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21.04.05

"Virtueller Arbeitsmarkt": Freie Stelle braucht 19 Tage bis zur Freigabe an die Nutzer

Bundesagentur sieht "volle Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht"

Bei dem von der Bundesagentur für Arbeit (BA) eingerichteten "Virtuellen Arbeitsmarkt" handelt es sich nach den Worten des BA-Vorstandsmitglieds Heinrich Alt um die größte Jobbörse in Europa. Wie Alt heute in Berlin im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Arbeit berichtete, gibt es derzeit rund 384.000 elektronische Stellenangebote, denen rund 2,7 Millionen Stellen suchende Bewerber gegenüberstünden. Im Gegensatz dazu summierten sich die Stellenangebote der privaten Jobbörsen in Deutschland auf lediglich rund 82.500. Alt räumte ein, dass das System seine volle Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht hat. Trotzdem sei der Zeitraum, in dem eine freie Stelle angeboten wird, "relativ kurz". Im Westen belaufe er sich im Schnitt auf 19 und im Osten Deutschlands auf elf Tage. Das skandalumwitterte System, das in der Anfangsphase schwerste Mängel zeigte, sei mittlerweile zu "99,9 Prozent" verfügbar. Der "Virtuelle Arbeitsmarkt" habe inzwischen 200 Millionen Seitenaufrufe verzeichnet, während es bei den privaten elektronischen Jobbörsen lediglich 70 Millionen waren.

Täglich griffen rund 500.000 Arbeitsuchende auf das Angebot zurück. Auf Fragen aus dem Lager der CDU/CSU zum Vergabeverfahren für den "Virtuellen Arbeitsmarkt" in den Jahren 2002 und 2003 und zur damit verbundenen Kostenexplosion gab Alt an, der Auftragnehmer, die Firma "Accenture", sei an der Formulierung der Ausschreibung nicht beteiligt gewesen. Die Ausschreibung sei von April bis Juni 2002 von sechs Projektgruppen der BA vorbereitet worden. Nach einem Bericht der Innenrevision der Bundesagentur gab es jedoch schwere Manipulationen bei der Entwicklung der Online-Plattform. Sichergestellte Unterlagen hatten in der Vergangenheit belegt, dass die Kostenkontrolle nicht bei der Bundesbehörde, sondern in den Händen des Auftragnehmers Accenture lag, die den Virtuellen Arbeitsmarkt für 98 Millionen Euro entwickelten.

Auf Fragen zur Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen und Kommunen in den vor Ort gebildeten Arbeitsgemeinschaften sagte Alt, dabei seien tatsächlich unterschiedliche Verwaltungsvorstellungen aufeinander getroffen. Viele Arbeitsgemeinschaften arbeiteten daher mit "gemischten Teams", um voneinander zu lernen. Man könne noch nicht sagen, dass alles funktioniere.

Quelle:de.internet.com

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