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30.05.18

Investitionskapital

Versicherungs-Start-up Simplesurance erhält Finanzspritze

Das Berliner Start-up Simplesurance hat in einer neuen Finanzierungsrunde eine Finanzspritze von über 24 Millionen Dollar erhalten. Der Hauptinvestor ist Europas größte Versicherungsgesellschaft Allianz, die das Start-up seit 2016 mit ihrem Digitalen Investitionsfonds Allianz X fördert. Mittlerweile beteiligen sich auch der japanische Online-Shop Rakuten und das Berliner Investorenteam Rheingau Founders an Simplesurance.

Quelle: Flickr Treptowers, Berlin Ansgar Koreng CC BY-SA 2.0

Mit diesem neuen Investitionskapital steigt das Gesamtfunding des Berliner Unternehmens auf stolze 48 Millionen Dollar. Damit ist Simplesurance eines der kapitalkräftigsten Start-ups der Versicherungsbranche, der sogenannten Insurtechs. Die Summen, die in der jüngsten Series C-Finanzierungsrunde zusammenkamen, sollen hauptsächlich für die Expansion in neue Märkte verwendet werden. "Die Investition wird uns dabei unterstützen, unseren internationalen Wettbewerbsvorteil als führender Anbieter einer Versicherungsplattform zu stärken, sowie unsere künftigen Expansionsstrategien fördern", erklärt Robin von Hein, Gründer von Simplesurance. Das Unternehmen plant noch in diesem Jahr einen Business-Start in Japan. Außerdem steht der Launch neuer Produkte wie zum Beispiel einer eigenen digitalen Versicherung an. Bisher beschränkten sich die Aktivitäten des Berliner Unternehmens auf die Vermittlung von Versicherungen über ihre Plattform schutzklick.de.

Produktversicherungen und B2B-Strategie

Simplesurance wurde im Jahr 2012 in der deutschen Hauptstadt gegründet, beschäftigt 150 Mitarbeiter und ist mittlerweile in 28 europäischen Ländern aktiv. Die Geschäftsidee des Unternehmens ist es, innovative Versicherungslösungen für die digitale Welt zu entwickeln. Dafür wurde eine Plattform entwickelt, über die die Kunden mit wenigen Klicks eine Versicherung für ein bestimmtes Produkt kaufen können. Dabei wird bewusst auf komplizierte Klauseln und undurchsichtige Konditionen verzichtet, um dem Verbraucher einen einfachen Zugang zu Versicherungen zu bieten. Die Bandbreite der angebotenen Versicherungen reicht von Haushaltsgeräten und Elektronik bis hin zu Fahrrädern, Musikinstrumenten und Autoreifen. Zudem haben Kunden die Möglichkeit, Garantieverlängerungen für Küchenmaschinen, Kameras, Werkzeuge und viele weitere Produkte zu erwerben.

Aber Simplesurance verkauft nicht nur an Privatkunden. Vielmehr verfolgt das Unternehmen gleichzeitig einen B2B-Ansatz, indem es Versicherungen für Online-Shops anbietet. Mit einem Plug-in, das in die Homepage des Shops eingebunden wird, können die Kunden im Warenkorb direkt eine Versicherung für die Ware erwerben. Simplesurance gibt an, dass schon über 2.500 E-Commerce-Websites weltweit diese Lösung nutzen, darunter der Handy-Hersteller Huawei und der Einzelhandelsgigant Real.

Das neueste Projekt aus dem Hause Simplesurance ist eine Makler-App, die Kunden kostenlos über die Website der Firma herunterladen können. Diese ermöglicht es dem Endverbraucher, seine Policen papierlos zu verwalten. Experten bewerten diesen Launch als einen Angriff auf Konkurrenzunternehmen wie Get Safe, die bereits in dieser Nische aktiv sind.

Kooperation von Insurtechs und Großunternehmen

In der Welt der Insurtechs sind hohe Investitionen wie diese nicht ungewöhnlich. Große Kapitalgeber wie die Allianz X investieren vermehrt in Start-ups, um gewinnbringende Kooperationen zu erzielen. In einem Interview mit gruenderszene.de betont der CEO von Allianz X, Nazim Cetin, dass die Versicherungsgesellschaft von den jungen Unternehmen durchaus etwas lernen kann. Deren wichtigste Trumpfkarten seien "unternehmerisches Handeln, Agilität und der Fokus auf den Kunden". Auf die Frage, wie man solch eine Ausrichtung auf den Kunden in ein großes Unternehmen integrieren könnte, sagt Cetin: "Indem man die richtigen Beteiligungen eingeht. Und dann zusammenarbeitet und voneinander lernt." Beteiligungen geht die Allianz X genug ein: Mittlerweile freuen sich 14 Start-ups aus aller Welt über eine Finanzspritze des bekannten Großunternehmens. Doch ob die Zusammenarbeit zwischen den Start-ups und der Allianz X nur auf die finanzielle Seite beschränkt ist und in welcher Hinsicht sie tatsächlich von den Start-ups lernt, bleibt schwierig zu beurteilen.

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