfügung stellen. Neben journalistischen Inhalten können die Nutzer auch persönliche Nachrichten facebook-Kontakten oder Blog-Einträge in die personalisierte Zeitung heben.

Zum Launch am 15. April soll es Monatsabos und Semesterpakete geben. Der Preis für eine Einzelausgabe soll zwischen einem und zwei Euro liegen. Als Hauptzielgruppe sehen die beiden Gründer zunächst Studenten. Die sollen über virale Werbung auf YouTube und in sozialen Netzwerken gezielt angelockt werden.

Mit "der Freitag" startete jetzt außerdem eine Wochenzeitung in überarbeiteter Form. Dabei haben die Macher Online und Print stärker verzahnt als zuvor. So können die Leser auf der Website des Objekts Artikel und Themen diskutieren und kommentieren. Eine Auswahl dieser Beiträge erscheint dann in der Print-Ausgabe. Mit diesem Konzept konnte Freitag-Inhaber und Spiegel-Gesellschafter Jakob Augstein den britischen Guardian als Content-Partner gewinnen. "Es gibt ein hohes Maß an Übereinstimmung", erklärte Colin Hughes, Managing Director des Guardian, gegenüber der Financial Times Deutschland die Gründe für die Kooperation. "Auch wir haben schon sehr frühzeitig auf den interaktiven Austausch mit den Nutzern unserer Onlineangebote gesetzt. Außer dem "Freitag" denkt keine andere Zeitung in Deutschland so konsequent in diese Richtung."  Bisher macht Augstein mit dem Projekt keinen Gewinn. Er hofft jedoch, künftig die Erlöse aus Vertrieb, Anzeigengeschäft und Nebengeschäften steigern zu können.

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