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26.01.10

Serie - Der grüne Markt

Wärmekraftwerk im Container

Gewinner des enable2start-Wettbewerbes der Financial Times Deutschland, Initiativ-Ort für die Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“, Gewinner des start2grow-Gründungswettbewerbs – Das Energieunternehmen LaTherm ist ein gutes Beispiel eines innovationskräftigen jungen CleanTech-Unternehmens aus Deutschland.

Eines der fünf besten Unternehmen, bei rund 1.000 Einsendungen. LaTherm hat sich Ende November letzten Jahres als Gewinner des enable2start-Wettbewerbes ein schönes verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht. Es hat sich gelohnt: 50.000 Euro Startkapital, zudem die mediale Begleitung auf ftd.de und im Enable-Magazin. Viel besser kann es für ein Start-up fast nicht laufen.

Es war eben eine originelle Idee, die Geschäftsführer Kai Petersen zur Gründung von LaTherm bewegt hat. Der Grundgedanke des Dortmunder Betriebes beruht auf der Nutzung von Industriewärme. Petersen hat sich ausgerechnet, dass in Deutschland jährlich Wärme im Gegenwert von rund 25 Mrd. Euro in die Luft gepustet wird. So etwa von einer der rund 4.000 Bio-, Klärgas- oder Grubenanlagen, von den tausenden Fabriken und Stahlwerken ganz zu schweigen. Dass gerade das Ruhrgebiet dabei keine Ausnahme bildet, versteht sich von selbst.

Energie von der Mülldepomie

Petersen hat sich genau umgeschaut und schließlich Kontakt zur Dortmunder Mülldeponie Nordost geknüpft. Die Wärme, die dort abfällt, wird zwar zum Teil zu Heizzwecken der Anlage selbst genutzt, es bleibt jedoch eine große Überschussmenge übrig, die Petersen heute mit LaTherm nutzbar gemacht hat.

Nur wie erzeugt man aus Wärme, die eigentlich aus Schornsteinen geblasen wird, nutzbare Heizenergie? LaTherm hat eine besondere Lösung gefunden: Basis der Energiespeicherung ist ein eigens angefertigter und patentierter Latentwärmespeicher, mit dem große Wärmemengen transportierbar gemacht werden. Was sich nach High-Tech anhört ist in Wahrheit eigentlich nur ein 20-Fuß-Standard-Container, der so umgerüstet wird, dass er als Wärmespeicher verwendet werden kann. Als Speichermedium dient hierbei Natriumacetat – ein ungefährlicher Lebensmittelzusatz, der unter anderem auch als Pökelsalz bekannt ist.

Sind die Container beladen, wird die Wärme an mittelgroße Immobilien wie Schwimmbäder, Krankenhäuser, Schulen, Wohnblocks oder Gewerbeobjekte verkauft und fließt dort in die vorhandenen Heizungssysteme. Die Container dienen also als mobiles Wärmekraftwerk und werden einfach am Einsatzort abgestellt und später wieder abgeholt.

Energieeinsparung von 30 bis 50 Prozent

Die Speichermenge eines Containers beträgt nach Unternehmensangaben etwa 2,5 MWh – mit einem Container kann ein Einfamilienhaus also ungefähr ein Vierteljahr mit Heizungsenergie und Warmwasser versorgt werden, was den Kunden rund 15 Prozent Kostenersparnis bringen soll. Bei einer Vertragslaufzeit von 10 bis 15 Jahren lassen sich sogar zwischen 30 und 50 Prozent der Wärmekosten einsparen. LaTherm garantiert zudem einen konstanten Preis für 15 Jahre, was die Kunden von den schwankenden Preisen für Heizöl oder Gas unabhängig macht.

Für die Zukunft sind die Unternehmenseigner zuversichtlich, denn LaTherm hat sein Verkaufspotential noch lange nicht ausgeschöpft. Der Dortmunder Betrieb verspricht sich viel von der Zusammenarbeit mit Biogasbauern, von denen die wenigsten bislang über eine Wärmenutzung nachgedacht haben. Laut Petersen könnte jeder Biogasbauer heute bei einer entsprechenden Wärmenutzung zusätzliche Einkünfte durch CO2-Zertifikate erzielen. LaTherm ist also darauf angewiesen, dass sein Latentwärme-Container deutschlandweit bekannt wird. Der Sieg im enable2start-Wettbewerb wird dabei sicherlich hilfreich sein.

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