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30.07.08

Wann Unternehmer privat haften müssen

Unternehmenskriminalität: Siemens ist kein Einzelfall

Gerade ist der Siemens-Konzern in aller Munde, weil sein ehemaliges Management grob fahrlässig gehandelt und unter anderem Bestechungen zugelassen haben soll. Offenbar handelt es sich dabei um keinen Einzelfall. Das zeigt jetzt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) unter 1.166 deutschen Unternehmen.

Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Demnach wurde jedes zweite befragte Unternehmen mit Bestechung, Betrug oder Unterschlagung konfrontiert. Die höchste Wirtschaftskriminalität wiesen dabei Unternehmen in Hessen auf. Hier lag der Anteil der betroffenen Unternehmen bei rund 60 Prozent. In den strukturschwächeren Bundesländern im Osten wurden Werte von 33 Prozent erreicht. Auch die Art der Wirtschaftskriminalität unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern. Während sich die Fälle in Hessen meist um Geldwäsche drehen, kämpfen Firmen aus Baden-Württemberg zumeist gegen Korruption bei Geschäften in China. "Die Unterschiede lassen sich durch die spezifische Wirtschafts- und Unternehmensstruktur erklären", sagte PWC-Kriminalitätsexperte Steffen Salvenmoser gegenüber dem Handelsblatt.

Für Gründer und Start-up-Unternehmer kann es im schlimmsten Fall zur Haftung mit dem privaten Vermögen kommen – unabhängig davon, ob es sich um eine Kapital- oder Personengesellschaft handelt. "Glaubten vor vielen Jahren Geschäftsführer noch, quasi unantastbar zu sein, so mussten sie feststellen, dass dies bei weitem nicht so ist", urteilt Rechtsanwalt Stefan Engelhardt in seinem förderland-Fachbeitrag zur "Haftung von Geschäftsführern" . Darin erläutert er unter anderem, welche Pflichten ein Geschäftsführer hat und was bei Verstößen passiert. Was der Begriff "Haftung" grundsätzlich bedeutet, lesen Sie hier.

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